Lewis Hamilton - Mercedes - GP Steiermark 2020 - Spielberg Wilhelm
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Steiermark 2020 - Spielberg - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Steiermark 2020 - Spielberg - Rennen
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GP Steiermark 2020 - Ergebnis Rennen

Souveräner Sieg von Hamilton

Nach dem verpatzten Auftakt hat Lewis Hamilton im zweiten Spielberg-Rennen zurückgeschlagen.Valtteri Bottas sicherte Mercedes im Schlussspurt den Doppelsieg vor Max Verstappen im Red Bull. Ferrari kegelte sich gegenseitig raus.

Bislang führten Lewis Hamilton und Spielberg keine wirkliche Liebesbeziehung. Nur einmal konnte der Mercedes-Fahrer auf dem Red Bull-Ring gewinnen. Bis jetzt. Beim zweiten Saisonrennen der Formel 1 sicherte sich der Titelverteidiger in der Steiermark souverän den Sieg. Es war sein 85. im 252. Grand Prix. Damit nähert er sich in der ewigen Bestenliste weiter Rekordträger Michael Schumacher (91).

Hamilton münzte seine Pole-Position am Start in die Führung um und trat den Spitzenplatz nur zwischenzeitlich an den Teamkollegen ab, der als letzter Pilot der Führungsgruppe die Reifen wechselte. Der Sieger ließ seine Softreifen in der 27. Runde wechseln und brachte das Rennen auf der Medium-Garnitur zu Ende. Ab der 35. Runde führte Hamilton wieder und baute kontinuierlich den Vorsprung auf Max Verstappen hinter ihm aus.

"Das Auto war großartig, die Strategie auf den Punkt. Ich musste nur alles zusammenhalten, auf den Randsteinen aufpassen und den Sieg nach Hause bringen. Es war gut, nach dem schwierigen Auftakt direkt zurückzuschlagen", bilanzierte Hamilton.

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Steiermark - Österreich - Spielberg - 10. Juli 2020
Motorsport Images
In der Schlussphase machte Bottas den Mercedes-Doppelsieg perfekt.

Bottas an Verstappen vorbei

Verstappen hielt nur anfangs mit. Je näher der Boxenstopp rückte, desto weiter zog ihm Hamilton davon. "Uns fehlt im Vergleich zu Mercedes noch Geschwindigkeit", meinte der 22-Jährige. Mit einem früheren Reifentausch versuchten die Red Bull-Strategen, wenigstens den zweiten Platz gegen den zweiten Mercedes abzusichern. Was zunächst klappte, ging am Ende nicht mehr auf.

Valtteri Bottas spielte in der Schlussphase seine frischeren Mediumreifen aus. Den ersten Angriff wehrte Verstappen im RB16 noch mit einem waghalsigen Manöver ab. Die zweite Attacke hingegen glückte Bottas. Dieses Mal ließ er sich nicht in der vierten Kurve auskontern. Verstappen kämpfte vergebens mit demoliertem Frontflügel und abgefahrenen Reifen. "Ich wollte es ihm so schwer wie möglich machen, wusste aber, dass er mich irgendwann kriegen wird."

In der 67. Runde war es dann soweit. Der Finne errang den zweiten Platz, obwohl auch er mit einem leicht angeschlagenen Auto fuhr. Ein Deflektor im Heck war kaputt. Gegen den Teamkollegen war er dieses Mal chancenlos. Trotzdem verteidigte Bottas die WM-Führung. "Es ging für mich nach dem vierten Startplatz heute nur um Schadensbegrenzung. Das ist mir gelungen", sagte der zweitplatzierte Mercedes-Pilot.

Nachdem er zurückgefallen war, wollte sich Verstappen wenigstens noch den Extra-Punkt für die schnellste Rennrunde sichern. Doch Red Bull hatte Carlos Sainz im McLaren nicht auf der Rechnung. Der Spanier ergatterte den Zusatzpunkt und verdoppelte sein Konto an diesem Tag. Für Verstappen blieb das Podest und 15 WM-Zähler als Trost. Es sind nach dem Ausfall in der Vorwoche die ersten für ihn in diesem Jahr.

