GP USA

Schumi auf zwei im 1. Freien Training

Foto: dpa

Ein Dreher von Michael Schumacher, aber keine Unfälle und Reifenschäden: Ein Jahr nach dem Skandal-Rennen in Indianapolis ist die Formel 1 am Freitag problemlos in die "Operation Wiedergutmachung" gestartet.

Im ersten Training für den Großen Preis der USA am Sonntag (19.00 Uhr/RTL und Premiere) gab es auf der größten Motorsport-Bühne der Welt keine ernsthaften Zwischenfälle. Trotz seines Ausfluges in den Kies belegte der vierfache Indy-Sieger Michael Schumacher in seinem Ferrari Rang zwei mit einem Rückstand von 0,375 Sekunden hinter Honda-Testfahrer Anthony Davidson (1:12,083 Minuten) aus Großbritannien Rang zwei. Dritter wurde BMW-Pilot Robert Kubica aus Polen.

Als erster der Top-Piloten war Geburtstagskind Ralf Schumacher in seinem Toyota auf die 4,192 Kilomter lange Runde gefahren. Der 31-Jährige war im Vorjahr zum zweiten Mal auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke verunglückt. Nach seinem Reifenplatzer wurden im Vorjahr alle Michelin-Teams zurückgezogen, die 100.000 Zuschauer erlebten ein "Geister"-Rennen.

Ralf Schumacher drehte diesmal nur zwei Runden, Nick Heidfeld im BMW nur eine und Nico Rosberg im Williams kam erst gar nicht aus der Box. Auch der mit 25 Punkten vor Schumacher führende spanische WM-Spitzenreiter Fernando Alonso im Renault machte sich rar.

Als in Berlin zur Halbzeit gepfiffen wurde, machte sich auch der Rekord-Weltmeister auf den Weg und war auf Anhieb schnell unterwegs. Doch in seiner dritten Runde drehte sich der 37-Jährige und rutschte ins Kiesbett. Der Ferrari kam an den Haken des Abschleppwagens. Schumacher beobachtete die Prozedur genau, fürchtete, dass sein Wagen beschädigt wird.

"Die Fans sind bereit zu vergeben", beschrieb der "Indianapolis Star" die Stimmung in der für einen Trainingstag gut gefüllten Arena. Trotzdem fürchten die Menschen den Verlust des Grand Prix, denn der Veranstalter-Vertrag läuft aus. Der Poker mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone um die Höhe der Veranstaltungsgebühr hat begonnen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, droht der Verlust von Dollar-Millionen und Prestige.

Schumacher, der im Vorjahr mangels Konkurrenz seinen einzigen Saison-Sieg eingefahren hatte, glaubt nicht an einen nachhaltigen Schaden. "Im Gegenteil: Ich denke, dass sogar mehr Aufmerksamkeit für die Formel 1 herrschen wird. Vielleicht kann das positiv dargestellt werden", sagte der WM-Zweite. "Die Formel 1 existiert schon seit über fünfzig Jahren. Das ist viel wichtiger als nur dieses eine Rennen."

Beim zehnten Saison-Grand-Prix hofft Schumacher, dass seine Aufholjagd auf Alonso endlich beginnt. Der Spanier fürchtet die Attacke seines Rivalen: "Auto war hier nie konkurrenzfähig. Mal sehen, ob sich das ändert", sagte der Renault-Pilot. Nur beim US-Grand-Prix hat es der Spanier noch nicht unter die Top drei geschafft.

Eine Woche nach dem 100. Michelin-Sieg der Formel-1-Geschichte, den Alonso in Montréal vor dem mit Bridgestone-Pneus antretenden Schumacher eingefahren hatte, war der Technische Direktor des französischen Reifenherstellers, Nick Shorrock, mit der Wirkung der unmittelbar nach der Blamage begonnen Kampagne mehr als zufrieden: "Die Reaktionen haben gezeigt, dass die Öffentlichkeit verstanden hat, dass wir ein verantwortungsbewusstes Unternehmen sind und auf die Sicherheit achten."

Außerdem hatte Michelin Eintrittsgelder erstattet, Freikarten zur Verfügung gestellt und fast vier Millionen Dollar für wohltätige Zwecke gespendet. In der Formel 1 freilich ist Schluss. An der Ausschreibung für den Einheitsreifen haben sich die Franzosen nicht beteiligt.

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