HaasF1 nähert sich Renault

Telemetrie-Ausfall bei Grosjean

Kevin Magnussen - GP Japan 2018 Foto: sutton-images.com 68 Bilder

Der Kampf um die vierte Position in der Team-WM spitzt sich zu. HaasF1 verkürzte in Suzuka gegen Renault auf acht Punkte. Während bei Renault langsam Unruhe aufkommt, legt HaasF1 beim Heimspiel mit dem letzten Update der Saison nach.

HaasF1 nähert sich der 100-Punkte-Marke. Zum elften Mal im 17. Saisonrennen beschenkte sich der US-Rennstall mit Punkten. Romain Grosjean erreichte als achter Fahrer das Ziel beim GP Japan 2018. Dieses Ergebnis stockte das Punktekonto auf 84 Zähler auf. Teamchef Guenther Steiner resümierte: „Wir haben drei Punkte mehr geholt als Renault. Das ist die Hauptsache.“ Es bleiben HaasF1 noch vier Grand Prix, um Renault vom vierten Platz in der Konstrukteurs-WM zu schubsen. Und um die 100 Punkte voll zu machen.

Der GP Japan war kein einfacher für den immer noch jungen Formel-1-Rennstall. Kevin Magnussen war bereits nach zwei Runden kein Punktekandidat mehr. Der Däne verteidigte sich hart auf der Zielgerade, zog Charles Leclerc im letzten Moment vors Auto und bezahlte es mit einem aufgeschlitzten linken Hinterreifen.

Leclerc vs. Magnussen

Leclerc konnte unter Vollgas nicht ausweichen und donnerte dem HaasF1 ins Heck. Magnussen humpelte zurück zu seiner Mannschaft. Die Reifenfetzen beschädigten Unterboden, Bremsbelüftungen und Heckflügel. Der Schaden zwang ihn später zur Aufgabe. Leclerc tobte am Funk über Magnussens Fahrweise.

Der ehemalige McLaren- und Renault-Fahrer schilderte den Vorfall so: „Leclerc hatte Windschatten, ich mauerte die Innenspur zu, er folgte mir erst, zog dann aber wieder nach links und schlitzte mir das Hinterrad auf. So etwas passiert manchmal leider im Rennsport.“ Steiner verteidigte die robuste Fahrweise seines Piloten. „Leclerc ist ihm gerade hinten rein gefahren.“ Die Rennkommissare sahen bei keinem Fahrer die volle Schuld und verzichteten auf Strafen.

F1-Fotos GP Japan - Rennen
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Grosjean im Blindflug

Magnussen verteilte Trümmerteile und versetzte den Haas-Kommandostand in Sorge. Die Telemetrie war ausgefallen. Die Ingenieure sahen weder Reifentemperaturen noch Reifendrücke. Weil Grosjeans Auto immer wieder leicht versetzte, fürchtete HaasF1 einen schleichenden Plattfuß – ausgelöst durch ein Trümmerteil. Die schlimmsten Befürchtungen traten nicht ein. Es blieb trotzdem ein Blindflug. In der 29. Runde tauschte Grosjean das einzige Mal die Reifen.

HaasF1 wehrte Force Indias Undercut mit Sergio Perez und Esteban Ocon gerade so ab. „Es war perfektes Timing“, lobte Steiner. „Wir wollten auf keinen Fall hinter Leclerc rutschen und haben deshalb länger gewartet. Es ging sich perfekt aus.“ Die Haas-Ingenieure reagierten in dem Moment, als Perez den Monegassen überholte.

Trotzdem schlüpfte Perez am Ende doch noch durch. Nach der VSC-Phase überholte er Grosjean. Der Franzose war unter VSC zu vorsichtig gewesen und büßte zwei Sekunden ein. „Romain muss aufpassen. Er hat ja schon neun Strafpunkte. Da blieb er auf der sicheren Seite“, sagte Steiner. Unter doppelt gelb jedoch war Perez drei Zehntel langsamer.

Renault in Sorge

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HaasF1 verlässt Suzuka mit einem positiven Gefühl. „Der Speed war gut, die Taktik auch. Wir sind schneller als Renault.“ Der französische Werksrennstall sammelte nur einen Punkt mit Carlos Sainz ein. Nico Hülkenberg gab mit einem Schaden im Heck auf. Bei Renault geht es in den letzten Rennen nicht voran. Es herrscht Stilstand. So langsam gewinnt man den Eindruck, dass sich in Enstone und Viry-Châtillon die Nervosität einschleicht.

Die Stimmung im Team ist angespannt. „Wir wussten, dass wir in Sotschi und Suzuka leiden werden“, sagt Teamchef Cyril Abiteboul, der gleichzeitig zugibt. „Nicht alle unserer letzten Entwicklungen haben eingeschlagen. In einem Fahrzeugbereich haben wir zurückgerüstet, um zu sehen, ob das Aero-Teil für die schlechte Fahrzeugbalance verantwortlich ist.“ In welchem Bereich will der Franzose nicht verraten.

Es geht um Prestige und um die Millionen in der Ausschüttung der Rechteinhaber. Vielleicht holt sich HaasF1 am grünen Tisch acht Punkte zurück. Am Donnerstag nach dem GP Mexiko wird in Paris über die Disqualifikation von Monza verhandelt. „Wir haben uns gut vorbereitet. Wie es ausgeht, kann niemand sagen. Würden wir nicht an unsere Chance glauben, hätten wir keinen Protest gegen die Disqualifikation eingelegt“, sagt Steiner. „Wir wollen Renault aber schon in USA und Mexiko überholen. Das liegt ganz in unserer Hand.“ Für das Heimrennen in Austin spendieren die Ingenieure dem VF-18 die letzten Updates der Saison.

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