Valtteri Bottas - Mercedes - GP Ungarn 2018 - Budapest - Rennen xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn 2018 - Budapest - Rennen
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Rennanalyse GP Ungarn 2018

Bottas spielt den Bremsklotz

Lewis Hamilton gewann den GP Ungarn. Die Schlüssel waren die Pole, ein guter Start, verbessertes Reifenmanagement und der Teamkollege. Valtteri Bottas spielte den Bremsklotz. Sebastian Vettel kam mit alternativerer Strategie auf den zweiten Platz.

Wie setzte Mercedes Bottas ein?

Valtteri Bottas hatte zwei Chancen, den GP Ungarn zu gewinnen. Er hätte auf Pole-Position fahren oder den Start gewinnen müssen. Beides glückte ihm nicht. Mercedes verfolgte eine klare Taktik, in dem Wissen, dass Ferrari auf dem Hungaroring das schnellere Auto hat. Vor allem bei einer Asphalttemperatur von bis zu 60 Grad. Wer den Start für sich entscheidet, hat Vorfahrt. Der andere muss die schnelleren Ferrari aufhalten. „Wir hätten es auch so gemacht, wenn Valtteri an Lewis vorbei gekommen wäre“, sagen die Ingenieure.

Bottas hielt Hamilton meisterhaft den Rücken frei. Der Finne gewährte keine Angriffsfläche, verschleppte das Tempo und Hamilton enteilte. Bis zur 14. Runde, als Kimi Räikkönen den ersten Boxenstopp aus der Spitzengruppe einlegte, hatte der Weltmeister bereits 6,5 Sekunden Vorsprung. Genug, um gegen jegliche Undercuts geschützt zu sein, und um die Reifen in ihrem Temperaturfenster zu halten, ohne sie zu überstrapazieren.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2018 - Budapest
Aktuell

Mercedes rief seinen finnischen Fahrer eine Runde nach Räikkönen an die Box. „Wir hatten es kommen sehen. Ferrari ließ Räikkönen auf den Ultrasofts starten und Vettel auf den Softreifen, um gegen uns taktisch etwas auszurichten.“ Im Nachhinein betrachtet hätten die Strategen Bottas lieber mindestens eine Runde länger draußen gelassen. Räikkönens Boxenstopp war mit einer Standzeit von 5,1 Sekunden zu langsam, um direkt eine Gefahr zu sein. „Wir haben uns die Frage gestellt: Was, wenn uns auch ein schlechter Stopp unterläuft? Deshalb haben wir lieber direkt reagiert. Könnten wir die Entscheidung nochmals treffen, würden wir Valtteri eine Runde länger draußen lassen.“

Der frühe Reifentausch von Ultrasoft auf Soft zwang Bottas in einen 55 Runden langen zweiten Stint. Mercedes wollte unbedingt mit einem Stopp über die Runden kommen. Wieder spielte Botts den Prellbock. Wieder fuhr er fehlerfrei. Sodass Mercedes-Teamchef Toto Wolff ihn später einen „perfekten Flügelmann“, nannte. Bottas blieb der zweite Platz nicht vergönnt. Ihm fielen in der Schlussphase die Reifen auseinander.

Wie sind die Rammstöße zu bewerten?

Bottas kämpfte in den letzten sechs Runden mit stumpfen Waffen. Vettel ergriff seine Chance mit frischeren Ultrasoftreifen. „Ich wusste, dass sie kommen würde. Irgendwann mussten seine Reifen eingehen. Ich habe es am Ende der Zielgerade probiert, und am Ausgang die bessere Traktion und das DRS ausgespielt.“ Allerdings steckte Bottas nicht zurück. Der 28-Jährige lancierte einen Verzweiflungskonter in Kurve zwei. Der Mercedes krachte ins Heck des Ferrari. Vettel hatte Glück, nicht umgedreht worden zu sein. „Ich hatte eigentlich schon mit dem Überholmanöver abgeschlossen, als er mir ins Heck fuhr. Wahrscheinlich hat er sich verschätzt und verbremst.“ Toto Wolff verteidigte: „Valtteri bremste auf der schmutzigen Spur.“

Die Rennkommissare ließen den Rammstoß durchgehen. Weil es Vettels Rennen nicht beeinträchtigte. Für ein Vergehen im vorletzten Umlauf bestraften sie Bottas jedoch mit zehn Sekunden. Der WM-Vierte traf Daniel Ricciardo und drängte ihn von der Strecke. Man muss Bottas Kampfgeist attestieren, ihn gleichzeitig aber auch kritisieren. Mit kaputtem Frontflügel war Ricciardo nicht zu halten. Mit etwas Pech hätte Bottas den Australier auch aus dem Rennen nehmen können.

Wieso war Mercedes so schnell?

Sieger Hamilton hielt nach dem Rennen fest. „Dieser Sieg ist ein Bonus auf einer Strecke, die Ferrari viel besser liegt.“ Vorjahressieger Sebastian Vettel bestimmte ab dem zweiten Training die Pace. Mercedes schwächelte auf eine Runde und auf den Longruns. Doch am Rennsonntag war von überhitzenden Reifen nichts mehr zu sehen. Hamilton erklärte es mit einem Umbau des Autos. Das Setup hatte am Freitag und sogar im dritten Training nicht gepasst. Und der 67-fache GP-Sieger führte es auf den Umstand zurück, dass „Training und Rennen nun mal verschieden seien“.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2018 - Budapest - Rennen
Wilhelm
Lewis Hamilton gewann souverän sein fünftes Saisonrennen.

