Big Brother in der Formel 1

Neues GPS-System hilft der Rennleitung

Formel 1-Rennleitung Foto: XPB 68 Bilder

Die FIA will nichts mehr dem Zufall überlassen. Ein neues GPS-System soll der Rennleitung helfen, Sünder auf der Rennstrecke aufzuspüren. Für die Fahrer gilt ab dieser Saison: Big brother is watching you.

Die Sportkommissare und die FIA standen in der Vergangenheit oft in der Kritik. Bei Regelverstößen auf der Rennstrecke wurde oft zweierlei Maß angelegt. Manche Sünder kamen mit einem blauen Auge davon, andere wurden unverhältnismäßig hart bestraft. Oft lag es auch daran, dass der Rennleitung adäquates Beweismaterial fehlte. Das soll sich jetzt ändern.

Die FIA will ein noch präziseres GPS-System in den Autos und der Rennleitung installieren. Bis jetzt waren die Positionsmessungen der Fahrzeuge auf fünf Meter genau. Die neue Technik erlaubt eine Standortbestimmung von einer Genauigkeit unter einem Meter. Wenn ein Fahrer eine Schikane abkürzt, die weiße Linie in der Boxenausfahrt berührt oder unter dem Safety-Car verbotenerweise überholt, dann gibt es künftig in der Rennleitung automatisch Alarm.

TV-Aufnahmen auf Knopfdruck

Die Sportkommissare müssen dann nur noch einen Knopf drücken, und sie bekommen sofort alle Kamera-Aufnahmen des betreffenden Streckenteils auf den Monitoren eingespielt. Und zwar sowohl die TV-Aufnahmen als auch die an der Strecke fest installierten Kamerabilder.

Damit ist es an Ort und Stelle möglich, sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen und schnell mögliche Strafen auszusprechen. Auch das betroffene Team bekommt bei einem Alarm diese Bilder auf ihre Monitore an der Boxenmauer übertragen, kann also auf Entscheidungen der Kommissare sofort reagieren.

Hätte man das System bereits letztes Jahr gehabt, wäre der Streitfall  Hamilton / Trulli in Melbourne nicht erst Tage nach der Veranstaltung aufgedeckt worden. Die Kommissare hätten sich sofort Trullis Überholmanöver hinter dem Safety-Car anschauen können, und sie hätten auch erkannt, dass Hamilton den Toyota-Fahrer in die Falle laufen ließ.

F1-Teams müssen Kosten tragen

Die neue Technik hat ihren Preis. Die FIA verteilt die Kosten von 750.000 Euro auf die 13 Teams. Die Elektronik im Rennsport lässt sich nicht aufhalten. Bald wird es keine Flaggensignale mehr an der Strecke geben. Schon jetzt zeigen Leuchttafeln den Fahrern Gefahrensituationen, einen Rennabbruch oder die Aufforderung Überholen zu lassen an.

Aber noch steht in allen Fällen ein Streckenposten daneben. Auf den will die FIA bald schon verzichten. Es gilt dann, was auf den Leuchttafeln gezeigt wird. Die gleiche Information wird auf das Display der Autos gespielt. Der Fahrer kann nicht mehr behaupten, er habe nichts gesehen.

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