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Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 1. Juli 2016
Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2016
Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 1. Juli 2016
Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2016 90 Bilder

Trainings-Analyse GP Österreich 2016

Mercedes wieder in eigener Liga?

Ein Wolkenbruch legte das zweite Training zum GP Österreich für 35 Minuten lahm. Erst 20 Minuten vor Schluss wurden die Slicks ausgepackt. Echte Rennsimulationen waren nicht möglich. Trotzdem gaben die Freitags-Trainingssitzungen Aufschlüsse auf das Kräfteverhältnis.

Normalerweise beginnt nach dem zweiten Freitags-Training das große Rechnen. Und am Ende gibt es 2 Tabellen. Die der schnellsten Rundenzeit und die der Longruns. Doch diesmal verhinderte das launische Alpenwetter eine geordnete Rennsimulation. Schon nach 10 Minuten öffnete der Himmel seine Schleusen und der Wind fegte mit Orkanstärke über die Zielgerade. Er hätte die Formel 1-Autos vermutlich auf 400 km/h beschleunigt, wäre ein Auto zu dem Zeitpunkt auf der Strecke gewesen.

Doch 35 Minuten lang passierte gar nichts, außer dass ein wahrhafter Wolkenbruch den Red Bull-Ring unter Wasser setzte. Genau zur Halbzeit blitzten die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Den Fahrern blieben noch 45 Minuten Zeit, sich auf die nasse Piste einzuschießen. Mit zweifelhaften Erfolg. „Ich habe in den letzten 20 Minuten gar nichts gelernt“, gab Sergio Perez auf Anfrage seines Renningenieurs zurück.

Vettel und Ricciardo gleichauf

20 Minuten vor Ende des Trainings traute sich Sebastian Vettel als erster Fahrer mit Slicks auf die rasend schnell abtrocknende Bahn. Im Finale des Trainings schafften nur 3 Fahrer eine Longrun-ähnliche Sequenz ohne Verkehr. Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo waren im 10-Runden-Schnitt mit 1.11,931 Minuten (Ricciardo) und 1.11,919 Minuten (Vettel) praktisch gleichauf. Romain Grosjean spielte mit 1.12,944 Minuten über 7 Runden keine Rolle.

Woraus Red Bull-Berater Helmut Marko schloss: „Wir kämpfen mit Ferrari um Platz 3 hinter den zwei Mercedes.“ Wenn er da mal nicht Force India vergisst. Nico Hülkenberg lag sowohl auf nasser als auch auf trockener Bahn im Spitzenpulk. In seiner schnellsten Runde war der lange Rheinländer um 9 Tausendstel besser als Vettel und um 0,069 Sekunden besser als Ricciardo. Auch Carlos Sainz im Toro Rosso liegt mit 0,133 Sekunden Rückstand auf Hülkenberg noch in diesem Pulk.

Ferrari mit altem Getriebe und neuen Motor

Im Mittelfeld gab es die für den Red Bull-Ring üblichen knappen Abstände. Nur Mercedes schlug aus der Art. Nico Rosberg und Lewis Hamilton hängten die Konkurrenz um 6 Zehntel ab. Das ist mit den 1,2 Sekunden von Baku vergleichbar. Noch erschreckender ist aber die Zeit, die Rosberg gefahren wäre, hätte er seine letzte Runde durchziehen können.

„Ich lief im dritten Sektor in Verkehr. Sonst wäre eine Zeit von 1.06,7 Minuten möglich gewesen.“ Rosberg sagte es mit einem Augenzwinkern. Die Ingenieure bestätigten jedoch die Einschätzung des Fahrers. „Sagen wir eine hohe 1.06er Zeit.“ Damit hätte der Vorsprung der Silberpfeile 1.6 Sekunden betragen.

Teamchef Toto Wolff beschwichtigte: „Wir sind heute schon relativ viel Power gefahren. Die anderen vielleicht nicht.“ Ferrari und Red Bull ließen es in den letzten Rennen am Freitag immer etwas ruhiger angehen, um ihre Motorkomponenten zu schonen. Vettel war noch mit dem alten vorbeschädigten Getriebe unterwegs. Dafür aber mit dem neuen Motor. Der Unfall kurz vor Schluss ging laut Ferrari auf das Konto eines Problems mit dem Brake-by-wire System. Der Ferrari überbremste hinten.

Manche führen die eklatante Mercedes-Überlegenheit auch auf die hohen Temperaturen und die hohen Startdrücke von Pirelli zurück. Ein Ingenieur sagt dazu geheimnisvoll: „Bei Hitze erreicht unser Auto Normalform. Je kälter es wird, umso mehr verlieren wir auf die Konkurrenz. Aber wir arbeiten an diesem Problem.“ Und noch etwas stellte sich an diesem Freitag heraus: Das Messen der Luftdrücke vor dem Aufstecken der Reifen ans Auto scheint Mercedes nicht einzubremsen. Marko fürchtet: „Uns hilft nur Regen.“

In der Galerie haben wir die Bilder vom Trainingsfreitag in Spielberg.

GP Österreich 2016: Ergebnis Training 2

Fahrer Team Zeit / Rückstand Runden
1. Nico Rosberg Mercedes 1:07.967 25
2. Lewis Hamilton Mercedes + 0.019 19
3. Nico Hülkenberg Force India + 0.613 28
4. Sebastian Vettel Ferrari + 0.622 25
5. Daniel Ricciardo Red Bull + 0.682 30
6. Carlos Sainz Jr. Toro Rosso + 0.746 32
7. Max Verstappen Red Bull + 0.794 20
8. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.853 23
9. Valtteri Bottas Williams + 0.974 24
10. Jenson Button McLaren + 1.027 30
11. Fernando Alonso McLaren + 1.108 26
12. Felipe Massa Williams + 1.217 17
13. Daniil Kvyat Toro Rosso + 1.240 26
14. Sergio Perez Force India + 1.259 32
15. Kevin Magnussen Renault + 1.558 19
16. Jolyon Palmer Renault + 2.053 23
17. Pascal Wehrlein Manor + 2.067 20
18. Esteban Gutierrez Haas + 2.171 16
19. Marcus Ericsson Sauber + 2.173 19
20. Romain Grosjean Haas + 2.433 31
21. Felipe Nasr Sauber + 2.477 22
22. Rio Haryanto Manor + 3.361 25
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