HaasF1 beeindruckt weiter

Force India sauer über Haas-Modell

Sergio Perez - GP Australien 2018 Foto: sutton-images.com 39 Bilder

HaasF1 stellte auch am Trainingsfreitag zum GP Australien 2018 das viertschnellste Auto. Das macht die Konkurrenz von Force India sauer. Der Rennstall aus Silverstone fühlt sich im Nachteil. Weil man auf sich allein gestellt ist.

Der erste Trainingstag in Melbourne bestätigte die Ergebnisse der Testfahrten von Barcelona. HaasF1 hat das viertschnellste Auto im Feld. Romain Grosjean reihte sich mit den Ultrasoftreifen in 1:24.648 Minuten auf dem sechsten Rang ein. Nur knapp hinter Sebastian Vettel im Ferrari und noch vor Daniel Ricciardo im Red Bull, der allerdings ohne die zwischenzeitliche Unterbrechung vor den US-Renner gekommen wäre.

HaaF1 dem Mittelfeld einen „halben Schritt“ voraus

HaasF1 führt das Mittelfeld souverän an. McLaren distanziert man bereits mit über einer halben Sekunde. Obwohl Grosjean keine optimale Runde erwischte. „Da wäre noch mehr drin gewesen“, sagt Teamchef Guenther Steiner. In den Longruns machte Grosjean ebenfalls eine prächtige Figur. „Wir hätten nicht nach mehr fragen können“, sagt Steiner.

Der Teamchef ist überzeugt, dass auch Kevin Magnussen in diese Regionen hätte vordringen können. Wenn er nicht von Problemen mit dem Gaspedal eingebremst worden wäre. „Er wollte, dass wir die Geometrie des Pedals für Melbourne ändern. Im ersten Training gab es damit Schwierigkeiten. Das hat sein Programm limitiert. Wir modifizierten das Gaspedal für das zweite Training, Kevin war aber noch immer nicht zufrieden. Erst bei seinem Run auf den Ultrasofts fühlte er sich wohl damit. Aber es fehlte entsprechend der limitierten Trainingszeit der Rhythmus. Sonst wäre er nicht 6 Zehntel hinter Romain gelandet.“

Zu weit will sich HaasF1 noch nicht aus der Deckung wagen und den Platz hinter den Top-Teams auch verbal für sich beanspruchen. „Im Qualifying werden die Hosen runtergelassen. Bis jetzt wissen wir nicht, wer wie schwer unterwegs ist und sich in welchem Motormodus bewegt.“ Die Konkurrenz zweifelt allerdings nicht daran, dass der US-Rennstall momentan die beste Figur abgibt im Mittelfeld. „Sie sind uns allen einen halben Schritt voraus“, meint Carlos Sainz.

Force India verärgert über HaasF1

Force India sieht es anders. „Im Longrun hatten wir nach unseren Berechnungen das viertschnellste Auto. Auf eine Runde sieht es anders aus. Da müssen wir noch zulegen. Sonst wird es unheimlich schwierig, nach vorne zu kommen. Du musst hier schon 1,5 Sekunden schneller sein, um überhaupt ans Überholen zu denken“, sagt Force India-Technikchef Andy Green.

Das Team mit Sitz in Silverstone verfrachtete das größte Upgrade-Paket aller Mannschaften nach Melbourne. Neu sind der Diffusor, Heckflügel, die hinteren Bremsbelüftungen und die Leitleche am Seitenkasten. „Wir müssen das Paket über Nacht noch im Detail analysieren. Aber die Indikatoren sprechen dafür, dass es wie gewünscht funktioniert. Die Fahrer fühlen einen großen Unterschied gegenüber Barcelona. Sie können die Kurven härter attackieren, weil das Auto mehr Haftung bietet.“

Force India - Barcelona F1-Test 2018 Force India muss warten Keine Namensänderung vor 2019

Mit den Updates ist Force India zufrieden. Über HaasF1 hingegen ärgert man sich. „Caterham hatte damals auch gute Ingenieure verpflichtet, aber nie einen Punkt geholt. HaasF1 ist schon jetzt auf unserem Level. Wenn nicht sogar darüber“, sagt Sportdirektor Otmar Szafnauer. Force India stinkt es, dass HaasF1 70 Prozent des Autos von Ferrari bezieht. Alle Fahrzeugteile bis auf das Chassis, die Aerodynamik und die Kühlung.

„Wir kriegen Motor und Getriebe von Mercedes. Dann sind wir auf uns alleine gestellt und stimmen uns mit niemandem ab. Wir verfolgen unsere eigene Philosophie und arbeiten mit den Möglichkeiten, die uns das Budget vorgibt. Andere Teams beziehen Teile und verfolgen dann auch noch die gleiche Philosophie wie die ihres Lieferanten“, ärgert sich Technikchef Green.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich der Ferrari SF71H und der Haas VF18 in einigen Details gleichen. HaasF1 übernahm zum Beispiel die Idee des Seitenkastenvorbaus und die der doppelten Heckflügelstütze. „Das Bodywork sieht aus wie der Ferrari Ende 2017“, meint Renaults Technikchef Nick Chester, ohne das Modell HaasF1 direkt zu kritisieren.

Auf der anderen Seite verfügt HaasF1 über ein höheres Budget als Force India. Das US-Team kann gut 150 Millionen US-Dollar ausgeben. Force India rund 30 Millionen weniger. Force Indias Teamchef Bob Fernley beruhigt: „HaasF1 startete auch letzte Saison gut. Aber wir haben sie im Verlauf der Saison überholt. Das zählt.“

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