Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien 2020 - Barcelona Wilhelm
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 14. August 2020
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 14. August 2020
Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 14. August 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 14. August 2020 68 Bilder

GP Spanien 2020 - Ergebnis 2. Training

Hamilton dominiert in Barcelona

Mercedes fährt auf eine schnelle Runde in einer eigenen Liga. Lewis Hamilton drehte die teaminterne Rangfolge im Vergleich zum Vormittag um. Im Mittelfeld hatte Renault die Vorherrschaft am heißen Freitagnachmittag von Barcelona.

Das Ergebnis des zweiten Trainings gleicht dem des ersten. Mercedes vorweg, Red Bull mit Respektabstand dahinter. Doch dieses Mal führte nicht Valtteri Bottas das Klassement an, sondern der sechsfache Titelträger. Bei Lufttemperaturen von mehr als 30 Grad brannte der WM-Führende Lewis Hamilton eine Rundenzeit von 1:16.883 Minuten in den heißen Asphalt. Der Vorjahressieger schwitzte im Cockpit. "Das Wetter killt einen. Für die Fahrer ist es anstrengend, und für die Reifen noch vielmehr. Insgesamt war es ein guter Tag für uns."

An die Bestzeit des Vormittages kam Hamilton nicht ganz heran. Es fehlte ihm ein Zehntel. Die Erklärung: Die Sonne erhitzte das Asphaltband am Nachmittag auf teilweise über 50 Grad – zehn Grad mehr als bei den Soft-Runs im ersten Training. Damit ging die Tagesbestzeit an Valtteri Bottas, der sich in den zweiten 90 Minuten hinter dem Stallrivalen einsortierte.

Hamilton distanziert Bottas

Der Finne wagte nach einer halben Stunde im zweiten Training als erster Fahrer im Feld einen Versuch auf der weichsten Mischung des Rennwochenendes. Das ist die Sorte C3 aus dem Pirelli-Regal. Im ersten Abschnitt trennten die Silberpfeile nur ein paar Tausendstel. Doch im Mittel- und Schlusssektor öffnete sich die Schere – zugunsten von Hamilton. Auf der 4,655 Kilometer langen Runde sammelte Bottas einen Rückstand von 0,287 Sekunden an. "Für mich lief das erste Training besser. Im zweiten hatte ich mehr zu kämpfen."

In der Qualifikation werden die Mercedes außer Konkurrenz fahren. Das ist bereits nach zwei Trainingssitzungen klar. Max Verstappen wird es maximal auf den dritten Startplatz schaffen. Alles andere wäre eine große Überraschung. Im zweiten Training belegte Red Bulls Sperrspitze den dritten Platz. Der Rückstand im Vergleich zum Vormittag schrumpfte nur marginal. Verstappen lag 0,821 Sekunden zurück.

Der WM-Zweite muss in den Rückspiegel schauen. Dort lauert Ex-Teamkollege Daniel Ricciardo. Der siebenfache GP-Sieger steuerte seinen Renault auf den vierten Platz. Verstappen ist in Reichweite. Ricciardo büßte rund eineinhalb Zehntelsekunden ein. Der Red Bull ist vor allem im ersten Streckenabschnitt schnell. Im rund 21 Sekunden langen Sektor mit drei Kurven zählt vor allem Motorleistung. Verstappen erzielte dort die schnellste Durchgangszeit.

Das deutet daraufhin, dass Honda wie üblich am Freitag schon mehr Motorleistung freigegeben hat als Mercedes. In den Longruns machte Red Bull eine bessere Figur als auf eine Runde. Da könnte Mercedes wieder unter Druck geraten. Das sehen auch die Fahrer so. "Es sah in den Longruns nach einer engen Kiste mit Red Bull aus."

Max Verstappen - Red Bull - GP Spanien 2020 - Barcelona
Wilhelm
Max Verstappen könnte im Rennen zur Gefahr für Mercedes werden.

Buntes Mittelfeld in Barcelona

Zwei Mercedes, ein Red Bull und ein Renault: Dahinter mischte sich das Mittelfeld bunt durch. Ricciardo distanzierte es um zweieinhalb Zehntel. Dem Mann aus Perth folgten ein Haas, ein Ferrari, ein McLaren, ein Racing Point, der zweite Renault und ein Alpha Tauri. Romain Grosjean bestätigte die Form des Vormittages. Der Franzose schob sich sogar um eine Position nach vorn auf den fünften Rang. Der Haas VF-20 und der Circuit de Barcelona-Catalunya harmonierten am Trainingsfreitag. Offenbar hat der US-Rennstall das passende Aero-Paket für die Kombination aus langsamen, mittelschnellen und schnellen Kurven. Und der schwächelnde Ferrari-Motor hemmt weniger als zuletzt in Silverstone.

Außerdem scheint Haas weniger Probleme mit der Hitze zu haben. Das Training endete für Grosjean jedoch mit einem Dämpfer. Zehn Minuten vor Schluss quittierte offenbar der Ferrari-V6 den Dienst. Teamkollege Kevin Magnussen hielt durch, hatte aber wieder nicht die Geschwindigkeit des Schwesterautos. Irgendwas muss am Rennwagen mit der Startnummer 20 faul sein. Anders lässt sich der Unterschied von 0,6 Sekunden oder elf Positionen nicht erklären.

