Haas vs. Racing Point - GP Bahrain 2019 Motorsport Images

Haas vs. Racing Point

Effizienz schlägt Speed

Haas hat ein schnelles Auto, verschenkt aber im Rennen regelmäßig Punkte. Racing Point muss noch Speed finden, steht nach Punkten aber fast genauso gut da wie das US-Team. Wir analysieren die Probleme der Mittelfeldkonkurrenten.

Formel 1 paradox: Das Mittelfeld ist vom Speed her näher dran an der Spitze, aber von den Punkten weiter weg. Renault und Alfa Romeo stehen mit jeweils 12 Punkten an der Spitze der zweiten Kategorie. Die drei Top-Teams sehen sie nach nur drei Rennen nur noch mit dem Fernrohr. Mercedes hat 130 Punkte, Ferrari 73, Red Bull 52.

Die gute Nachricht in der Gruppe der Verfolger: Noch nichts ist entschieden. Der Neuntplatzierte Toro Rosso liegt nur 8 Punkte hinter dem 4. Platz. Mitten drin sind zwei Teams, die sich nicht grün sind. Racing Point schießt in regelmäßigen Abständen mit scharfer Munition gegen Haas. Dem ehemaligen Force India-Team missfällt, dass Haas und Ferrari zu eng zusammenarbeiten.

Haas klagte im Gegenzug vor Gericht, dass Racing Point nach der Insolvenz trotz Neubeginn das Antrittsgeld von den Rechteinhabern bekommt. Auf der Rennstrecke begegnen sich die beiden Teams meistens erst im Rennen. Da geht es bei Racing Point nach vorn, bei Haas nach hinten.

Kevin Magnussen - GP China 2019
Wilhelm
Im Rennen geht es für die beiden Haas-Piloten regelmäßig rückwärts.

Haas drei Mal mit zwei Autos im Q3

Der US-Rennstall hat das schnellere Auto. Bis jetzt haben sich Romain Grosjean und Kevin Magnussen in der Qualifikation drei Mal mühelos für das Q3 qualifiziert. Das hat nicht einmal Red Bull geschafft, geschweige denn einer der direkten Konkurrenten aus dem Mittelfeld. Doch Haas konnte den Speed bislang nur ein Mal auch im Rennen umsetzen. In Melbourne sammelte Magnussen 8 Punkte.

Umgekehrtes Bild bei Racing Point. Der RP19 wurde mit einem Problem geboren. Ihm fehlt Speed in den langsamen Kurven. Zwischen Einlenken und Scheitelpunkt ändert sich die Balance. Die Folge: Lance Stroll blieb drei Mal im Q1 hängen.

Doch die Truppe aus Silverstone hat ja noch Sergio Perez. Und der machte zuletzt aus den Startplätzen 14 und 12 im Rennen fünf WM-Punkte. Zusammen mit den zwei Zählern von Stroll in Australien steht Racing Point nur einen Punkt hinter Haas. Man könnte sagen: Effizienz schlägt Speed.

Die Haas-Piloten klagen seit Bahrain, dass sie im Rennen nur zwei schnelle Runden drehen können. Je älter die Reifen, desto mehr geht die Reise rückwärts. Die Reifen verlieren mehr und mehr Grip, die Fahrer kommen nicht mehr aus den Ecken raus und sind auf den Geraden verwundbar.

Dabei fährt Haas mit mehr Abtrieb als viele Autos im Umfeld. Am besten zu erkennen im Vergleich mit Sauber, die ebenfalls einen Ferrari-Motor im Heck haben aber deutlich bessere Top-Speeds erzielen. Die Haas-Ingenieure machen die Reifentemperaturen für die Misere verantwortlich. Zu kalt im Mantel, zu heiß auf der Oberfläche.

Racing Point - Formel 1 - GP China 2019
Jerry André
Sergio Perez hat den Großteil der Punkte für Racing Point besorgt.

Große Technik-Updates in Barcelona

Racing Point ist es bislang gelungen, das Potenzial des Autos im Rennen voll auszuschöpfen. Mit Perez im Auto kommen unter dem Strich bessere Resultate heraus, als es das Auto eigentlich verdient.

„Solange unser Auto noch nicht so gut ist, müssen wir Punkte hamstern und unsere direkten Gegner schlagen. Das Rennen in China war aus unserer Sicht perfekt. Die erste Runde gab mir die Position, aber der Rest war schwieriger. Ich musste Reifen managen und stand gleichzeitig unter viel Druck von Kimi hinter mir.“

Racing Point-Technikchef Andy Green hat das Entwicklungsprogramm für zwei Rennen ausgesetzt. Die Ingenieure wollen erst ihr Auto verstehen. „Wir hatten in China nichts Neues am Auto. Auch in Baku gibt es keine Upgrades. Dort sieht das Auto sowieso anders aus, weil die Strecke Flügel mit weniger Abtrieb verlangt. Erst in Barcelona schlagen wir wieder zu.“ Das will auch Haas. „Wir haben ein großes Upgrade in Spanien“, verrät Teamchef Guenther Steiner und ergänzt: „Das halbe Auto ist dann neu.“

Fahrernoten GP China: Die Piloten in der Einzelkritik

Fahrer - Startaufstellung - GP China 2019 - Shanghai
Motorsport Images 1/21 GP China: 4/10 - Der 500. Grand Prix 1990 in Adelaide hätte für uns die Note 9 bekommen. Da konnte das 1.000. Rennen nicht mithalten. Der GP China war eine laue Nummer mit weniger Überholmanövern als gedacht, mit einem klaren Doppelsieg für Mercedes und auch sonst wenig Bewegung im Feld. Einziger Aufreger war der Versuch einer Stallregie von Ferrari, der für Charles Leclerc in die Hosen ging.
Fahrer - Startaufstellung - GP China 2019 - Shanghai Lewis Hamilton - Mercedes - GP China 2019 - Shanghai Valtteri Bottas - Mercedes - GP China 2019 - Shanghai Max Verstappen - Sebastian Vettel - GP China 2019 - Shanghai Max Verstappen - Red Bull - GP China 2019 - Shanghai Charles Leclerc - Ferrari - GP China 2019 - Shanghai Pierre Gasly - Red Bull - GP China 2019 - Shanghai Daniel Ricciardo - Renault - GP China 2019 - Shanghai Sergio Perez - Racing Point - GP China 2019 - Shanghai Kimi Räikkönen - Alfa-Sauber - GP China 2019 - Shanghai Alexander Albon - Toro Rosso - GP China 2019 - Shanghai Romain Grosjean - Haas - GP China 2019 - Shanghai Lance Stroll - Racing Point - GP China 2019 - Shanghai Kevin Magnussen - Haas - GP China 2019 - Shanghai Carlos Sainz - McLaren - GP China 2019 - Shanghai Antonio Giovinazzi - Alfa-Sauber - GP China 2019 - Shanghai George Russell - Williams - GP China 2019 - Shanghai Robert Kubica - Williams - GP China 2019 - Shanghai Lando Norris - McLaren - GP China 2019 - Shanghai Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP China 2019 - Shanghai Nico Hülkenberg - Renault - GP China 2019 - Shanghai
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