GP USA Donnerstag-Check

Ferrari rüstet zum großen Finale

Kimi Räikkönen & Sebastian Vettel - Formel 1 - GP USA - Austin - 18. Oktober 2018 Foto: sutton-images.com 91 Bilder

Vor dem Rennwochenende in Auston haben wir die zehn Teams auf Neuigkeiten abgecheckt und verraten, was die Fahrer erwarten. Ferrari bringt ein letztes großes Aero-Upgrade, Hamilton blendet jeden Gedanken an den Titel aus und Sergio Perez freut sich auf seine sechste Force India-Saison.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Mercedes versucht die Beine auf dem Boden zu halten. Fahrer und Ingenieure wehren alle Vorschusslorbeeren ab. Lewis Hamilton versucht den fünften WM-Titel auszublenden, der ihn auf eine Stufe mit Juan-Manuel Fangio bringen würde. „Es ist ein Rennen wie jedes andere. Wir dürfen nicht das Rechnen anfangen. Ich will gewinnen. Den Rest sehen wir später. Wir erwarten, dass Ferrari hier stark sein wird. Deshalb brauchen wir volle Konzentration auf dieses Rennen. Es wird ein schwieriges Wochenende. Freitags und Samstags soll es regnen, am Sonntag trocken sein. Da kann alles passieren.“

Valtteri Bottas glaubt, dass die angekündigten Niederschläge Mercedes in die Karten spielt: „Wir haben ein gutes Auto im Regen.“ Er warnt aber auch: „Austin ist im Regen eine der unangenehmsten Strecke. Es bilden sich viele Pfützen, an manchen Stellen rinnt Wasser über die Strecke.“ Zu den neuen Randsteinen meint der Finne: „Das macht nach dem ersten Augenschein keinen großen Unterschied.“

Ferrari

Mercedes hat seinen F1W09 nur am Halo modifiziert. Ferrari dagegen bringt ein umfangreiches Upgrade. Der Unterboden ist von vorne und hinten mit vertikalen Strömungsausrüstern bestückt. Auch die Leitbleche vor den Seitenkästen wurden modifiziert. An anderer Stelle hat Ferrari auf den Stand vor Singapur zurückgerüstet. Die Heckflügelendplatten sind wie am Renntag in Suzuka wieder das alte Modell ohne die zwei senkrechten Schlitze im mittleren Bereich.

Sebastian Vettel wünscht sich endlich wieder mal ein perfektes Rennwochenende und lässt die letzten Grands Prix Revue passieren: „In den letzten Wochen ist uns Speed verloren gegangen. Wir waren nicht schnell genug. Deshalb mussten wir höheres Risiko gehen. Uns sind Fehler passiert, mich eingeschlossen. Wir haben jetzt ein paar Ideen und Ansätze, wie wir das ändern wollen.“

Fotos GP USA - Donnerstag
Ferrari zeigt Zähne

Red Bull

Max Verstappen und Daniel Ricciardo zählen Austin zu den besseren Rennstrecken für Red Bull. Besonders wenn es im Training regnet. Die Gründe für das Regen-Debakel am Hungaroring sind je längst erkannt und behoben. Trotzdem sieht Verstappen nur geringe Chancen auf die Pole Position: „Auch im Regen gehen hier viele Kurven voll. Und dann zählt wieder die Motorleistung.“ Zu den „Verstappen-Kerbs“ meint der Holländer verächtlich: „Es gibt noch viele andere Stellen auf dem Kurs, wo man abkürzen und überholen kann.“

Force India

Sergio Perez hat es jetzt schwarz auf weiß. Er ist auch 2019 ein Force India-Fahrer. „Kaum zu glauben, aber ich bin schon sechs Jahre da.“ Perez kann sich keinen besseren Platz vorstellen als Force India. „Wenn du nicht in eines der drei Top-Teams kommst, ist Force India der beste Platz. Wir waren trotz aller finanzieller Einschränkungen in den letzten drei Jahren das viertbeste Team.“

