Mick Schumacher -  Haas - Formel 1 - GP Italien - Monza - 9. September  2021 Motorsport Images
Mick Schumacher - Jordan 191 - Silverstone - Juli 2021
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Mick Schumacher - Jordan 191 - Silverstone - Juli 2021 11 Bilder

Haas-Aussprache: Noch keine Stallregie

Aussprache nach Zandvoort-Kollision Noch keine Stallregie bei Haas

Bei Haas war zuletzt ordentlich Feuer unterm Dach. Vor dem Rennwochenende in Monza hat sich Teamchef Guenther Steiner seine beiden Piloten zur Brust genommen und klare Regeln für den Kampf auf der Strecke aufgestellt. Eine Stallregie soll es aber nicht geben. Noch nicht.

Für Mick Schumacher und Nikita Mazepin gibt es dieses Jahr nicht viel zu gewinnen. Haas fährt dem Rest des Feldes mit Respektabstand hinterher. Da bleibt das einzige Ziel für die beiden Rookies, zumindest das interne Teamduell zu gewinnen. Entsprechend hart wurde der Kampf zuletzt auf der Strecke ausgefochten.

In Zandvoort kam es sogar zur Kollision. Schumacher war in der Startrunde mit Überschuss aus der letzten Kurve gekommen und startete innen einen Angriff auf das Schwesterauto. Doch Mazepin schmiss die Tür in letzter Sekunde zu. Die Autos berührten sich. Schumacher touchierte auch noch die Pylone am Boxeneingang, wodurch der Frontflügel zu Bruch ging.

Direkt nach dem Rennen versuchte Teamchef Guenther Steiner den Teamfrieden wieder herzustellen. Doch da waren die Gemüter noch zu erhitzt. In Monza startete man am Donnerstag (9.9.) einen neuen Anlauf. Dieses Mal wählte das Haas-Oberhaupt offenbar die richtigen Worte. Beide Piloten äußerten sich anschließend zuversichtlich, eine gute Lösung für die Zukunft gefunden zu haben.

Nikita Mazepin - Formel 1 - GP Italien - Monza - 9. September  2021
Motorsport Images
Nikita Mazepin versteht die Aufregung nicht. Aus seiner Sicht war das Manöver gegen Schumacher regelkonform.

Mazepin sieht keinen Fehler

"Die Fahrer müssen ja keine Freunde werden", erklärte Steiner. "Aber es muss eine gute Arbeitsbeziehung geben, so dass beide als Team funktionieren." Der Südtiroler zeigt aber auch Verständnis für die Situation der Piloten. "Wenn sich zwei Teamkollegen hart duellieren, sieht es immer so aus, als hätten sie ein persönliches Problem. Beim Kampf mit anderen würde es nicht solche Diskussion geben."

Mazepin stellte in Monza noch einmal klar, dass sein Manöver gegen Schumacher nicht über dem Limit war: "Ich habe keine Regeln gebrochen. Der Angreifer muss einen bedeutenden Teil des Autos neben dem anderen haben. Nur dann muss man Platz lassen. Das war hier nicht der Fall. Also konnte ich nach rechts ziehen und mich verteidigen. Diese Regeln respektiere ich seit Jahren und so werde ich es auch weiter machen."

In der teaminternen Aussprache gab es offenbar keine Anschuldigungen gegen den Russen: "Es war gut zu hören, dass ich nicht der böse Bube bin. Wir arbeiten hart als Team, um unsere Probleme zu lösen. Manchmal muss man aber vielleicht auch einfach den Fuß vom Gas nehmen, wenn man eine Pylone vor sich sieht, anstatt sein Auto zu beschädigen."

Schumacher wollte sich in Monza nicht noch einmal zu der strittigen Szene äußern. Der Ferrari-Junior ist zuversichtlich, dass mit der Aussprache nun Ruhe einkehrt: "Wir haben uns teamintern unterhalten. Ich hoffe, dass wir auf eine Lösung gekommen sind, mit der alle leben können und die für beide Seiten passt."

Guenther Steiner - GP Niederlande 20211
Wilhelm
Teamchef Guenther Steiner hat im Gespräch klare Worte gefunden.

Drohung mit Stallregie

Offenbar hat Steiner den Streithähnen im persönlichen Gespräch gedroht, eine Stallregie einzuführen, wenn sie im Zweikampf nicht weniger aggressiv zu Werke gehen. "Ich will eigentlich nicht sagen: Wer im Qualifying oder in der ersten Kurve führt, bleibt auch vorne. Dann lernen sie nichts. Sie müssen für 2022 wissen, wie man sich hart und sauber auf der Strecke duelliert. Ein Nichtangriffspakt hilft niemandem, höchstens unserem Budget."

Auch von Teamseite wurde in Zandvoort nicht alles richtig gemacht, gab der Teamboss zu: "In der Qualifikation haben wir Nikita nicht klar genug kommuniziert, warum Mick überholen durfte. Daraus haben wir gelernt. Da müssen wir klarer werden. Aber das dürfte nicht so schwer sein."

Von Mazepin gab es dann noch eine kleine Spitze gegen Micks Onkel Ralf Schumacher, der die Aktion in Zandvoort als lebensgefährlich eingestuft hatte: "Ich respektiere jede Meinung. Es scheint, als wolle er seine Familie beschützen. Wenn seine Familie in der Formel 1 Schutz benötigt, dann höre ich mir das natürlich gerne an."

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