GP Türkei

Eklat bei Siegerehrung

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Der Auftritt des Präsidenten Nordzyperns bei der Siegerehrung zum Großen Preis der Türkei sorgt für diplomatische Spannungen. Die Motorsport-Hoheit FIA fürchtet um ihre politische Neutralität und untersucht nun den Vorfall.

Felipe Massa wird es wurscht sein, aber nach dem Champagner-Rausch des kleinen Brasilianers folgte auf die Siegerehrung in Istanbul ein massiver Kater - und zwar aus politischen Gründen.

Die Übergabe des Siegerpokals erledigte niemand Geringeres als Mehmet Ali Talat, der gemäß eines Berichts der "BBC" als Präsident der Türkischen Republik Nordzypern vorgestellt wurde. Der Auftritt sorgte für Vertimmung in der Südhälfte Zyperns, denn die sogenannte Türkische Republik im Norden wird - außer von der Türkei - von keinem anderen Staat anerkannt.

"Unakzeptabel und provokativ"

"Die zyprische Regierung verurteilt dieses unakzeptable und provokative Theater", sagt Parlamentssprecher Christodoulos Pashardis. "Herr Talat ist weder türkischer Staatsbürger, noch ein Repräsentant des ausrichtenden Landes, der Türkei, als der er als Überbringer des Siegerpokals eingeladen werden könnte."

Die FIA will sich nun mit dem Vorfall befassen. "Politische Neutralität ist ein fundamentaler Punkt in der Rolle der FIA als Dachverband des internationalen Motorsports. Kompromisse oder Verletzungen dieser Neutralität sind nicht akzeptabel", heißt es in einem Statement aus Paris. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen auf der nächsten FIA-Weltratssitzung präsentiert werden.

FIA versteht keinen Spaß

Die Sportbehörde versteht in Punkto Podiumszeremonie keinen Spaß. Als 1997 in Jerez ein lokaler Bürgermeister das Treppchen betreten wollte, drohte die FIA, dass die andalusische Rennstrecke nie wieder ein Formel 1-Rennen austragen dürfte.

Der nördliche Teil Zyperns ist seit den Siebziger Jahren von der türkischen Armee besetzt. Talat, der im vergangenen Frühjahr mit großer Mehrheit von den Nord-Zyprern zum Präsidenten gewählt wurde, unterstützt den Vereinigungs-Plan von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Der autonome griechische Teil der Insel im Süden lehnt den Plan ab.

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