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Wer bot die größte Aufholjagd 2017?

Ricciardo ist der Beste

Lewis Hamilton erntete viel Lob für seine Fahrt aus der Boxengasse bis auf Platz 4. Doch bot der Weltmeister auch die beste Aufholjagd der Saison? Die Antwort lautet nein. Der Star der Aufhojäger heißt Daniel Ricciardo.

Es war eine grandiose Vorstellung des Weltmeisters. Lewis Hamilton startete beim GP Brasilien aus der Box und sah die Zielflagge als Vierter. Für eine Weile sah es sogar so aus, als könnte der Engländer gewinnen. Sein Rückstand auf die Spitze betrug nach einer Runde 8,3 Sekunden. Im Ziel wurde er 5,4 Sekunden hinter Sieger Sebastian Vettel abgewinkt. Man kann getrost sagen: Hamilton war schneller unterwegs als der Sieger. Auf seiner Fahrt auf Platz 4 musste er auch noch zehn Autos überholen. Vettel dagegen hatte an der Spitze immer freie Fahrt.

Lewis Hamilton - Max Verstappen - Formel 1 - GP Brasilien - 12. November 2017
Aktuell

Doch Hamilton profitierte auch von einigen Faktoren. Das frühe Safety Car brachte ihn sofort an das Feld heran. Zwei Kollisionen räumten ihm vier Fahrer aus dem Weg. Die alternative Reifenfolge erwies sich bei 60 Grad auf dem Asphalt als strategischer Vorteil. Ein frischer Mercedes-Motor der letzten Spezifikation lieferte ihm überragenden Speed auf der langen Geraden. Selbst Hamilton gab hinterher zu: „Keines der Überholmanöver erfüllte mich mit besonderem Stolz. Im Prinzip war es immer das gleiche Muster. DRS auf und vorbei.“

Vettels Aufholjagden: Kanada, Malaysia, Mexiko

Auch Daniel Ricciardo legte in Brasilien eine Aufholjagd auf die Bahn. Oberflächlich weniger spektakulär. Der Australier fuhr auf Platz 14 los, lag aber nach einer Runde auf Rang 17, weil ihn Stoffel Vandoorne in die Wiese bugsiert hatte. Was einen extra Boxenstopp nach sich zog. Er kam aus der 6. Runde mit 10.2 Sekunden Rückstand auf Vettel zurück. Das war der Moment, an dem das Rennen freigegeben wurde. Ricciardo musste elf Kollegen überholen, weil er beim Boxenstopp weiter ins Feld zurückfiel als Hamilton. Und er hatte an diesem Tag das langsamere Auto. Deshalb betrug sein Abstand zum Sieger im Ziel 48,6 Sekunden.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene erinnerte nach dem GP Brasilien daran, dass Vettel ebenfalls zwei Aufholjagden der Qualität von Hamilton in dieser Saison auf den Asphalt gezaubert hatte. „In Malaysia und in Mexiko. Und da war das Überholen schwieriger als in Brasilien.“ In Malaysia ging Vettel auf der Strecke an sechs Konkurrenten vorbei, in Mexiko an 10. Ein Überholmanöver mehr als Hamilton, der in Mexiko allerdings auch ungünstiger im Feld lag und mit einem am Diffusor beschädigten Auto fahren musste.

Sebastian Vettel - GP Kanada 2017
sutton-images.com
Sebastian Vettel zeigte in Kanada eine große Aufholjagd.

Arrivabene hat noch eine Aufholjagd vergessen. Beim GP Kanada lag Vettel nach fünf Runden auf Platz 18, weil Ferrari die Nase wegen eines beschädigten Frontflügels tauschen musste. Zu dem Zeitpunkt hatte Vettel 29.8 Sekunden Rückstand auf Sieger Hamilton. Am Ende waren es 35,9 Sekunden. Dazwischen lagen 11 Überholmanöver. Von der Safety Car-Phase profitierte er nicht. Eher das Gegenteil. Da lag Vettel mit dem beschädigten Flügel noch an vierter Stelle, solange das Rennen neutralisiert war. Da der angehende Vize-Weltmeister einen Boxenstopp mehr als der Großteil des Feldes absolvierte, kann man ohne Heldenverehrung sagen: Dieses Rennen hätte er auch gewinnen können. So wie Hamilton in Brasilien.

Ricciardo schaffte 40 Überholmanöver

Insgesamt haben wir 13 große Aufholjagden in dieser Saison gezählt. Vier Mal war Daniel Ricciardo daran beteiligt: In Brasilien, Italien, England und Aserbaidschan. In Baku hat er sogar gewonnen. Dabei lag er wegen eines frühen Boxenstopp wegen Trümmerteilen in den Bremsbelüftungen nach sechs Runden nur auf Platz 17. Satte 43,3 Sekunden hinter dem Spitzenreiter. Doch Ricciardo hatte auch fleißige Mithelfer. Zum Beispiel drei Safety Car-Phasen inklusive Pause, die das Feld immer wieder zusammenstauchten. Vettel kassierte eine Strafe. Bei Hamiltons Mercedes löste sich der Nackenschutz. Vallteri Bottas und Kimi Räikkönen fuhren nach einer Kollision mit Kampfspuren weiter. Max Verstappen und Felipe Massa waren ausgefallen. Ricciardo musste trotzdem für seinen Sieg hart arbeiten. Insgesamt flog der Red Bull-Pilot an elf Mitbewerbern vorbei.