„Wenn einer den Absprung nach vorne schafft, dann wir. Vor allem jetzt, wo in das Team investiert wird. Das wird die Entwicklungsgeschwindigkeit verbessern. Es wird unser erstes Jahr, wo wir nicht bei jedem Dollar schauen müssen, ob wir ihn ausgeben können oder nicht. Wir werden zum ersten Mal seit langer Zeit schon zu Saisonbeginn gut vorbereitet sein.“ Laut Perez will der neue Besitzer Lawrence Stroll das Team auf die nächste Stufe stellen. „Und ich will ein Teil davon sein. Wir haben aufregende Jahre vor uns.“

Williams

Claire Williams - Formel 1 - 2018 Nur ein Bezahlfahrer bei Williams Kubica und Ocon auf der Liste

Sergey Sirotkin hofft auf Regen. „Nicht, dass unser Auto dann besser würde. Aber Regen bedeutet weniger Berechenbarkeit. Leute machen Fehler im Regen. Wenn es uns gelingt, keine zu machen, könnten wir profitieren.“ Sirotkins Zukunft ist immer noch ungewiss. Trotzdem macht sich der Russe keine Sorgen. „Ich bin zuversichtlich. Warum soll ich alle zwei Minuten nachfragen? Ich habe getan, was ich tun konnte und sehe im Vergleich zu meinem Teamkollegen sehr ordentlich aus. Dabei war ich Neuling und habe drei bis vier Wochenenden gebraucht, um zu verstehen, wie du so ein Wochenende am besten planst, wo du deinen Fokus hinlegst.“ Ein Plan B hat Sirotkin nicht: „Williams ist meine einzige Option.“

Renault

Beide Autos sind wieder mit der letzten Version des Unterbodens ausgerüstet. Nachdem Nico Hülkenberg in Suzuka bei seinem Trainingscrash eines von zwei Exemplaren zerstört hatte, traf jetzt Ersatz per Luftfracht in Austin ein. Nico Hülkenberg hofft, dass seine Negativserie der zweiten Saisonhälfte endlich ein Ende hat. „Japan ist verdrängt und vergessen. Sehen wir es positiv: Ich habe im Rennen eine Menge Benzin gespart.“ Der Kampf um Platz 4 ist noch nicht geschlagen. „Wir glauben immer noch daran, dass wir ihn verteidigen können.“

An Austin hat der Rheinländer eher schlechte Erfahrungen. Nicht nur einmal war das Rennen schnell vorbei. „Letztes Jahr hatte ich das Gefühl gar nicht dagewesen zu sein.“ Carlos Sainz gibt zu, dass Force India und HaasF1 vorbeigezogen sind und dass Sauber und Toro Rosso immer mehr zur Gefahr werden. „Vor allem auf eine Runde in der Qualifikation. Im Rennen sehen wir etwas besser aus.“ Der Spanier räumt auch ein: „Wir verlieren zu viel auf den Geraden. Unsere Gegner haben vor allem beim Motor einen größeren Schritt gemacht.“

Toro Rosso

Toro Rosso - Formel 1 - GP USA - Austin - 18. Oktober 2018 Foto: ams
Dank Testfahrer Sean Gelael gibt es für Toro Rosso auch einen neuen Sponsor.

In Suzuka ein neuer Motor. In Austin einer neuer Frontflügel und ein neuer Unterboden. Pierre Gasly ist zwar vorsichtig mit Prognosen, weil ihn Toro Rosso in diesem Jahr schon ein paar Mal enttäuscht hat, sieht aber keinen Grund, warum es schlechter laufen sollte. „Unser Speed in Suzuka war gut. Wir werden hier sogar noch etwas mehr aus dem Motor herausholen können. Dazu kommt unser Chassis-Upgrade. Ich freue mich schon auf dieser Strecke, die nur vom Hörensagen kenne, zu fahren.“

