GP Russland 2015 (Training 3)

Horror-Crash von Carlos Sainz

Carlos Sainz - Toro Rosso - GP Russland - Sochi - Samstag - 10.10.2015 Foto: xpb 99 Bilder

Toro Rosso-Pilot Carlos Sainz ist im dritten Freien Training zum GP Russland schwer verunfallt. Der Pilot ist zum Glück bei Bewusstsein. Beim Abtransport auf einer Trage reckte Sainz den rechten Daumen in die Luft. Die Rennkommissare brachen die Übungseinheit nach rund 45 Minuten vorzeitig ab.

Die Formel 1 hält den Atem an. In der dritten Übungseinheit zum GP Russland 2015 gab es einen schweren Unfall. Carlos Sainz schlug in seinem Toro Rosso am Ende der langen Gegengeraden in eine Tecpro-Barriere ein. Angeblich mit 140 km/h.

Wie in solchen Fällen üblich wartete die FIA zuerst mit der Herausgabe der TV-Aufnahmen, bis klar war, ob es dem Fahrer den Umständen entsprechend gut geht oder nicht. Erst nach rund einer Viertelstunde gab man Bilder von dem Unfall frei. Zuvor sah man Sainz, wie er zur Stabilisation von Nacken und Körper festgeschnallt auf einer Trage in einen Krankenwagen geladen wurde.

Positives Zeichen: Der Toro Rosso-Pilot streckte zur ersten Entwarnung seinen rechten Daumen in die Luft. Um 12:14 Uhr Ortszeit brachte man ihn per Helicopter ins Krankenhaus. "Carlos ist bei Bewusstsein und spricht mit den Ärzten", sagte FIA-Pressesprecher Matteo Bonciani. "Er ist ok", berichtete Red Bull-Berater Helmut Marko.

Sainz knallt mit hohem Tempo in Streckenbegrenzung

Aus der Unfallwiederholung lassen sich noch keine klaren Rückschlüsse darüber ziehen, ob ein Fahrfehler oder ein technischer Defekt verantwortlich für den Crash war. Auch Toro Rosso kann noch keine Antworten geben. "Wir müssen erst einmal die Datenbox auslesen", erklärte Teamchef Franz Tost. "Carlos war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Er hat auf neutral geschalten und den Motor ausgemacht. Erste Checks im Krankenhaus zeigen, dass er keine Brüche hat", sagte er weiter.

Die Unfallaufnahmen zeigen, dass beim Anbremsen zu Kurve 13 schlagartig das Heck des Toro Rosso ausbrach und Sainz innen in die Streckenmauer knallte. Der Bremsvorgang gilt an dieser Stelle als besonders knifflig, weil die Piloten mit über 300 km/h um einen Linksknick schießen, dabei ihre Auto aber für die direkt im Anschluss folgende Rechtskurve positionieren müssen. Die Belastung liegt also noch auf dem rechten Vorderrad.

Bei dem Einschlag in die Mauer wurde sofort die linke Vorderradaufhängung und der vordere Bremskreislauf zerstört. Fraglich ist, ob auch der hintere in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach dem Einschlag war Sainz nur noch Passagier. Der Spanier schlitterte in seinem Auto geradeaus und knallte mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbarriere. Zum Glück sind an dieser Stelle die weichen Tecpro-Schutzwände positioniert, die einen Unfall weicher abfedern. Tecpro sind legoartig verschachtelte Plastikklötze, die selbst bei einem Frontalaufprall mit 200 km/h auf wenig Platz eine Überlebenschance bieten.

Durch das hohe Tempo buddelte sich Sainz direkt unter die Schutzwände ein. Entsprechend brauchten die Rettungskräfte und Streckenposten, bis sie den Youngster bergen konnten. Ein Problem war, dass durch die Erschütterung die Funkverbindung zum Kommandostand zusammenbrach.

Tost hält es für nicht ausgeschlossen, dass Sainz sogar am Rennen teilnehmen kann. "Die Ärzte müssen entscheiden, ob er eine Nacht im Krankenhaus bleiben muss. Wenn Carlos zurückkommt, werden wir ihn fragen, ob er bereit ist. Wir werden ihn aber sich nicht drängen."

Ergebnis rückt in den Hintergrund

Das Resultat des dritten Freien Trainings, das nach dem Sainz-Unfall komplett abgebrochen wurde, war nicht mehr als eine Randnotiz. Bis zur Roten Flagge führte Nico Rosberg in 1:38.561 Minuten das Feld vor Valtteri Bottas (+ 0,726 Sek.) und Lewis Hamilton (+ 0,802 Sek.) an.

Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis lassen sich aber nicht ziehen. Die Teams spulten in der dritten Einheit unterschiedliche Programme ab, nachdem der gestrige Freitag ins Wasser fiel. Vor dem Qualifying haben die Ingenieure bislang nur wenige Daten für das Setup und Reifenverständnis gesammelt.

Sergio Perez landete in der verkürzten Session im Force India auf der vierten Posititon vor Felipe Massa und Nico Hülkenberg. Sebastian Vettel beendete das Training auf der 16. Position.

GP Russland 2015: Ergebnis Training 3

Fahrer Team Zeit / Rückstand Runden
1. Nico Rosberg Mercedes 1:38.561 Min. 15
2. Valtteri Bottas Williams + 0.726 Sek. 17
3. Lewis Hamilton Mercedes + 0.802 13
4. Sergio Perez Force India + 1.055 14
5. Felipe Massa Williams + 1.314 14
6. Nico Hülkenberg Force India + 1.356 14
7. Jenson Button McLaren + 2.020 12
8. Pastor Maldonado Lotus + 2.206 13
9. Fernando Alonso McLaren + 2.639 11
10. Felipe Nasr Sauber + 2.668 14
11. Daniil Kvyat Red Bull + 2.797 15
12. Kimi Räikkönen Ferrari + 3.736 11
13. Romain Grosjean Lotus + 3.810 14
14. Marcus Ericsson Sauber + 3.889 14
15. Carlos Sainz Jr. Toro Rosso + 4.122 19
16. Sebastian Vettel Ferrari + 4.125 11
17. Max Verstappen Toro Rosso + 4.528 16
18. Daniel Ricciardo Red Bull + 4.786 14
19. Roberto Merhi Manor + 8.206 19
20. Will Stevens Manor + 8.688 18
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