Überhaupt ist Ricciardo der fleißigste Überholer im Feld. Bei seinen vier Grand Prix aus der Tiefe des Raums machte der Baku-Sieger insgesamt 40 Positionen auf der Strecke gut. Vettel kam auf 27 Überholmanövern bei drei Anlässen, Hamilton auf 19 bei zwei. Auch Max Verstappen steuerte zwei dieser Heldentaten bei. In Austin mit neun Überholmanövern, in Shanghai mit vier. Wie Vettel in Kanada und Hamilton in Brasilien konnte Verstappen nach dem GP USA von sich behaupten, dass er bei einem besseren Startplatz als 16 gewinnen hätte können. Der Holländer landete am Ende auf dem dritten Platz, der aber ein vierter wurde, weil er wegen Abkürzens der Strecke fünf Strafsekunden kassierte. Er war mit 9,1 Sekunden Rückstand aus der ersten Runde zurückgekommen und hatte im Ziel ein Defizit von offiziell 16,7, tatsächlich aber nur 11,7 Sekunden. Da Verstappen ein Mal öfter Reifen wechselte als Hamilton, wäre er an diesem Tag ein echter Siegkandidat gewesen.

Auch Fahrer aus dem Mittelfeld profilierten sich als Kämpfer. Sergio Perez fuhr in Bahrain von Platz 18 auf Rang 7. Mit drei Überholmanövern. Fernando Alonso verbesserte sich in Baku um zehn Position. Mit einem damals noch richtig lahmen Honda-Motor. An drei Rivalen ging Alonso auf der Strecke vorbei. Das war ein genauso großes Kunststück, wie die Angriffe seiner Verfolger zu verteidigen.

Welche Aufholjagd hat Ihnen am besten gefallen und warum. Vielleicht haben wir ja auch eine vergessen. Schreiben Sie uns.

Die großen Aufholjagden 2017

Fahrer (Rennen) Verbesserung Zeitgewinn/-verlust Überholmanöver Boxenstopps (Mittel)* Safety Car
Hamilton (Brasilien) Box-P4 8.3 s-5,4 s 10 1 (1) 1
Ricciardo (Brasilien) P17-P6 10.2 s-48.6 s 11 2 (1) 1
Vettel (Mexiko) P19-P4 35.1 s-70.0 s 10 2 (1) 0
Hamilton (Mexiko) P20-P9 59.0 s-1 Rde 9 2 (1) 0
Verstappen (USA) P16-P4 9.1 s-16.7 s 9 2 (1) 0
Vettel (Malaysia) P20-P4 8.8 s-37.3 s 6 1 (1) 0
Ricciardo (Italien) P16-P4 9.1 s-40.3 s 7 1 (1) 0
Ricciardo (England) P19-P5 11.3 s-65.9 s 11 1 (1) 1
Ricciardo (Aserbaidschan) P17-P1 43.3 s-0 11 3 (2) 3
Alonso (Aserbaidschan) P19-P9 14.0 s-59.5 s 3 2 (2) 3
Vettel (Kanada) P18-P5 29.8 s-35.9 s 11 2 (1) 1
Perez (Bahrain) P18-P7 8.0 s-62.6 s 3 2 (2) 1
Verstappen (China) P16-P3 7.5 s-41.1 s 4 4 (4) 1
* Durchschnittliche Zahl Boxenstopps pro Fahrer          
Fahrer (Rennen) Verbesserung Zeitgewinn/-verlust Überholmanöver Boxenstopps (Mittel)* Safety Car
Hamilton (Brasilien) Box-P4 8.3 s-5,4 s 10 1 (1) 1
Ricciardo (Brasilien) P17-P6 10.2 s-48.6 s 11 2 (1) 1
Vettel (Mexiko) P19-P4 35.1 s-70.0 s 10 2 (1) 0
Hamilton (Mexiko) P20-P9 59.0 s-1 Rde 9 2 (1) 0
Verstappen (USA) P16-P4 9.1 s-16.7 s 9 2 (1) 0
Vettel (Malaysia) P20-P4 8.8 s-37.3 s 6 1 (1) 0
Ricciardo (Italien) P16-P4 9.1 s-40.3 s 7 1 (1) 0
Ricciardo (England) P19-P5 11.3 s-65.9 s 11 1 (1) 1
Ricciardo (Aserbaidschan) P17-P1 43.3 s-0 11 3 (2) 3
Alonso (Aserbaidschan) P19-P9 14.0 s-59.5 s 3 2 (2) 3
Vettel (Kanada) P18-P5 29.8 s-35.9 s 11 2 (1) 1
Perez (Bahrain) P18-P7 8.0 s-62.6 s 3 2 (2) 1
Verstappen (China) P16-P3 7.5 s-41.1 s 4 4 (4) 1
* Durchschnittliche Zahl Boxenstopps pro Fahrer          
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