GP Singapur

Taktik verfälscht den Rennspeed

Paul di Resta GP Singapur 2011 Foto: Wolfgang Wilhelm 53 Bilder

Die Liste der schnellsten Rennrunden täuscht. Paul di Resta, Nico Rosberg, Adrian Sutil und Sergio Perez liegen in dieser Wertung im Hinterfeld. Trotzdem landeten alle vier in den Punkterängen. Ihre Zweistopptaktik verfälscht das Bild.

Normalerweise erzählt der Blick in die Liste der schnellsten Rennrunden die Geschichte eines Grand Prix. In Singapur könnte man anhand der Rekordrunden der einzelnen Fahrer glauben, dass Paul di Resta, Nico Rosberg, Adrian Sutil und Sergio Perez ferner liefen mitgefahren sind. Irgendwo im hinteren Mittelfeld, ohne Chancen auf WM-Punkte. Tatsächlich belegten die fünf Fahrer die Plätze 6, 7, 8, 10 und 13.

Strategie beeinflusst Rundenzeiten

In der Wertung der schnellsten Rennrunden rangiert Paul di Resta nur auf Platz 15. Noch schlechter sind Nico Rosberg (16.), Adrian Sutil (17.) und Sergio Perez (18.) platziert. Der Bestwert von Paul di Resta war um 5,75 Sekunden langsamer als die absolute Topzeit von Jenson Button. ToroRosso-Pilot Sebastian Buemi dagegen markierte die siebtschnellste Rennrunde. Um 2,1 Sekunden schneller als di Resta. Aber der Schweizer landete nur auf Rang 12 im Gesamtklassement. Auch Michael Schumacher liegt vor dem Quartett. Dabei war der Altmeister bereits in der 29. von 61 Runden ausgeschieden. Lotus-Pilot Heikki Kovalainen kann ebenfalls von sich behaupten, dass er zeitweise schneller war als die Fahrer in den Punkterängen.
Die riesigen Zeitabstände sind das Resultat unterschiedlicher Rennstrategien. Es finden sich kaum zwei Fahrer, die in den 61 Runden die gleiche Reifenabfolge gewählt haben. Es gab Zweistopper (di Resta, Sutil, Perez, Barrichello, d‘Ambrosio), Dreistopper (Vettel, Button, Webber, Alonso, Rosberg, Maldonado, Buemi, Kovalainen, Petrov) und solche, die aufgrund von Strafen, Reifenplatzer oder abgetrennten Frontflügeln Stammgast in der Boxengasse waren. Felipe Massa stoppte vier-, Lewis Hamilton fünf Mal.

Die Gruppe di Resta, Rosberg, Sutil, Perez und Barrichello wickelte schon früh im Rennen ihren Reifenwechsel ab. Das SafetyCar diktierte ihnen die Taktik. Der Fünferpulk musste mit mit dem letzten Satz 32 Runden überleben. Alle hatten für die zweite Rennhälfte den den härteren der beiden Reifentypen gewählt. Trotzdem eine große Aufgabe. Singapur zählt zu den Strecken mit dem höchsten Reifenverschleiß. Deshalb waren von dieser Gruppe am Ende des Rennens keine Rekordrunden zu erwarten.

Di Resta schnellster Reifenschoner

Tatsächlich stiegen die Rundenzeiten zum Schluss dramatisch an. Di Resta fuhr in den letzten vier Runden um bis zu acht Sekunden pro Runde langsamer als die Spitze, die mit den Reifen der Marke "supersoft" unterwegs war. Mark Webber, Jenson Button und Sebastian Vettel hatten in den Runden 47, 48 und 49 ihren letzten Boxenstopp abgespult. Ihre Sohlen waren vergleichsweise neu, als das abnehmende Benzingewicht schnelle Runden erlaubte. Unter denen, die mit ihren Reifen haushalten mussten, fuhr Paul di Resta die schnellsten Rundenzeiten. Das stellt dem Schotten ein exzellentes Zeugnis aus. Lewis Hamilton hatte er kampflos ziehen lassen. "Der war sowieso schneller." Di Resta schonte lieber seine Reifen, statt sie in einem sinnlosen Duell zu verheizen.

Nico Rosberg bezahlte für einen "Abstimmungsfehler", wie er es nannte. Der Mercedes-Pilot hatte im Motormanagement den falschen Modus gewählt. Der entscheidet, wie der Auspuff in den Momenten des Gaswegnehmens in den Diffusor bläst. Da es seit Valencia verboten ist, die Motorkennfelder zwischen Training und Rennen zu ändern, musste Rosberg mit der Fehleinstellung 61 Runden lang leben. Das ging auf den Reifenverschleiß. "Das Heck ist nur gerutscht. Ich hatte alle Hände voll zu tun, Sutil und Perez hinter mir zu halten", stöhnte der Deutsche. 

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