GPWC bricht Verhandlungen mit SLEC-Holding ab

Foto: Daimler-Chrysler

Am Freitagabend (23.4.) vor dem Grand Prix von San Marino in Imola haben der Hersteller-Zusammenschluss GPWC und die SLEC ihre Verhandlungen zur künftigen Struktur der Formel 1-WM endgültig abgebrochen.

Eigentlich schien nach dem Waffensstillstand und einer Absichtserklärung beider Parteien im Dezember 2003 zur gemeinsamen Neuordnung der Formel 1 Ruhe eingekehrt zu sein, doch nun scheint das Tischtuch zwischen Bernie Ecclestone und der Herstellervereinigung Grand Prix World Championship (GPWC) endgültig zerschnitten.

GPWC-Chef und Mercedes-Boss Jürgen Hubbert sagte: "Nachdem wir festgestellt haben, dass unsere Ansichten von den Verhandlungspartnern nicht geteilt wurden, mussten wir im Sinne des Sports einen Schlussstrich ziehen und die Verhandlungen abbrechen."

Ewiges Ringen

Vorausgegangen war ein langes Ringen zwischen der GPWC Holding, in der die fünf Hersteller BMW, Ferrari, Ford, Mercedes und Renault vertreten sind, mit der Ecclestone-Firma FOA und der zu 75 Prozent von einem Bankenkonsortium sowie zu 25 Prozent von Bernie Ecclestones Ehefrau Slavica gehaltenen SLEC Holding um mehr Einfluss und Geld in der Formel 1-WM. Seit zwei Jahren drohen die Hersteller mit der Organisation einer eigenen Rennserie.

Das nach dem Friedensschluss von Ecclestone mit den Banken erarbeitete neue Concorde-Agreement betrachten viele Seiten als unakzeptabel. So beklagen sich die kleinen Teams über die finanzielle Bevorzugung der großen Rennställe. Eigentlich sollte der Nachfolgevertrag für das Ende 2007 auslaufende Concorde-Agreement im Juli unterschriftsreif sein, doch davon scheint keine Rede zu sein.

Bernie Ecclestone: "Sie wollen alles und geben nichts"

Die GPWC wirft Bernie Ecclestone vor, er würde das Thema verschleppen. Der Gescholtene ist sich keiner Schuld bewusst und wiegelt ab: "Keine Sorge, die Teams kriegen ihr Geld, egal." Angeblich hat Ecclestone den Teams ein Plus von insgesamt 700 Millionen Dollar angeboten.

Der Formel-1-Chef konterte gegenüber der britischen "Autosport": "Die GPWC will das Geld, Stimmrechte im Vorstand und so weiter. Sie wollen alles, aber sie machen selbst keinerlei Zugeständnisse. Wir haben gefragt: Was habt ihr dafür anzubieten? Am Ende kam keine Antwort. Das ist das Verhalten, das man bei großen Unternehmen erwartet."


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