Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021 xpb
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021
Carlos Sainz - Ferrari - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021
McLaren - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021
Impressionen - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021 39 Bilder

Teamcheck GP USA 2021 : Motorstrafe für Vettel

Team-Check GP USA 2021 Motorstrafe für Vettel

Wir checken die zehn Teams vor dem Grand Prix der USA auf Neuigkeiten ab. Max Verstappen fordert sein Team auf, das Auto zu verbessern, um wieder zu Mercedes aufzuschließen. Sebastian Vettel bekommt seinen vierten Motor.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Lewis Hamilton ist mit fünf Siegen in acht Rennen auf dem Circuit of the Americas der König von Austin. Ein Sieg würde ihm wieder die WM-Führung bringen. Doch Hamilton will sich nicht nur auf das nächste Rennen versteifen: "Jeder Sieg ist jetzt wichtig, nicht nur hier. Beim nächsten Rennen in Mexiko müssen wir damit rechnen, dass Red Bull überlegen sein wird." Die Mercedes-Ingenieure sehen auf dem Papier gute Chancen für das eigene Auto. Sorgen machen nur die Bodenwellen, die trotz Arbeiten an der Strecke immer noch da sind und einen Kompromiss bei der Fahrzeugabstimmung bedeuten könnten. Ein Ingenieur erzählte nach der Streckeninspektion: "Besonders schlimm sind sie in den Kurven 2, 4, 9, 10 und 13."

Die bessere Form des Autos geht Hand in Hand mit der Formsteigerung von Valtteri Bottas. "Seit drei Rennen fühle ich mich wohler im Auto", berichtet der Türkei-Sieger. An einem einzelnen Punkt kann es Bottas nicht festmachen. "Ich habe nicht das Gefühl, dass wir einen Schritt mit dem Auto gemacht haben. Das letzte Upgrade liegt ja schon eine Weile zurück. Aber wir lernen immer noch über das Auto und machen da kleine Fortschritte, wie wir es einstellen. Das Auto ist jetzt stabiler und besser ausbalanciert." Zu den Bodenwellen meint der WM-Dritte: "Beim letzten Mal 2019 waren sie am Limit. Wenn es noch mehr sein sollten, werden wir leiden. Zu viele Wellen können Kopfschmerzen verursachen." Carlos Sainz ergänzt: "Und sie stressen Auto, Motor und Getriebe mehr."

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021
F1/FIA
Lewis Hamilton ist mit fünf Erfolgen der Rekordsieger in Austin.

Ferrari

Die Startplatzstrafen hat Ferrari aus dem Weg. Jetzt können beide Piloten von den Vorzügen des neuen Hybridsystems profitieren. Ferrari geht mit 7,5 Punkten Rückstand in das Duell gegen McLaren um den dritten Platz. McLaren-Chef Andreas Seidl fürchtet, dass Ferrari für das Restprogramm das bessere Auto hat, speziell in Austin. "Unser Auto mag die langen Kurven nicht." Außerdem hat Ferrari mit dem Hybridsystem nachgelegt. Ferrari will den Fortschritt nicht quantifizieren. Das machen die Gegner, die anhand der GPS-Messungen den Anteil der Antriebseinheit herausfiltern. Der Vorteil soll bei ein bis zwei Zehntelsekunden pro Runde liegen.

Charles Leclercs Reise in die USA war eine Odyssee. "Ich habe meinen Flug verpasst, weil meine NIE nicht gleich akzeptiert wurde." Zur Erklärung. Die NIE ist eine Freistellung in die USA zu reisen, um dort Geschäfte zu machen oder zu arbeiten. Momentan gilt noch ein Reiseverbot in die Vereinigten Staaten. Als der NIE-Eintrag im Visum endlich gefunden wurde, war der Flieger schon weg. Leclerc buchte auf einen Flug nach New York um und fand an seinen geänderten Reiseplänen plötzlich Gefallen. "Ich war zum ersten Mal in New York, und es war eine tolle Erfahrung." Dann machte der Ferrari-Fahrer auf dem Weg nach Austin noch einen Abstecher in Milwaukee, um dort das NBA-Match der Milwaukee Bucks als Zuschauer zu erleben.

Red Bull

Red Bull macht Motorenpartner Honda ein weiteres Geschenk. Auf den Heckflügeln wirbt der japanische Autokonzern für seine US-Sparte Acura. Max Verstappen erinnert daran, dass Red Bull in Austin immer stark war, fordert aber. "Wir müssen das jetzt endlich einmal in einen Sieg ummünzen." Teamkollege Sergio Perez spricht aus, was Red Bull Sorgen macht: "Mercedes hatte in den letzten vier bis fünf Rennen ein sehr starkes Auto, und wir waren nicht in der Lage, dagegenzuhalten. Sie haben Speed gefunden, speziell auf den Geraden. Ich glaube aber, dass uns die Strecken von Austin und Mexiko besser liegen als in der Türkei."

