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Alexander Albon - Toro Rosso - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 1.8.2019
Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 2.8.2019
Alfa Romeo - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 2.8.2019
Renault - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 2.8.2019 70 Bilder

Das große Formel 1-Quiz

Teamchefs und Fahrer spielen Kommissar

Die FIA hat sich zu einer ungewöhnlichen Aktion entschlossen. Sie hat den Teamchefs und den Fahrern zwölf strittige Rennszenen vorgespielt und ihnen die Frage gestellt: Wie würden Sie entscheiden?

Die Kritik zeigte Wirkung. Nach den Strafen für Sebastian Vettel in Montreal und Daniel Ricciardo in Paul Ricard war der Aufschrei groß. Den Sportkommissaren wurde vorgeworfen, dass sie zu oft ins Rennen eingreifen und zu schnell Strafen aussprechen. Seit dem GP Österreich sehen wir ein anderes Bild. Rennleitung und Sportkommissare lassen den Fahrern mehr Freiheiten. Und prompt haben wir bessere Zweikämpfe auf der Rennstrecke gesehen. Derek Warwick, der in Hockenheim der Fahrervertreter im Gremium der Sportkommissare saß, erklärte: „Das Urteil im Fall von Verstappen und Leclerc in Österreich ist jetzt unsere neue Richtlinie.“

Da zuvor die meiste Kritik von den Teams und den Fahrern kam, hat sich die FIA eine ungewöhnliche Aktion einfallen lassen. Rennleiter Michael Masi versammelte nach dem Freitagstraining zum GP Ungarn zuerst die zehn Teamchefs und dann die 20 Fahrer und spielte ihnen 12 strittige Rennszene aus den letzten drei Jahren vor. Dann wurden die Kandidaten gefragt: Wie würden Sie entscheiden? Die Antworten mussten schriftlich auf Fragebögen abgegeben werden, um das Votum anonym zu halten. In vier Wochen in Spa sind die zehn Sportdirektoren an der Reihe.

Sebastian Vettel - GP Kanada 2019
Motorsport Images
Beim GP Kanada erhielt Sebastian Vettel eine umstrittene Strafe.

90 Prozent „no further action“

Bei den Zwischenfällen ging es in einem ersten Schritt um die Frage: Strafe ja oder nein. Wer sich für eine Strafe entschied, musste dann erklären, welcher Fahrer hauptsächlich die Schuld trägt. In einem dritten Schritt mussten die Befragten das Strafmaß nennen, und zwar unabhängig davon, wie es aktuell im Regelbuch steht. Red Bull-Teamchef Christian Horner verrät, dass er zu 90 Prozent für „no further action“ gestimmt hat. „Eine Szene war die zwischen Vettel und Hamilton in Montreal. Für mich war das keine Strafe.“ Die FIA will die Antworten auswerten um eine Gefühl dafür zu bekommen, wie die Beteiligten im Einzelfall reagieren würden. Gleichzeitig kann man in Zukunft bei vergleichbaren Fällen den Beteiligten ihre eigenen Urteile unter die Nase halten, falls sie sich beschweren sollten.

Unabhängig von der Befragung hat die Rennleitung aus zwei Strafen in Hockenheim ihre Lehren gezogen. Es ging um Ferraris gefährliche Freigabe von Charles Leclerc nach einem Boxenstopp. Die Sportkommissare verhängten eine Geldbuße statt einer Fünfsekunden-Strafe. Lewis Hamilton bekam für das Abkürzen in die Boxengasse fünf Sekunden aufgebrummt. In Zukunft gibt es einheitliche Standards. Der Tatbestand „unsafe release“ wird grundsätzlich mit einer Zeitstrafe geahndet. Man kann sich nicht freikaufen.

Wenn ein Fahrer wie Hamilton auf der falschen Seite des Pollers in die Boxengasse einfährt, wird geprüft, ob höhere Gewalt vorliegt. Im Fall von Hamilton machte das Abkürzen Sinn. „Soll er mit einem kaputten Auto im Regen noch eine Runde drehen und dabei Wrackteile auf der Strecke verteilen?“, fragt Mercedes-Teammanager Ron Meadows. FIA-Rennleiter Masi sah ein: In so einem Fall ist es sicherer, dass der Fahrer sofort die Box aufsucht. Deshalb wird es dafür in Zukunft auch keine Strafe mehr geben.

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