Kevin Magnussen - Haas - GP Spanien 2019 Wilhelm

Haas führt Mittelfeld an

Reifen-Rätsel noch nicht gelöst

Haas präsentiert sich in Barcelona so stark wie bei den Wintertests. Von den Reifenproblemen der letzten Rennen ist plötzlich nichts mehr zu sehen. Die Piloten geben aber noch keine Entwarnung.

Nach den guten Trainingsleistungen konnte man schon erwarten, dass Haas das Mittelfeld in der Startaufstellung anführen würde. Dass Romain Grosjean und Kevin Magnussen der direkten Konkurrenz im Qualifying aber so deutlich davon fahren würden, damit war nicht zu rechnen. Lando Norris, der im Q2 die schnellste Zeit der Verfolger gesetzt hatte, fehlten mehr als vier Zehntel auf die schwarz-goldenen US-Raketen.

Magnussen wollte das aber nicht überbewerten: „Wir sind schon sehr zufrieden damit, dass wir das schnellste Auto hinter den Top-Teams haben. Es stimmt, dass der Abstand nach hinten sehr groß ist. Wir liegen näher an den Spitzenteams dran, als das Mittelfeld an uns. Ich hoffe, dass wir das in ein gutes Rennergebnis ummünzen können.“

Grosjean glaubt nicht, dass man sich im Rennen nach vorne orientieren kann: „Normalerweise ist der Abstand in Sachen Rennpace zwischen den Top-Teams und uns noch größer als im Qualifying. Sie werden wohl wegziehen. Wenn wir auf den Plätzen 7 und 8 ein langweiliges Rennen erleben, dann wäre das schon perfekt für das Team. Aber das ist die Formel 1 hier und wir fahren mit Pirelli-Reifen – da kann man nie wissen, was passiert.“

Kevin Magnussen - Haas - GP Spanien 2019
Wilhelm
Kevin Magnussen durfte am Samstag auch endlich das große Upgrade-Paket fahren.

Haas-Piloten schauen in den Rückspiegel

Auch Magnussen traut dem Braten noch nicht. Er orientiert sich eher nach hinten. „Wir haben die Reifen auf eine schnelle Runde immer einigermaßen zum Arbeiten gebracht. Aber wenn wir mit viel Sprit ein paar Runden am Stück fahren wollten, wurde die Pace irgendwann immer schwächer. Das war hier im Training zwar nicht so schlimm, aber nach den letzten Rennen sind wir schon etwas nervös.“

Die ultimative Lösung des Reifenrätsels hat Haas immer noch nicht gefunden. Da hat auch das große Upgrade-Paket nicht geholfen, mit dem die Ingenieure erfolgreich den Abtrieb erhöhen konnten. Dafür, dass es in Barcelona besser läuft, sind vor allem das Streckenlayout, die höheren Temperaturen und der raue Asphalt verantwortlich.

Grosjean will noch längst nicht Entwarnung geben: „Es macht sich hier zwar nicht so stark bemerkbar, aber das grundlegende Problem ist immer noch vorhanden. Wir haben also für Monaco und Kanada noch viel Arbeit vor uns, auch wenn uns da die weicheren Reifen hoffentlich helfen.“

Muss Haas wieder heulen?

Magnussen ist ebenfalls skeptisch, was die Reifenfrage angeht: „Wir lernen immer noch dazu. Ich hoffe, dass es morgen so funktioniert wie geplant. Und ich hoffe dann auch, dass wir verstehen, warum es funktioniert. Sollte es nicht klappen, dann heißt es, dass wir immer noch keine Ahnung haben. Dann werden wir wohl einfach nach Hause fahren und heulen.“

Sollte die Konkurrenz irgendwann im Rückspiegel auftauchen, wird sich das dänisch-französische Haas-Duo aber mit allen Mitteln verteidigen. „Das Gute hier auf dieser Strecke ist, dass man schlecht überholen kann. Selbst wenn uns etwas an Rennpace fehlt, kommen die anderen nicht so einfach vorbei“, blickt Magnussen voraus.

Kevin Magnussen - Haas - GP Spanien 2019
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Der extrem aufgesplitterte Bargeboard-Bereich ist das Prunkstück der Barcelona-Ausbaustufe.

Der 26-Jährige hatte am Samstag nicht nur mit den Reifen zu kämpfen, sondern auch mit der Technik. Nachdem Grosjean das große Upgrade-Paket schon am Freitag ausgiebig testen durfte, wurden die neuen Teile erst für das dritte Training am Auto mit der Startnummer 20 montiert. In nur einer Stunde musste er Fahrstil und Setup an die Ausbaustufe anpassen.

Magnussen braucht noch Feintuning

„Ich hatte ein paar Probleme, mich auf das umgebaute Auto einzustellen“, gibt Magnussen zu. „Der Unterschied im Fahrverhalten ist sehr groß, auch wenn der Unterschied in Sachen Rundenzeit noch nicht so üppig ausfällt. Ich habe etwas gebraucht, bis ich das ganze Potenzial rausholen konnte. Und ich muss immer noch etwas Feintuning betreiben.“

Auch wenn Magnussen die neuen Teile auch gerne schon am Freitag ausprobiert hätte, bezeichnete der Fahrer die Entscheidung der Teamführung zum Splitten der Pakete als richtig. „Wir mussten ja Vergleichsdaten sammeln. Deshalbt möchte ich mich da gar nicht beklagen.“

Um die Punkteausbeute im Rennen nicht zu gefährden, wollen die beiden Haas-Fahrer immer genügend Abstand voneinander halten. Obwohl sie mit nur 11 Tausendsteln Abstand im Qualifying in Sachen Pace ganz nah zusammen liegen. „Wir haben aktuell acht Punkte auf der Tafel. Und wir wissen, dass wir ein sehr schnelles Auto haben. Da darf es keine Rolle spielen, wer am Ende auf Rang 7 und wer auf Rang 8 ins Ziel fährt. Wir müssen sauber durchs Rennen kommen“, fordert Magnussen.

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