Letztes Jahr setzte Gasly aus, weil er in Japan um den Titel in der Super Formula antreten sollte. Das Rennen fiel wegen eines Taifuns aus und Gasly schaute sich den GP USA am Fernsehschirm in Japan an. Die Probleme mit den Schwingungen im Getriebe sind laut Honda gelöst. Das Team hat auch eine Vermutung, warum die Fahrer in Suzuka im Rennen nicht an die Trainingsleistungen anschließen konnten. „Vielleicht haben wir uns bei der Abstimmung zu sehr auf eine schnelle Runde konzentriert. Das Fahrwerk war ziemlich hart, um gut durch die schnellen Kurven zu kommen. Vielleicht hat das die Reifen gekillt. Normalerweise ist unser Auto gut zu den Reifen“, rekapituliert Gasly.

HaasF1

Das letzte Aero-Upgrade wird verschoben. Teil 1 wurde schon für Suzuka fertig. Dort debütierte der neue Unterboden. Teil 2 ist eine neue Verkleidung. Sie wurde für Hitzerennen konzipiert, nachdem HaasF1 im letzten Jahr zu viel Abtrieb verlor, wenn die Verkleidung geöffnet werden musste. Da Austin aber eher ein Winterrennen zu werden droht, kommt die Verkleidung erst in Mexiko.

Romain Grosjean freut sich auf das Heimrennen des US-Teams: „Zum ersten Mal treten wir mit einem wettbewerbsfähigen Auto bei unserem Heimrennen an. Ich will mein Punktekonto von 39 Zählern weiter aufstocken.“ Haben wir richtig gehört? 39 Punkte? Hat Grosjean nicht 31 Zähler in der WM-Tabelle stehen? „Nein“, beharrt der Franzose. „Ich rechne die 8 Punkte, die sie mir in Monza gestohlen haben, immer noch mit.“

McLaren

Lewis Hamilton & Fernando Alonso - Formel 1 - GP USA - Austin - 18. Oktober 2018 Foto: xpb
Alonso machte Hamilton ungewohnte Komplimente.

McLaren hat eine neue Nase. Die beiden seitlichen Luftleitbleche fehlen. Fernando Alonso sieht bessere Chancen als bei den letzten beiden Rennen, in denen McLaren leer ausging. „Unser Ziel hier heißt Punkte sammeln. Vielleicht kann uns die unsichere Wetterlage etwas helfen.“ Wie seine eigene Zukunft aussehen wird, will Alonso nicht verraten: „Ich arbeite daran, wieder am Indy 500 teilzunehmen. Nach meinem Le Mans-Sieg wird das Thema Indy wieder interessant.“

Irgendwie hatte der sonst so kritische Spanier Kreide gefressen. Alonso lobte das neue 80 Kilogramm Einheitsgewicht der Formel 1 für 2019: „Eine gerechte Sache.“ Und er reihte Lewis Hamilton in seine persönlichen Top 5 der Formel 1-Geschichte ein: „Für mich sind das Fangio, Schumacher, Senna, Prost und Lewis.“ Warum Hamilton? „Weil er von der ersten Stunde ein Siegfahrer und ein Titelkandidat war. Wenn das Auto gut war, wurde er Weltmeister, wenn nicht, hat er wenigstens noch Rennen gewonnen.“

Sauber

Charles Leclerc sieht auch in Austin gute Chancen in die Punkte zu fahren: „Alles was jetzt noch im Kalender steht, ist besser als Monza und Spa.“ Sauber hat die Entwicklung am C37 seit zwei Rennen eingestellt. Doch da geht es der Konkurrenz nicht besser. Deshalb ist Leclerc zuversichtlich. „In Sotschi waren wir Best of the rest, in Suzuka nicht ganz so gut, aber doch stark genug in die Punkte zu fahren, wenn das Rennen ein bisschen anders gelaufen wäre. Wir wurden dort unter Wert geschlagen.“ Dann macht der nächstjährige Ferrari-Fahrer seinem Team noch ein großes Lob. „Wir haben unser Auto in ein gutes Paket entwickelt. Und dieses Potenzial nutzen wir meistens voll aus.“

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