GP Singapur 2015 (Qualifying)

Erste Ferrari-Pole für Vettel

Sebastian Vettel - GP Singapur 2015 Foto: xpb 63 Bilder

Sebastian Vettel steht beim GP Singapur auf Pole Position. Die Mercedes-Serie ist damit nach 23 Rennen auf dem ersten Startplatz durchbrochen. Der beste Silberpfeil steht nur auf Rang 5. Für Vettel war es die erste Pole Position im Ferrari.

Mercedes ist doch zu schlagen! Nach den schwachen Trainingsleistungen gab es im Qualifying von Singapur am Samstag (19.9.2015) die erwartete Niederlage für die Silberpfeile. Beim GP Österreich 2014 war Felipe Massa der letzte Pilot, der auf dem vordersten Startplatz nicht in einem Werks-Mercedes saß. Auch die Pole-Serie von Lewis Hamilton ist nach 7 Rennen beendet.

Vettel im Adrenalin-Rausch nach erster Ferrari-Pole

Sebastian Vettel ließ unter dem künstlichen Flutlicht keine Zweifel aufkommen. Mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung raste der Heppenheimer zu seiner ersten Pole im roten Auto. Es war die erste Ferrari-Pole seit dem Rennen in Hockenheim 2012. 60 Rennen mussten die Tifosi auf diesen Moment warten.

"Ich weiß, dass es nur Samstag war und nicht das Rennen. Aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich an einem Samstag zuletzt so viel Adrenalin hatte. Das Auto war fantastisch heute. Über den Vorsprung bin ich auch überrascht. Es hat sich aber im Cockpit nach einer guten Runde angefühlt. Wir haben eine gute Ausgangslage, aber es wird trotzdem ein schwieriges Rennen. Ich erwarte auch Mercedes stark."

Ferrari und Red Bull auf den ersten 4 Plätzen

Neben dem Deutschen startet am Sonntag sein alter Red Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo im Red Bull von Rang 2. Das Ex-Team von Vettel präsentierte sich wie erwartet stark, am Ende konnte man aber nur einen Ferrari schlagen. "Es ist schon überraschend, dass vorne kein Mercedes zu sehen ist", grinste Daniel Ricciardo. " Wir haben seit Budapest große Fortschritte mit dem Auto gemacht. Das ist die Belohnung. Heute war Sebastian außer Reichweite. Ich hoffe, dass es morgen noch einen Platz nach vorne geht."

Kimi Räikkönen landete mit fast 8 Zehnteln Rückstand auf Teamkollege Vettel auf Rang 3 und war entsprechend enttäuscht: "Ich habe mich schon heute früh nicht mehr so wohl im Auto gefühlt. Dass es am Ende noch Platz 3 geworden ist, war fast schon eine Überraschung. Das Ziel für morgen ist es natürlich, beide Autos auf das Podium zu bringen." Neben dem zweiten Ferrari startet am Sonntag der zweite Red Bull von Daniil Kvyat.

Mercedes nur in dritter Startreihe

Die beiden Mercedes-Autos, die am Start normalerweise freie Sicht nach vorne haben, müssen sich ausnahmsweise mit der dritten Reihe zufrieden geben. Lewis Hamilton konnte sich auf Rang 5 knapp gegen Teamkollege Nico Rosberg durchsetzen. Der große Abstand von anderthalb Sekunden Rückstand zu Vettel dürfte den Verantwortlichen zu denken geben.

Teamchef Toto Wolff zeigte sich irritiert: "Der Abstand ist nicht zu erklären. Wir haben seit dem ersten Freien Training keinen richtigen Schritt nach vorne gemacht. Wir haben im Quali eine Richtung des Setups ausprobiert, die vielversprechend erschien. Das können wir jetzt ausschließen."

Rosberg hatte ebenfalls keine Erklärung für die Pleite: "Wir verstehen es nicht wirklich. Wir haben einfach viel weniger Grip als die anderen. Wir haben alles ausprobiert, aber irgendwie hat nichts wirklich geholfen." Hamilton war ebenfalls nicht viel schlauer: "Die Reifen waren Schuld, das ist klar. Ich weiß aber nicht, was wir falsch gemacht haben. Wir bekommen sie einfach nicht zum Arbeiten. Das war seltsam."

Auch Mercedes-Kundenteam Williams präsentierte sich nicht so stark wie sonst. Valtteri Bottas seht nur auf Rang 7, Felipe Massa kam auf Rang 9. Mitten ins Williams-Sandwich schob sich noch Youngster Max Verstappen im Toro Rosso bei seinem Singapur-Debüt. Teamkollege Carlos Sainz musste in der zweiten K.O.-Runde aufgeben (Platz 14), nachdem er die Mauer touchierte. Der letzte Top Ten-Platz ging an Romain Grosjean im Lotus.

Hülkenberg verpasst Top Ten

Für Nico Hülkenberg war auf Rang 11 schon nach dem zweiten Quali-Abschnitt Schluss. Eine halbe Sekunde fehlte dem Rheinländer in der entscheidenden Runde auf die Top Ten-Plätze. Immerhin konnte Hülkenberg das teaminterne Force India-Duell gewinnen. Sergio Perez landete nur auf Rang 13.

"Das war eine gute Runde von mir. Es war einfach das Limit für uns", so die nüchterne Analyse von Hülkenberg. "Es war heute schwieriger für uns als gestern. Wir hatten Probleme mit der Balance. Je besser das Auto mit den Reifen umgeht, desto leichter wird es morgen. Es wird für uns ein heißer Kampf im Mittelfeld.

GP Singapur 2015: Ergebnis Qualifying

Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:46.017 1:44.743 1:43.885
2. Daniel Ricciardo Red Bull 1:46.166 1:45.291 1:44.428
3. Kimi Räikkönen Ferrari 1:46.467 1:45.140 1:44.667
4. Daniil Kvyat Red Bull 1:45:340 1:44.979 1:44.745
5. Lewis Hamilton Mercedes 1:45.765 1:45.650 1:45.300
6. Nico Rosberg Mercedes 1:46.201 1:45.653 1:45.415
7. Valtteri Bottas Williams 1:46.231 1:45.887 1:45.676
8. Max Verstappen Toro Rosso 1:46.483 1:45.635 1:45.798
9. Felipe Massa Williams 1:46.879 1:45.701 1:46.077
10. Romain Grosjean Lotus 1:46.860 1:45.805 1:46.413
11. Nico Hülkenberg Force India 1:46.669 1:46.305
12. Fernando Alonso McLaren-Honda 1:46.600 1:46.328
13. Sergio Perez Force India 1:46.576 1:46.385
14. Carlos Sainz Toro Rosso 1:46.465 1:46.894
15. Jenson Button McLaren-Honda 1:46.891 1:47.019
16. Felipe Nasr Sauber 1:46.965
17. Marcus Ericsson Sauber 1:47.088
18. Pastor Maldonado Lotus 1:47.323
19. Will Stevens Manor F1 1:51.021
20. Alexander Rossi Manor F1 1:51.523
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