HaasF1 modifiziert Boxenstopps

Ein Aufpasser am roten Knopf

Romain Grosjean - GP Australien 2018 Foto: sutton-images.com 66 Bilder

HaasF1 hat das Boxenstopp-Drama von Melbourne abgehakt. Für das Rennen in Bahrain wurde die Prozedur leicht geändert, die Mannschaft umgestellt und ein Aufpasser hinzugefügt, der notfalls auf den roten Knopf drücken kann.

Die 22 WM-Punkte, die HaasF1 beim GP Australien verspielt hat, tun immer noch weh. Romain Grosjean und Kevin Magnussen fuhren mit leeren Händen nach Hause. In beiden Fällen wurde beim Boxenstopp geschlampt. Die Radmutter verkantete, und die Fahrer mussten ihre Autos kurz nach den Boxenstopps abstellen. „Aber so eine verpasste Chance ist leichter zu ertragen, wenn du weißt, dass du ein gutes Auto hast und du es beim nächsten Rennen wieder gutmachen kannst“, sagt Teamchef Guenther Steiner.

Nach dem Rennen in Melbourne setzte sich das Team zusammen, um die Pannen bei den Boxenstopps zu analysieren. „Es war eine ruhige Atmosphäre. Auch die Fahrer haben sich da toll verhalten. Sie wissen, dass diese Fehler nicht absichtlich passieren. Schuldzuweisungen bringen nichts, weil wir an der Vergangenheit eh nichts mehr ändern können. Wir müssen dafür sorgen, dass es uns in Zukunft nicht noch einmal passiert“, erklärte Steiner.

Mehr Boxenstopp-Training in Bahrain

Romain Grosjean - HaasF1 - GP Australien 2018 Boxenstopp-Drama bei HaasF1 Zwei Mal menschliches Versagen

Dazu hat HaasF1 die Boxenstopp-Prozedur leicht verändert und innerhalb der Crew Positionen getauscht. Außerdem werden in Bahrain öfter Boxenstopps trainiert. Schon am Mittwoch Abend, Ortszeit 21 Uhr, wurde der US-Renner zum ersten Mal vor die Garage gerollt, um die neuen Abläufe zu üben. „Zu viel Training ist aber auch nicht gut. Sonst werden die Jungs müde.“

Neu ist, dass es jetzt einen zusätzlichen Mann in der Truppe gibt, der per Fernbedienung den Ablauf stoppen kann, sollte einer der Mechaniker mit Handzeichen warnen, dass es ein Problem gibt. „Der Mechaniker selbst kann nichts tun“, bekräftigt Steiner.

Wenn er den Schlagschrauber abzieht und die grüne Taste drückt, dann ist dieser Befehl im System. Der Mann am Schlagschrauber kann sie nicht mehr rückgängig machen. „Dazu braucht es eine extra Person, die vor dem Auto steht und alle vier Ecken im Auge hat.“

Schrauber-Positionen vertauscht

Die Dreierseilschaften an den Räder wurden minimal vertauscht. So ist einer der beiden Männer am Schlagschrauber, denen in Melbourne das Missgeschick passiert ist, innerhalb der Reifenwechsel-Truppe an eine andere Stelle gerückt. „Wir müssen jetzt schauen, dass die Jungs ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen“, so Steiner.

Neue Boxenstopp-Rekorde sind für den US-Rennstall in Bahrain tabu. „Wir müssen diesmal sicherstellen, dass die Räder dranbleiben, wenn die Autos aus der Boxengasse fahren“, lächelt Steiner. „Uns ist jetzt ein solider Dreisekunden-Stopp lieber als ein Flop mit 2,3 Sekunden. Wenn dann am Ende 2,7 Sekunden dabei herauskommen, habe ich auch nichts dagegen.“

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