Einen großen Teil trug die Fahrt in sauberer Luft bei. Deshalb riskierte es Mercedes auch nicht, auf den weichen Reifen zu starten. Die Ultrasofts sollten garantieren, vorne zu bleiben. Wer vorne fährt, kann die Reifen besser managen. Da konnte der Mercedes W09 auch mit den hohen Streckentemperaturen umgehen. Trotzdem sagt Wolff: „Freie Fahrt hilft, ist aber nicht der alleinige Grund. Die Reifen sind ein Rätsel. Mal funktionieren sie gar nicht, mal perfekt. Immerhin sehen wir, dass wir selbst bei 60 Grad Asphalttemperatur ein siegfähiges Auto haben. Das stimmt mich zuversichtlich.“

Was war bei den Ferrari-Stopps los?

Es ist immer das gleiche Spiel. Räikkönen muss herhalten, um Mercedes zu locken. Doch der erste Stopp des Finnen war wahrlich kein schneller. Die Mechaniker mussten Gummischnipsel aus den hinteren Bremsbelüftungen entfernen.

Sebastian Vettels einziger Reifentausch ging in die Hose. Der WM-Zweite rollte erst nach 4,2 Sekunden wieder los. Das linke Vorderrad ließ sich beim ersten Versuch nicht richtig auf dem Radträger befestigen, die Mechaniker mussten ein zweites Mal nachhelfen. Es ging entscheidende Zeit flöten wie in den Runden zuvor. Bis zur 35. Runde war Vettel virtuell schon Zweiter. Bottas lag über 24 Sekunden zurück. Ferrari hielt seinen Fahrer so lange draußen, wie möglich. In der Hoffnung auf ein Safety Car. „Dann hätte Vettel das Rennen gewinnen können“, sagen die Mercedes-Strategen. In den Runden vor dem Stopp geriet Vettel in den Verkehr. „Das hat mich drei bis vier Sekunden gekostet“, ärgerte sich Vettel, der über Funk die blauen Flaggen für Carlos Sainz, Romain Grosjean und Sergio Perez forderte. Mercedes reagierte blitzschnell, wies Bottas an, aufzudrehen. Es folgten zwei Rundenzeiten von 1:21.8 und 1:21.7, die dafür sorgten, dass Vettel hinter Bottas rauskam.

Hätte Vettel gewinnen können, wenn er den Mercedes in der Box überholt hätte? Die Mercedes-Strategen verneinen. Vettel sei über 25 Runden nicht an Bottas vorbeigekommen. Trotz des Reifenvorteils. Dann hätte er Hamilton schon gar nicht überflügelt.

Wieso scheiterte Verstappen?

Der Streit zwischen Red Bull und Noch-Motorenpartner Renault entgleist immer mehr. „Wir zahlen viele Millionen für ein Produkt, das weder gut noch zuverlässig ist“, schimpfte Red Bull nach dem technischen Ausfall von Max Verstappen in der fünften Runde. Vermutlich stieg die Elektromaschine MGU-K aus. Renaults Sportchef Cyril Abiteboul erklärte: „Wir haben nach Monaco auf eine verbesserte MGU-K umgestellt. Red Bull fährt sie aber nicht. Weil sie sparen wollen und der Einbau im Auto anders ist. Mit der neuen MGU-K haben wir die Temperaturen viel besser im Griff. In unseren Autos gab es keine Probleme. Aber wir können Red Bull nicht zwingen, damit zu fahren. Es ist ihre Entscheidung.“ Das zweite Kundenteam McLaren fährt wie Red Bull mit der ersten Spezifikation. „Sie wechseln mit dem nächsten frischen Motor“, sagt Renaults Sportchef.

GP Ungarn 2018: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:37.16,427 Std.
2. Sebastian Vettel Ferrari + 0:17.123 Min.
3. Kimi Räikkönen Ferrari + 0:20.101
4. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:46.419
5. Valtteri Bottas Mercedes + 0:50.000
6. Pierre Gasly Toro Rosso + 1:13.273
7. Kevin Magnussen HaasF1 + 1 Runde
8. Fernando Alonso McLaren + 1 Runde
9. Carlos Sainz Renault + 1 Runde
10. Romain Grosjean HaasF1 + 1 Runde
11. Brendon Hartley Toro Rosso + 1 Runde
12. Nico Hülkenberg Renault + 1 Runde
13. Esteban Ocon Force India + 1 Runde
14. Sergio Perez Force India + 1 Runde
15. Marcus Ericsson Sauber + 2 Runde
16. Sergey Sirotkin Williams + 2 Runde
17. Lance Stroll Williams + 2 Runde
18. Stoffel Vandoorne McLaren Ausfall
19. Max Verstappen Red Bull Ausfall
20. Charles Leclerc Sauber Ausfall
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Lewis Hamilton hat von der Pole-Position aus das 12. Saisonrennen auf dem...

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