Max Verstappen räumt ein, dass Mercedes in den letzten Rennen ein Schritt vorwärts gemacht hat, während Red Bull auf der Stelle tritt. "Wir können nichts an der guten Form von Mercedes ändern. Es ist wichtiger, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren und mehr aus unserem Paket rausholen." Perez hofft: "Die Highspeed-Kurven im ersten Sektor sollten uns liegen." Auch der Mexikaner macht sich Sorgen um die Bodenwellen: "Im Simulator waren sie wirklich grimmig. Die Aufhängungen werden am Limit sein, und es könnte dir das Setup kaputtmachen. Es wird wichtig sein, den besten Weg durch die Wellen zu finden."

Aston Martin - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021
ams
Betrieb bei Aston Martin: Lance Stroll fährt mit dem alten Motor, Sebastian Vettel bekommt den vierten der Saison.

Aston Martin

Sebastian Vettel weiß jetzt schon seinen Startplatz. Der Aston Martin-Pilot wird am Sonntag um 14 Uhr (Startzeit Deutschland: 21 Uhr) das ganze Feld vor sich haben. Aston Martin bringt den vierten Motor in den Pool. Das bedeutet für Vettel den Start von hinten. "Es ist eine der besseren Strecken, es zu tun, weil du hier überholen kannst", urteilt Vettel.

Lance Stroll machte auf dem Weg nach Austin einen Abstecher in seine Heimatstadt Montreal. Der Kanadier spricht von einem kritischen Rennen für Aston Martin: "Wir müssen anfangen, Punkte auf unsere Gegner im Mittelfeld gutzumachen." Das ist eine große Aufgabe für die verbleibenden sechs Rennen. Auf Alpine fehlen 43 Punkte, auf Alpha Tauri 31. Sebastian Vettel gibt die Hoffnung nicht auf: "Die letzten Rennen haben gezeigt, dass wir den Speed haben, zurückzuschlagen. Aber es geht unheimlich eng zu im Mittelfeld. Du kannst schnell auf die eine wie die andere Seite fallen."

Williams

Die Erfahrung von Nicholas Latifi auf der Strecke von Austin beschränkt sich auf eineinhalb Runden. "Dann war mein Freitags-Test wegen eines mechanischen Problems beendet", erzählt der Kanadier. George Russell outet sich: "Neben Silverstone ist Austin mein Lieblings-Grand Prix." Der Engländer pflichtet seinen Kollegen bei: "Die Bodenwellen werden das Thema des Wochenendes werden und einen Einfluss auf das Resultat haben."

Alpine

Der Vorsprung auf Alpha Tauri ist auf zwölf Punkte geschrumpft. Und schon beginnt bei Alpine wieder das große Zittern. Platz 5 in der WM ist Pflicht. Technikchef Marcin Budkowski mahnt das Team, sich an alte Tugenden zu erinnern: "Wir müssen wieder regelmäßig punkten und jede Gelegenheit für große Punkte wahrnehmen."

Der Vorteil von Alpine ist die Fahrerpaarung. Mit Fernando Alonso und Esteban Ocon hat man zwei Fahrer, die in die Top Ten fahren können. Allerdings haben sich bei Ocon zuletzt wieder die Zweifel eingestellt, die er zu Mitte der Saison schon einmal hatte. Alonso hat regelmäßig die Nase vorn. Sein junger Kollege wirkt wie gelähmt, auch deshalb, weil er zu sehr auf Alonso fixiert ist. Ocon will nach drei schwächeren Wochenenden in Austin zurückschlagen: "Der Plan ist, es ins Q3 zu schaffen und von dort in die Punkte zu fahren. 2018, bei meinem letzten Auftritt hier, war ich Sechster. Das zeigt, dass mir die Strecke liegt."

Fernando Alonso reiste über Miami nach Austin, um dort einen Shop seines Sponsors Kimoa zu eröffnen. Der Abstecher in Florida war so vollgestopft mit Terminen, dass nicht mal Zeit übrig blieb den Ort zu inspizieren, wo nächstes Jahr der Grand Prix stattfinden soll. Alonso ist guter Dinge, dass sich die gute Form der letzten Rennen fortsetzen lässt: "Wir haben uns jetzt zwei Mal in Folge für Platz sechs qualifiziert. Das zeigt, dass wir besser geworden sind. Wir haben zwar kein Auto für das Podium, aber wir sind beständig und haben in allen Rennen bis auf eines immer gepunktet. Das spricht auch für das Team. Es wird besser und besser. Wir machen weniger Fehler und gehen besser vorbereitet in die Rennen."

Alpha Tauri - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021
ams
Alpha Tauri will McLaren und Ferrari im Mittelfeld ärgern.

