GP Ungarn

Massa Schnellster im 2. Training

Foto: Daniel Reinhard

Ferrari vor Renault - so lautet das Ergebnis des ersten Trainingstags in Ungarn in Kurzform. Am Nachmittag setzte Felipe Massa die Bestzeit. Der Schumacher-Gehilfe im Ferrari war um 1,3 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Fernando Alonso.

Michael Schumacher ließ es gemütlich angehen: Platz acht für den siebenmaligen Weltmeister. Sein Rückstand: 2,1 Sekunden. Auch Kimi Räikkönen, der am Vormittag mit 1:21,624 die absolut beste Zeit des Tages gefahren hatte, ging am Nachmittag nicht mehr auf die Jagd nach der Bestzeit.

Ob diese Zeiten das wahre Kräfteverhältnis widerspiegeln, ist schwer zu sagen. Denn wie immer wird geheimgehalten, wer wann mit welcher Benzinmenge an Bord fuhr. Doch eine Parallele zum GP von Deutschland vor einer Woche gibt es: Auch in Hockenheim lag bereits am Freitag Ferrari in Front. Im Rennen lederten die Roten die Konkurrenz bekanntlich nach Belieben ab.

Doch Ferrari ist in Ungarn in Sorge

Beide Reifenoptionen erwiesen sich als nicht optimal: Egal ob weich oder hart, die Bridgestone-Reifen neigten zum Körnen, dem so genannten "Graining“. Ross Brawn hofft auf trockenes Wetter: "Falls es regnen sollte, würde die Piste sauber gewaschen werden. Das wäre ganz schlecht für uns.“

Eine scheinbar unumstößliche Formel 1-Regel lautet: Am Freitag steht den Testfahrern die Rolle des Platzhirsches zu. Normalerweise. Doch in Budapest lief es anders. Bester aus der Riege der so genannten Freitagsfahrer war diesmal Anthony Davidson im Honda als Vierter. Markus Winkelhock im MF1-Toyota kam mit lediglich 2,6 Sekunden Rückstand auf Massa auf Platz zwölf. Ralf Schumacher im Toyota belegte Rang sechs, Nick Heidfeld (BMW) reihte sich als Neunter ein, knapp vor dem polnischen GP-Debütanten Robert Kubica.

Mit Vergnügen dürfte Michael Schumacher zur Kenntnis genommen haben, dass es um das Nervenkostüm des in den letzten Wochen in Bedrängnis geratenen Tabellenführers Fernando Alonso offenbar nicht zum besten bestellt ist. Denn wie schon in Hockenheim ließ sich der ansonsten als höflich und besonnen bekannte Spanier zu einer gestischen Grobheit hinreißen: Alonso zeigte dem Red Bull-Testfahrer Robert Doornbos die Faust, weil er sich von dem Holländer behindert fühlte.

Damit nicht genug: Bei knapp 300 km/h versuchte er ihn einzuschüchtern, indem er ihm schwungvoll den Weg abschnitt. Die beiden Kontrahenten wurden von den Sportkommissaren nach dem Training zum Rapport zitiert.

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