GP Türkei

Deutsche Formkrise

Foto: Daniel Reinhard 50 Bilder

Unfälle, Nullnummern und starke Konkurrenz im eigenen Lager: Michael Schumachers Erben kommen mit Ausnahme von Nick Heidfeld in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt.

Selbst Nick Heidfeld, der "Oldie" des Kennzeichen-D-Quintetts, liegt in der Fahrerwertung schon zwei Ränge hinter seinem drittplatzierten polnischen BMW-Sauber-Gefährten Robert Kubica. "Der Teamkollege ist immer der erste Maßstab. Es ist wichtig ihn zu schlagen, was offensichtlich im Moment schwieriger ist als in etlichen Jahren zuvor", sagte der 30- jährige Heidfeld am Donnerstag in Istanbul.

Kurzarbeiter Vettel

Während Nico Rosberg zumindest nicht um seinen Nummer-1-Eins-Status bangen muss, stehen Timo Glock und Adrian Sutil ganz im Schatten ihrer Rivalen im eigenen Rennstall. Die verheerendste Bilanz vor dem Großen Preis der Türkei an diesem Sonntag weist aber ausgerechnet der zum "Baby-Schumi" auserkorene Sebastian Vettel vor: In keinem der bisherigen vier Rennen kam der 20-Jährige ins Ziel.

"Wir haben in den ersten vier Rennen hart gearbeitet und im Winter auch, aber es hat sich bisher nicht ausgezahlt. Also müssen wir weiter warten", so der Heppenheimer Toro Rosso-Pilot. 39 von 237 möglichen Runden drehte Vettel in dieser Saison. Minusrekord 2008. In der offiziellen Fahrerwertung taucht der Twen nicht einmal auf. An die Türkei hat Vettel aber gute Erinnerungen: 2006 ließ er bei seinem Trainingsdebüt die Konkurrenz inklusive Schumacher hinter sich.

Glock: Konkurrenz im eigenen Team

Landsmann Glock hatte sich seine Rückkehr in den Rennboliden der Königsklasse auch anders vorgestellt. Kein Punkt, zwei Ausfälle und gegen Toyota-Team-Kollege Jarno Trulli aus Italien im Hintertreffen. Zudem macht die weitere Konkurrenz dem in Köln-Marsdorf beheimateten japanischen Rennstall zu schaffen. "Wir müssen schauen, dass wir den Anschluss nicht verlieren, weil Renault im Moment ziemlich stark aussieht. Da müssen wir uns wieder davor stellen. Das muss unser erstes Ziel fürs Wochenende sein", betonte der Wersauer Glock.

Kritik blieb an den Leistungen der deutschen PS-Piloten bislang so gut wie aus. Stattdessen stärkte Vijay Mallya, Team-Mitbesitzer von Force India, seinem Fahrer den Rücken. "Adrian Sutil hatte nicht allzuviel Glück", sagte der indische Milliardär über den 25-Jährigen aus dem bayrischen Gräfelfing. "Es zeigt einfach, dass das Team zu mir hält. So muss es sein. Schließlich arbeiten wir im Team und jeder hat einmal einen Durchhänger und schwierige Zeiten, vielleicht ein bisschen mit Pech verbunden", meinte Sutil in Istanbul. In den bisherigen vier Saisonrennen kam er dreimal nicht ins Ziel, zuletzt kollidierte der Bayer in der ersten Runde mit Landsmann Vettel.

Auch für den Filius des finnischen Formel-1-Weltmeister von 1982, Keke Rosberg, läuft nicht alles wie geschmiert. Von Teampartner Kazuki Nakajima aus Japan geht zwar keine Gefahr aus, doch Nico Rosberg erlebt derzeit eine Berg- und Talfahrt. In Australien noch seine Podestpremiere als Dritter, folgte im dritten Rennen immerhin Rang acht. Dazwischen lag Platz 14 in Malaysia, zuletzt schied er gar aus.

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