Fotofinish im Mittelfeld

Alexander Albon fuhr ein unauffälliges Rennen und holte im zweiten Red Bull den vierten Platz. Im letzten Drittel musste sich der Thailänder gegen den heranstürmenden Racing Point von Sergio Perez wehren. Der pinke RP20 ist das drittschnellste Auto im Feld. Perez startete nach einem verkorksten Qualifying im Regen nur auf Position 17. Nach fünf Runden war der Mexikaner bereits Elfter.

Mit weiteren Überholmanövern und einem späteren Stopp arbeitete sich Perez bis auf den fünften Platz vor. Der Angriff auf Albon in Kurve vier in der vorletzten Runde endete mit einer Kollision. Sie kostete Perez den Frontflügel, der lose am Auto hängenblieb. Daraufhin musste er verlangsamen.

Davon profitierte Lando Norris, der sich den Racing Point auf den letzten Metern noch schnappte. Im Fotofinish behauptete Perez gerade noch so den sechsten Platz vor Teamkollege Lance Stroll und Daniel Ricciardo im Renault.

Norris konnte den Grand Prix nur unter Schmerzmitteln fahren. Es zwickt im Rücken. Bislang sind die Mediziner ratlos, was dem Engländer genau fehlt. Seine tapfere Fahrt bringt ihm nach dem dritten Platz zum Auftakt weitere zehn Punkte. McLaren bleibt hinter Mercedes Zweiter in der Team-WM. Die Top 10 komplettierten Carlos Sainz, dem ein verpatzter Boxenstopp ein besseres Ergebnis kostete, und Danil Kvyat im Alpha Tauri.

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Steiermark 2020 - Spielberg
xpb
Sebastian Vettel wurde von Teamkollege Charles Leclerc abgeschossen.

Leclerc schießt Vettel ab

Ferrari erlebte in Spielberg den Supergau. An einem Wochenende, an dem weder im Trockenen noch im Nassen etwas zusammenlief, kegelten sich die Piloten auch noch gegenseitig raus. Die Schuldfrage war schnell geklärt. Charles Leclerc verschätzte sich kurz nach dem Start und torpedierte Sebastian Vettel in der dritten Kurve.

Das rote Auto mit der Startnummer 16 traf den zweiten roten Rennwagen auf der rechten Seite, stieg auf und riss Vettels Ferrari den Heckflügel ab. Der Heppenheimer schleppte seinen zerstörte Ferrari noch bis in die Garage. Leclerc wechselte zunächst noch die Reifen, musste wenig später aber auch sein Auto abstellen. Der Unterboden war auf der linken Seite zu stark beschädigt. Es wäre zu gefährlich gewesen, in diesem Zustand weiterzufahren.

"Ich habe mich bei Sebastian entschuldigt. Ich bin über mich selbst enttäuscht. Ich habe mich völlig verschätzt", erklärte Leclerc. Teamchef Mattia Binotto verzichtete auf eine öffentliche Standpauke: "Es ist nicht die Zeit, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Wir müssen zusammenstehen und schnell Fortschritte erzielen." Ferrari ist derzeit eine Großbaustelle.

GP Steiermark - Ergebnis Rennen

Fahrer Auto Zeit/Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:22:50.683
2. Valtteri Bottas Mercedes +13.719s
3. Max Verstappen Red Bull +33.698s
4. Alexander Albon Red Bull +44.400s
5. Lando Norris McLaren +61.470s
6. Sergio Perez Racing Point +62.387s
7. Lance Stroll Racing Point +62.453s
8. Daniel Ricciardo Renault +62.591s
9. Carlos Sainz McLaren +1 Runde
10. Daniil Kvyat Alpha Tauri +1 Runde
11. Kimi Räikkönen Alfa Romeo +1 Runde
12. Kevin Magnussen Haas +1 Runde
13. Romain Grosjean Haas +1 Runde
14. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo +1 Runde
15. Pierre Gasly Alpha Tauri +1 Runde
16. George Russell Williams +2 Runden
17. Nicholas Latifi Williams +2 Runden
18. Esteban Ocon Renault Ausfall
19. Charles Leclerc Ferrari Ausfall
20. Sebastian Vettel Ferrari Ausfall
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