Romain Grosjean - Haas - GP Australien 2019 Motorsport Images

Haas verliert wieder ein Rad

„Steigerung um 50 Prozent“

Vor 12 Monaten waren beide Haas-Autos beim Saisonstart in Australien mit losen Rädern ausgefallen. Dieses Mal trat ein ähnliches Problem am Auto von Romain Grosjean auf. Teamchef Guenther Steiner zieht trotzdem ein positives Fazit.

Nachdem Romain Grosjean in der 15. Runde zum Boxenstopp abgebogen war, trauten die Fans ihren Augen nicht. Der Mechaniker vorne links bekam das Rad nicht befestigt. Erst mit sieben Sekunden Verspätung wurde der Franzose wieder ins Rennen geschickt. Doch das Rad hielt nicht lange an: 14 Runden später rollte der Haas mit der Startnummer 8 aus.

Teamchef Steiner mit Ironie

Wie im Vorjahr hing das Rad nur noch lose an der Aufhängung. Teamchef Guenther Steiner sprach anschließend von einem Déjà-vu. „Es ist wirklich verhext. Wir haben letztes Jahr nach Melbourne 20 Rennen ohne Probleme abgespult. Und kaum kommen wir wieder hierher, geht das wieder los. Wir sehen es positiv: Immerhin haben wir dieses Mal 50 Prozent der Autos ins Ziel gebracht. Vielleicht schaffen wir im nächsten Jahr dann 100 Prozent.“

Nach Aussage von Steiner hat sich der Radverlust schon bei der Montage abgezeichnet: „Der Mechaniker hat gemerkt, dass etwas nicht passt und hat das Rad noch einmal ab- und angeschraubt. Das hat auch funktioniert. Im Gegensatz zum Vorjahr war das Rad immerhin nicht locker. Aber beim zweiten Ansetzen wurde leider das Gewinde beschädigt. Am Ende führte dann ein Bruch der Radmutter zum Ausfall.“

Kevin Magnussen - Formel 1 - GP Australien 2019
Wolfgang Wilhelm
Kevin Magnussen holte in Melbourne acht WM-Zähler.

Grosjean hatte durch den Boxenstopp schon so viel Zeit eingebüßt, dass es selbst bei einer Zielankunft keine Punkte mehr gegeben hätte. Das Team entschuldigte sich beim Fahrer für den Fehler. Grosjean selbst hat den Fauxpas nach Auskunft von Steiner schnell abgehakt: „Er ist nicht besonders niedergeschlagen. Er weiß, dass er ein gutes Auto hat, mit dem er noch viele Punkte einfahren kann. Wir müssen das jetzt hinter uns lassen und uns auf die kommenden Aufgaben konzentrieren.“

Bisher keine Überraschungen für Haas

Der Teamchef versucht, die positiven Seiten hervorzuheben: „Wir sind sehr konkurrenzfähig, was die Startplätze sechs und sieben zeigen. Kevin ist ein gutes Rennen gefahren. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir acht Punkte mehr. Die negative Seite ist aber, dass es hätten viel mehr sein können. Ich werde deshalb aber nicht in Tränen ausbrechen. Wir kennen das Potenzial des Autos. Wir müssen es nur noch umsetzen.“

Der VF-19 hat die Erwartungen bisher voll erfüllt. Mit etwas Hilfe von Ferrari hat der US-Rennstall ein Auto gebaut, das aktuell das Mittelfeld anführt. „Beide Fahrer sind im Qualifying praktisch mühelos die Zeiten gefahren. Manchmal ist ein Auto so spitz, dass es schwer ist, das Maximum herauszuholen. Aber dieses Auto scheint immer schnell zu sein. Unsere Piloten fühlen sich wohl. Die Balance passt. Es gibt keine Überraschungen. Ich hoffe, es bleibt auch so.“

Zumindest für die kommenden drei Rennen in Bahrain, China und Aserbaidschan sind die Hoffnungen groß, dass sich am Kräfteverhältnis nichts ändert. „Ich glaube nicht, dass die anderen schon in Bahrain mit großen Upgrades kommen werden. Der Upgrade-Krieg beginnt normalerweise erst in Barcelona“, erklärte Steiner optimistisch.

Und wenn die anderen nachlegen, wird auch Haas etwas im Köcher haben. Hatten die Ingenieure im vergangenen Jahr erst in Montreal neue Teile parat, soll die Weiterentwicklung dieses Jahr etwas früher beginnen: „Mit den neuen Regeln lassen sich durch Upgrades größere Fortschritte erzielen als im Vorjahr. Deshalb planen wir auch mit neuen Teilen für Barcelona“, erklärt Steiner. Dann müssen nur noch die Räder halten.

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