Alpha Tauri

Pierre Gasly ist guter Dinge, dass er seine gute Vorstellung in der Türkei fortsetzen kann. "Wir sind innerhalb von zehn Sekunden mit Mercedes, Red Bull und Ferrari ins Ziel gekommen. Der Speed ist jetzt auf jeder Strecke da. Wir müssen ihn nur umsetzen." Der Franzose warnt vor den Bodenwellen auf dem Kurs: "Die waren früher schon extrem. Ich habe mir das MotoGP-Rennen in Austin angeschaut, und da sah es so aus, als wären die Wellen noch schlimmer geworden. Das könnte einen Kompromiss beim Setup bedeuten." Yuki Tsunoda ist zum ersten Mal in den USA. Der Japaner weihte den Besuch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit einem texanischen Barbecue ein.

Haas

Bei regnerischen Bedingungen zuletzt in Sotschi und Istanbul lief es für Haas besser. Doch Mick Schumacher macht sich umsonst Hoffnungen, dass es in Austin wieder regnen könnte. Der Wetterbericht verspricht Sommerwetter mit Temperaturen von 28 bis 30 Grad. Nikita Mazepin hatte eine ungewöhnliche Anreise. Der Russe flog zuerst nach Mexiko, wo in zwei Wochen der übernächste Grand Prix stattfindet. "Ich war noch nie in diesem Teil der Welt und wollte mir ein paar Plätze anschauen, die ich noch nicht kannte. In Mexiko habe ich auf mein Visum gewartet, bevor ich in die USA einreisen konnte."

McLaren

Obwohl es 2020 wegen der Corona-Pandemie keinen GP USA gab, ist Lando Norris im letzten Jahr in Austin gefahren. "Ich habe an einem virtuellen IndyCar-Rennen auf der Strecke teilgenommen." Daniel Ricciardo freut sich auf eine ganz andere Fahrzeugkategorie. McLaren-Chef Zak Brown löst seine Wettschuld ein. Er hatte Ricciardo beim ersten Podium für McLaren versprochen, dass er ihm eine Fahrt in Dale Earnhardts legendären Nascar-Renner, einem Wrangler Chevrolet Monte Carlo, organisiert. In Austin ist es am Samstag und Sonntag soweit.

Das Streckenlayout betrachtet man bei McLaren mit gemischten Gefühlen. Der schnelle Abschnitt sollte dem MCL35M liegen. Dafür ist die langsame Sektion Ferraris Terrain. Lando Norris erinnert das Duell gegen Ferrari an das Titelrennen zwischen Mercedes und Ferrari. "Wir liegen nie mehr als zwei Zehntel auseinander. Je nach Strecke hat mal der eine als auch der andere die Nase vorne. Hier in Austin sollte ein Teil der Strecke uns besser liegen, der andere Ferrari."

Der Engländer sieht zuletzt leichte Vorteil für den Gegner. "Der neue Motor hat sie stärker gemacht." Ein Nachteil für den Rest der Saison: Norris hat seine Motorstrafe wahrscheinlich noch vor sich. Ferrari erwartet keine weitere Strafen mehr. Teamcherf Andreas Seidl meint: "Wir prüfen noch, ob wir mit einem alten und einem frischeren Motor vielleicht doch durchkommen."

Alfa Romeo - Formel 1 - GP USA - Austin - Donnerstag - 21.10.2021
ams
Das Alfa-Team hatte eine beschwerliche Anreise in die USA.

Alfa-Sauber

Punkte in Sotschi, fast WM-Zähler in Istanbul. Mit zuletzt guten Rennen im Gepäck macht sich bei Teamchef Frédéric Vasseur Zuversicht breit. "In der Türkei fehlten uns nur zwei Kurven zum zehnten Platz. Das sollte auch in Austin möglich sein." Nach dem Rennen kam es zwischen den Fahrern und dem Team zu Unstimmigkeiten. Antonio Giovinazzi hatte einen Befehl vom Kommandostand nicht befolgt. Das Team ordnete einen Platztausch an, weil Kimi Räikkönen eine Sekunde schneller fahren hätte können als der Italiener. "Mit Kimi hätten wir den Punkt gegen Ocon geholt", ist man bei Alfa Sauber überzeugt.

Die Aktion hat Giovinazzis Position im Team nicht gerade gestärkt. Der Zweite der GP2-Serie von 2016 weiß immer noch nicht, wo er 2022 fährt. "Das ist kein idealer Zustand, aber ich bin daran gewöhnt. Das war in den letzten Jahren nicht anders."

Die Gerüchte, dass eine Investorengruppe um Michael Andretti den Sauber-Rennstall kaufen will, halten sich weiter hartnäckig im Fahrerlager. Vom Team weiß keiner was. "Wenn es solche Gespräche gibt, dann finden sie auf einer ganz anderen Ebene statt. Wir bekommen davon nichts mit. Der Besitzer hat uns bis jetzt jedenfalls nicht informiert, dass sich etwas ändert", erzählt Teammanager Beat Zehnder. Die Sauber-Truppe hatte eine beschwerliche Anreise nach Austin. Zwei Flüge wurden wegen technischer Probleme gestrichen. "Es war meine längste Reise in die USA. Insgesamt haben wir 38 Stunden gebraucht und sind einen Tag später in Austin angekommen als geplant", berichtete Zehnder.

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