Romain Grosjean - GP Malaysia 2017 sutton-images.com
Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Malaysia - Sepang - 29. Oktober 2017
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Malaysia - Sepang - 29. Oktober 2017
Safety-Car - GP Malaysia - Sepang - 29. Oktober 2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Malaysia - Sepang - 29. Oktober 2017 107 Bilder

Grosjean-Crash in Malaysia

Horrorunfall mit 275 km/h

Das HaasF1-Team steht vor einem Trümmerhaufen. Ein loser Kanaldeckel hat Romain Grosjean bei 275 km/h aus der Bahn geworfen. Ihm folgte Felipe Massa, der bei dem herumfliegenden Eisenteil sofort an seinen Budapest-Unfall von 2009 dachte.

Der Zeitenmonitor in Sepang zeigte 16.08 Uhr an. 22 Minuten vor Ende des zweiten Trainings kreiselte der HaasF1 von Romain Grosjean wie von einer Eisenfaust getroffen in Kurve 12 von der Bahn und schlug hart in den Reifenstapel ein. Der Unfallschreiber im Auto des Franzosen ermittelte eine Ausgangsgeschwindigkeit von 275 km/h. Beim Einschlag in die Reifenstapel ermittelten die Beschleunigungssensoren im Ohr des Piloten eine Verzögerung von 17g. Der HaasF1 hatte auf seinem Weg in die Absperrungen zum Glück genügend Geschwindigkeit abgebaut.

Die TV-Bilder erzählten die ganze Geschichte. Der Kanaldeckel wurde vom Mercedes von Valtteri Bottas angehoben. Der Anpressdruck des Autos saugte das Eisengitter förmlich aus seiner Fassung. Kimi Räikkönen im drauffolgenden Auto verschob das Gitter noch leicht. Es hatte sich in der Mitte durchgebogen und stand nun wie ein Messer im Randstein. Sebastian Vettel hatte das lose Teil schon früher bemerkt, dachte aber, dass nur Farbe von den rot-weißen Kerbs abgeblättert war. „Ich habe den Bereich dann vorsichtshalber immer umfahren.“

Steiner prangert inakzeptable Zustände an

Der Kanaldeckel schlitzte den kompletten Unterboden des HaasF1 auf, bevor er den rechten Hinterreifen traf. „Ich spürte einen harten Schlag rechts hinten. Ab da war ich nur noch Passagier und sah die Mauer auf mich zurasen“, berichtete Grosjean.

Teamchef Guenther Steiner konnte es nicht fassen. Das Auto mit der Startnummer 8 ist ein Totalschaden. „Wir versuchen noch das Chassis zu retten und hoffen, dass die Querlenker beim Aufprall nicht die Karbonröhre beschädigt haben“, berichtete Teammanager Dave O’Neill. Die FIA erlaubte dem US-Team immerhin, trotz Sperrstunde die ganze Nacht durchzuarbeiten, ohne dass es eine Strafe gibt.

Steiner bezeichnete den Unfall selbst als inakzeptabel: „So was darf im Jahr 2017 nicht passieren, schon gar nicht auf einer permanenten Strecke. Im Rennen wären die Folgen ungleich schlimmer gewesen. So etwas mag ich mir gar nicht ausmalen.“

Kanaldeckel nach 18 Jahren Malaysia nicht mehr sicher

Offenbar waren vor dem Rennen viele der Kanaldeckel abmontiert worden, um die Abflusskanäle zu säubern. Ob beim Einsetzen der Gitter Bolzen vergessen oder beschädigt wurden, wird gerade ermittelt. „Die meisten von den Bolzen sind seit 18 Jahren drin. Da kann schon mal was verrostet oder ausgeleiert sein“, vermutet O’Neill. Die FIA will nun vor den Samstagstrainings alle Kanaldeckel noch einmal checken und notfalls verschweißen lassen.

Nicht nur Romain Grosjean kam mit dem Schrecken davon. Hinter dem Franzosen fuhr Felipe Massa. Der Williams-Pilot fühlte sich sofort an seinen Unfall von Budapest im Jahr 2009 erinnert, als ihn eine Feder eines vorausfahrenden Autos am Kopf traf.

Massa schauderte: „Als ich ankam, flog Romain schon Richtung Leitplanke ab. Ich habe nur Trümmer auf die Straße fliegen sehen. Erst dachte ich, es wären Teile des Autos, bis ich merkte, dass es ein Teil aus Eisen war. Wenn du das an den Kopf kriegst, hast du ein Problem. 2009 die Feder, jetzt ein Kanaldeckel. Keine schöne Vorstellung.“

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