Romain Grosjean - Haas - GP Spanien 2020 - Barcelona xpb
Red Bull - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Qualifying - Samstag - 15. August 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Qualifying - Samstag - 15. August 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Qualifying - Samstag - 15. August 2020
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Qualifying - Samstag - 15. August 2020 34 Bilder

Freitagskönige Haas & Renault stürzen ab

Wo ging der Speed verloren?

Haas und Renault hatten nach dem Freitagstraining ein gutes Gefühl. Der eine hoffte, ein Auto ins Q3 zu bekommen, der andere ging fest davon aus. Am Ende blieben beide Haas im Q1 hängen und beide Renault im Q2. Spurensuche bei zwei enttäuschten Teams.

Haas und Renault sahen am Freitag noch wie Gewinner aus. Die einen zeigten ihre beste Saisonleistung mit Romain Grosjean auf den Plätzen 5 und 6 und Kevin Magnussen mit einem starken Longrun. Die anderen schienen ihren Fortschritt von Silverstone zu bestätigen. Bei Haas machte sich die leichte Hoffnung breit, ein Auto in das Q3 zu bringen. Q2 erschien dem US-Team fast wie eine Formalität.

Renault ging fest davon aus, sich mit mindestens einem Auto für die Top Ten zu qualifizieren. Besser mit beiden, wo doch der neue Präsident Luca de Meo als aufmerksamer Beobachter in der Garage zu Gast war. Daniel Ricciardo versprach bei einem Gespräch am Vormittag: "Du kannst uns in Q3 erwarten." Da war der Australier zu voreilig.

Es kam anders. Beide Haas-Fahrer scheiterten schon an der Q1-Hürde. Da war es auch kein Trost, dass Kevin Magnussen den Aufstieg um nur 0,111 Sekunden verpasste. Die Renault-Piloten starten von den Plätzen 13 und 15 und blieben damit weit hinter den Erwartungen zurück. Auch Daniel Ricciardo kann sich nichts dafür kaufen, dass ihm nur 32 Tausendstel zum Weiterkommen fehlten.

Beide Verlierer des Samstags eint das gleiche Problem. Barcelona ist eine Strecke, auf der man nur schwer überholen kann. Selbst guter Rennspeed und gutes Reifenmanagement sind kein Garantieschein, Plätze gutzumachen. "Wenn du im Verkehr steckst, machst du dir schnell die Vorderreifen kaputt", fürchtet HaasF1-Teamchef Guenther Steiner. Ricciardo meint mürrisch: "Meine Strategen sagen, wir müssen schon eine Sekunde schneller sein, um überholen zu können." Das sind keine guten Aussichten im Mittelfeld, wo Sekundenbruchteile entscheiden.

Kevin Magnussen - Haas - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Qualifying - Samstag - 15. August 2020
xpb
Kevin Magnussen verpasste den Aufstieg in Q2 um rund eine Zehntelsekunde.

Grosjean erkennt Auto nicht

So wenig wie der US-Rennstall am Freitag seine gute Form erklären konnte, so wenig war man in der Lage, Gründe für den Absturz zu finden. Bei Grosjean könnte man noch spekulieren, ob der Motorwechsel über Nacht einen Unterschied ausgemacht hat. Möglicherweise schafften es die Mechaniker bei ihrer Arbeit bis vier Uhr morgens nicht, den VF-20 wieder exakt so hinzustellen wie am Freitag. Grosjean jedenfalls erkannte sein Auto nicht wieder: "Das Auto fühlte sich wieder so kritisch an wie vor den beiden Silverstone-Rennen, an denen wir dann gute Fortschritte gemacht haben."

Der Franzose beklagte vor allem massives Untersteuern. "So kann ich nicht fahren. Ich kann nicht auf der letzten Rille bremsen und das Auto so in die Kurve werfen, wie ich es brauche." Ganz allein an der Großreparatur kann es nicht gelegen haben. "Im dritten Training sah es trotz Platz 13 für mich noch so aus, dass wir im Plan liegen. Aber in der Qualifikation hatte ich überhaupt kein Vertrauen mehr in mein Auto."

Magnussen dagegen stellte erleichtert fest, dass Silverstone 2 ein einmaliger Ausreißer nach unten war. "Das Auto fühlte sich wieder normal an. Der Aufstieg ins Q2 war möglich. Ich habe ihn knapp verpasst. Im letzten Versuch waren die Reifentemperaturen nicht optimal, weil ich vor Beginn der Runde im Stau stand. Alle wollten eine Lücke schaffen. Ich bin praktisch Schrittgeschwindigkeit gefahren. Dabei fiel die Reifentemperatur in den Keller."

Esteban Ocon - Renault - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Qualifying - Samstag - 15. August 2020
Wilhelm
Am Ende der drei Quali-Teile bildete sich jeweils ein Stau.

Stau in Q2

Mit Stau hatten auch die Renault-Fahrer zu kämpfen. Sie hingen auf der Aufwärmrunde für den letzten Versuch in Q2 jeweils im Pulk hinter dem Racing Point von Sergio Perez, dem Ferrari von Charles Leclerc, den beiden McLaren und dem Red Bull von Alexander Albon fest. Daniel Ricciardo und Esteban Ocon meldeten. "Wir sind im letzten Sektor fast stillgestanden und rollten nur sehr langsam den Berg hinunter." Auf die Konditionierung der Reifen hatte die Schleichfahrt keine Auswirkung. "Die Aufwärmrunde fährst du sowieso extrem langsam hier, damit die Reifen kühl bleiben. Wenn du zu schnell fährst, bezahlst du es im letzten Sektor. Und dort müssen die Hinterreifen in den letzten Kurven noch halbwegs frisch sein", erklärt Ricciardo.

Es war ein Rückschlag für Renault auf dem Weg an die Spitze des Mittelfeldes. Ausgerechnet der neue Erzfeind Racing Point machte sich auf den Plätzen hinter Mercedes und dem Red Bull von Max Verstappen breit. Die Balance des Autos sei wie am Trainingsfreitag gewesen, als es für den vierten Platz gereicht hatte, berichtete Ricciardo. Am Auto sei nichts fundamental falsch gewesen, an den Runden in Q2 ebenso wenig.

"Mein Gefühl sagte mir eigentlich, dass es reichen müsste für Q3. Die anderen haben einfach dieses eine Extra-Zehntel gefunden, wir leider nicht", stellte der siebenmalige GP-Sieger fest. "Normal bist du bei einem Rückstand von 32 Tausendstel wenigstens Elfter. Nicht mal das war mir vergönnt." Jetzt bleibt nur die Hoffnung, über die Strategie in die Punkte zu kommen. "Es ist nicht klar, ob ein oder zwei Stopps besser sind."

Teamkollege Ocon konnte nach seinem Unfall vom Vormittag froh sein, überhaupt an der Qualifikation teilzunehmen. Die Mechaniker machten sein Auto innerhalb von 63 Minuten wieder flott. Es war der einzige Lichtblick an einem vergeigten Tag. "Das Bremspedal war ein bisschen lang, weil wir die Bremse nicht entlüften konnten. Damit musste ich leben." Ocon rätselt, warum er vor allem auf den Geraden Zeit auf das Schwesterauto verliert. "Das beobachten wir seit Silverstone 2. Wir wissen nicht, warum es so ist." Vielleicht, so der Franzose, liege es daran, dass Ricciardo bereits den zweiten Motor in dieser Saison fährt. Ein frischer Motor bringt oftmals einen kleinen Unterschied. "Ich verliere auf den Geraden und war nach meinem Unfall natürlich nicht voll Selbstvertrauen. Dazu hat Grip gefehlt."

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