GP USA

Ferrari siegt im Rennen ohne Gegner

Foto: dpa

14 Michelin-bereifte Autos bogen nach der Einführungsrunde in die Boxengasse ab. Ferrari holte sich in Indianapolis kampflos einen Doppelsieg gegen wehrlose Jordan und Minardi.

Wie angedroht fuhren die Michelin-Teams nicht einmal den Start. Die Renault, McLaren, Red Bull, Sauber, Toyota und BAR-Honda bogen geschlossen nach der Einführungsrunde in die Boxengasse ab. „Ich bin verantwortlich für meine Fahrer. Wenn der Reifenhersteller sagt, wir haben ein Problem, übernehme ich nicht die Verantwortung, das Leben meiner Fahrer zu riskieren.“, sagte Renault-Teamchef Flavio Briatore.

„Wir waren vorbereitet, dass dieses Rennen nicht zur WM zählen wird“, sagte McLaren-Chef Ron Dennis mir Hinweis auf die Möglichkeit, eine Schikane in der ersten Kurve zu errichten, die aber von der FIA nicht genehmigt wurde. Die Schikane wurde nicht gebaut, es blieben sechs Autos in der Startaufstellung. Der beim TV-Sender RTL über Telefon zugeschaltete Ralf Schumacher stritt sich live mit Kommentator Christian Danner: „Es sollte sich niemand das Recht herausnehmen, unsere Entscheidung zu kritisieren“, sagte Ralf.

Auch Bridgestone in Sorge

Während Michael Schumacher und Rubens Barrichello im Paarlauf ihre Runden drehten, machten einzelne Zuschauer ihrer Enttäuschung Luft, indem sie Plastikflaschen und Bierbüchsen auf die Strecke warfen. Manche forderten auf Tranparenten: „Geld zurück.“ Noch vor den ersten Boxenstopps, setzten sich viele Fans in ihre Autos und machten sich auf den Heimweg. „es tut mir leid für die Zuschauer, aber es gab keine andere Möglichkeit“, sagte BMW-Sportchef Mario Theissen. die Michelin-Teams verfassten anschließend eine gemeinsame Presse-Erklärung, in der sie sich beim Publikum entschuldigten.

Nach dem Michelin-Desaster war man auch bei Bridgestone gewarnt. Bei beiden Ferrari wurden während der Tankstopps eingehend die linken Hinterreifen untersucht. Kurze Zeit später ging ein entwarnender Funkspruch an Schumacher: „Die Reifen sehen gut aus. Damit kannst du noch 100 Runden fahren.“

Sportlich wurde es auf der leeren Rennstrecke nur einmal, als der nach dem zweiten Stopp aus der Box kommende Schumacher und Teamkollege Barrichello nebeneinander auf die erste Kurve zurasten. Barrichello verbremste sich, und damit war das Rennen entschieden. In der 60. von 73 Runden gab Ross Brawn über Funk das Kommando: „Lasst es ruhig angehen! Ich will beide Autos im Ziel haben.“ Michael Schumacher holte seinen ersten Saisonsieg und machte mit nun 34 Punkten einen Sprung auf Rang drei in der Tabelle. Ferrari liegt im Konstrukteurspokal hinter McLaren-Mercedes auf Rang drei.

Gellendes Pfeifkonzert

Unter gellendem Pfeifkonzert räumten die Ferrari-Fahrer ohne Champagner-Dusche das Podium. Die Familie von Indy-Besitzer und Veranstalter Tony George hatte sich geweigert, an der Siegerehrung teilzunehmen. Das BAR-Team soll extra Fan-T-Shirts organisiert haben, um die Mechaniker inkognito aus dem Fahrerlager schleusen zu können. „Die Formel 1 hat keinen Respekt vor den Fans“, schimpfte ein frustrierter Zuschauer. „So ist es besser, als wenn man Fahrer ins Krankenhaus bringt“, sagte Sauber-Fahrer Felipe Massa.

Der einzige, dem nach Feiern zumute war, hieß Tiago Monteiro. Der Portugiese lenkte seinen Jordan in seinem neunten Grand Prix auf Rang drei. Platz vier ging an Teamkollege Narain Karthikeyan. Die Ränge fünf und sechs holten die beiden Minardi.

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