Gute Karten für Winkelhock

Foto: Hans-Dieter Seufert

Die Chancen für den dritten Platz bei Midland sind für Markus Winkelhock besser als erwartet. Der Schwabe hat bei der Teamleitung einen Stein im Brett, und die Konkurrenten sind deutlich langsamer als der Deutsche.

Der Russe Rusinow und der Italiener del Monte waren Meilen weit weg von den Testzeiten des Markus Winkelhock. Jeffrey van Hooydonk und Thomas Biagi hatte der Schwabe bei seinem Formel 1-Test in Jerez (10.12.) ebenfalls im Griff. Der Belgier und der Italiener bringen zwar Geld mit, sind als Endzwanziger allerdings keine wirklichen Nachwuchskräfte mehr. Dem Niederländer Nicky Pastorelli ging vor einigen Tagen das sicher geglaubte Geld aus.

Winkelhock ist 25 und nahezu ohne Barschaft. Ohne Mitgift rechnet er sich wenig Chancen auf den Platz als Freitagstestfahrer bei Midland aus. Auch wenn Winkelhocks Management betonte, der Deutsche sei kein Paydriver, während seiner Testfahrt prangten auffällig große Liqui Moly-Aufkleber auf dem MF1-Toyota.

Nun hoffen die Winkelhock-Fans, dass das Mineralölunternehmen noch ein bisschen tiefer in die Tasche greift, um die Formel 1-Tür für den Sohn des verstorbenen Manfred Winkelhock ein ganzes Stück weiter aufzustoßen. Liqui Moly unterstützte schon Vater Manfred.

Besser als Massa und Barrichello

An den fahrerischen Qualitäten des Juniors bestehen keine Zweifel. Teamchef Colin Kolles und Teammanager Manfredi Ravetto sind alte Bekannte, die sich zu Aussagen hinreißen lassen, das Potenzial des Markus Winkelhock sei größer als das eines Felipe Massa oder Rubens Barrichello.

Bei seinem Test hatte Winkelhock nur einen halben Tag Zeit. Er ging am Morgen bei kaltem Wetter auf eine rutschige Piste und agierte fehlerlos. Im Gegensatz zu den anderen Cockpit-Anwärtern änderte das Team einige Dinge am Setup, um zu sehen, ob Winkelhock die veränderten Reaktionen des Autos spürt. Der Deutsche durfte zudem einige Starts üben. Auf die Boxentafel hatte das Team den Namen Winkelhocks Spitznamen "Winki" geschrieben.

Christijan Albers: "Er hätte es verdient"

Dass er die Zeiten von Stammfahrer Christijan Albers unterbot, hat wenig zu bedeuten. Der Niederländer fuhr an diesem Samstag ausschließlich den V8-Motor, während die Novizen mit dem stärkeren V10 unterwegs waren. Ein Maßstab ist die Bestzeit von Tiago Monteiro, der im V10-Renner lediglich eine Sekunde schneller war als der Neuling Winkelhock. Kollege Albers war voll des Lobes: "Er hätte den Platz verdient."

Die größte Gefahr für Winkelhocks Formel 1-Chancen sind Fahrer vom Kaliber eines Nicolas Kiesa. Der Däne verfügt über eine ausreichende Mitgift und hat bereits Formel 1-Erfahrung.

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