GP Türkei

Rot in Not

Foto: dpa

Ferrari hat weiterhin ein massives Reifenproblem. Die Roten gehen ohne Chance in das Rennen in Istanbul. Statt aufzuholen, bewegen sich die Weltmeister rückwärts.

Michael Schumacher mochte das Wort Bridgestone nicht in den Mund nehmen, doch auch ihm gehen die diplomatischen Floskeln aus, um den Reifenpartner aus der Schusslinie zu nehmen. Auf die Frage, ob die schwache Vorstellung von Ferrari in Istanbul mit den Reifen zusammenhinge, sagte er: "Das Problem ist sicherlich in diesem Bereich zu suchen. Ansonsten haben wir nichts am Auto verändert."

Den Reifen, den das Team gern in die Türkei gebracht hätte, bekam man für die Hochgeschwindigkeitspiste in der Türkei nicht standfest genug. Es war der Typ, der zur Pole Position und Rang zwei in Budapest verholfen hatte. So musste man sich mit der Version begnügen, die schon in Magny Cours zu zu einer blassen Vorstellung führte.

Der Dreher in der Qualifikation basierte auf mehreren Ursachen. Der Wind hatte sich gegenüber dem freien Training geändert. "Ich habe eigentlich nichts anders gemacht als vorher", sagte ein ratloser Schumacher. Dazu ist die Piste in Istanbul jenseits der Ideallinie enorm schmutzig. Wer einen halben Meter von der sauberen Spur abkommt, ist verloren. Schließlich kämpfte Schumacher mit harten Reifen, die eigentlich mehrere schnelle Runden benötigten, um auf Temperatur zu kommen.

Doch die mildernden Umstände reichen als Entschuldigung nicht aus. Alle Fahrer hatten mit den äußeren Bedingungen zu kämpfen, alle fuhren auf harten Reifen. "Wir sind bei der Auswahl vielleicht sogar ein wenig zu konservativ vorgegangen", sagt McLaren-Chef Ron Dennis.

Start aus der Boxengasse?

Michael Schumacher winkt ab: "Wir wären hier weder auf weich noch auf hart schnell genug gewesen. Wir sind viel zu langsam." Statt nach Ungarn weitere Fortschritte zu machen, fällt Ferrari weiter zurück. Kein Ferrari liegt in den Top Ten. Barrichello ist Elfter, Schumacher müsste von Startplatz 17 aus ins Rennen gehen, wenn Technik-Chef Ross Brawn nicht eine andere Variante wählt: Er schickte Schumacher mit wenig Sprit ins Qualifying. Dementsprechend sah die Zwischenzeit bis zum Fahrfehler im Vergleich zu Barrichello deutlich besser aus.

Bei einem Start von hinten macht ein leerer Tank nur wenig Sinn. Sollte Schumacher aus der Boxengasse starten, dürfte er vorher nachtanken. Der Verlust von drei Startplätzen könnte sich sogar als Joker erweisen, wenn es in der ersten Kurve kracht. "Neben der Ideallinie ist es so rutschig, das wird bestimmt ganz schön eng beim Start", prophezeiht Fernando Alonso.

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