Ferrari reihte sich hinter dem Kundenauto ein. Charles Leclerc war im zweiten Training fast drei Zehntel schneller als Sebastian Vettel. Der Unterschied in der Rundenzeit machte auf der Strecke sechs Plätze aus. Der viermalige Titelträger verlor vor allem im zweiten und dritten Sektor. In der Zielschikane schien die Linienwahl noch nicht zu passen, und das Heck zu lose.

Esteban Ocon muss sich strecken, um Daniel Ricciardo nicht entwischen zu lassen. Im zweiten Training war der Franzose klar langsamer. Ocon erklärte es am Funk mit einem widerspenstigen Heck. Er vermisste Stabilität. Deshalb reichte es nur für die neunte Position. Davor schoben sich noch Carlos Sainz im McLaren und Sergio Perez im Racing Point.

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 14. August 2020
F1/FIA
Charles Leclerc war wieder der schnellere Fahrer im Ferrari-Lager.

Neues Chassis für Sainz

Nach den Kühlproblemen von Silverstone hat Sainz von seinem Team ein neues Chassis bekommen. "Eigentlich war der Wechsel erst für Spa geplant. Doch wir wollten ausschließen, dass das Chassis und die daran hängenden Kühler mit den Problemen zu tun hatten", berichtete Teamchef Andreas Seidl. Trotzdem lief der Motor zu heiß. "Es besteht immer noch eine Diskrepanz zwischen den Autos. Deshalb muss ich mit offenerer Verkleidung fahren. Das kostet hier einiges an Rundenzeit", klagt der Spanier.

Racing Point wird noch zulegen müssen. Eigentlich sollte die Strecke von Barcelona zu den pinken Autos passen. Es ist viel Abtrieb gefragt. Und das ist nach dem Geschmack der Mercedes-Kopie des Vorjahres. Alfa Romeo gibt weiter eine traurige Figur ab. Am Trainingsfreitag war nur Williams langsamer. George Russell klagte über fehlenden Grip. "Ich fahre wie auf Eis." Deshalb war Teamkollege Nicholas Latifi schneller.

GP Spanien 2020: Ergebnis 2. Training

Fahrer Team Zeit Rückstand Runden
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:16.883   37
2. Valtteri Bottas Mercedes 1:17.170 +0.287s 38
3. Max Verstappen Red Bull 1:17.704 +0.821s 33
4. Daniel Ricciardo Renault 1:17.868 +0.985s 34
5. Romain Grosjean Haas 1:18.133 +1.250s 29
6. Charles Leclerc Ferrari 1:18.147 +1.264s 35
7. Carlos Sainz McLaren 1:18.214 +1.331s 33
8. Sergio Perez Racing Point 1:18.293 +1.410s 39
9. Esteban Ocon Renault 1:18.303 +1.420s 40
10. Pierre Gasly Alpha Tauri 1:18.312 +1.429s 40
11. Lance Stroll Racing Point 1:18.357 +1.474s 39
12. Sebastian Vettel Ferrari 1:18.404 +1.521s 36
13. Alexander Albon Red Bull 1:18.491 +1.608s 35
14. Lando Norris McLaren 1:18.506 +1.623s 38
15. Daniil Kvyat Alpha Tauri 1:18.642 +1.759s 39
16. Kevin Magnussen Haas 1:18.761 +1.878s 36
17. Kimi Räikkönen Alfa Romeo 1:18.900 +2.017s 42
18. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo 1:18.964 +2.081s 40
19. Nicholas Latifi Williams 1:19.155 +2.272s 32
20. George Russell Williams 1:19.391 +2.508s 38
Fahrer Team Zeit Rückstand Runden
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:16.883   37
2. Valtteri Bottas Mercedes 1:17.170 +0.287s 38
3. Max Verstappen Red Bull 1:17.704 +0.821s 33
4. Daniel Ricciardo Renault 1:17.868 +0.985s 34
5. Romain Grosjean Haas 1:18.133 +1.250s 29
6. Charles Leclerc Ferrari 1:18.147 +1.264s 35
7. Carlos Sainz McLaren 1:18.214 +1.331s 33
8. Sergio Perez Racing Point 1:18.293 +1.410s 39
9. Esteban Ocon Renault 1:18.303 +1.420s 40
10. Pierre Gasly Alpha Tauri 1:18.312 +1.429s 40
11. Lance Stroll Racing Point 1:18.357 +1.474s 39
12. Sebastian Vettel Ferrari 1:18.404 +1.521s 36
13. Alexander Albon Red Bull 1:18.491 +1.608s 35
14. Lando Norris McLaren 1:18.506 +1.623s 38
15. Daniil Kvyat Alpha Tauri 1:18.642 +1.759s 39
16. Kevin Magnussen Haas 1:18.761 +1.878s 36
17. Kimi Räikkönen Alfa Romeo 1:18.900 +2.017s 42
18. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo 1:18.964 +2.081s 40
19. Nicholas Latifi Williams 1:19.155 +2.272s 32
20. George Russell Williams 1:19.391 +2.508s 38
Mehr zum Thema GP Spanien (Formel 1)
Charles Leclerc - Ferrari - Sergio Perez - Racing Point - GP Ungarn 2020
Aktuell
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Spanien 2020 - Barcelona
Aktuell
Charles Leclerc - Ferrari - GP Spanien 2020 - Barcelona
Aktuell