HaasF1 ärgert sich über Sainz-Strafe

„Eine Brille oder größere Spiegel“

Crash - GP Kanada 2017 Foto: xpb 73 Bilder

HaasF1 fuhr mit einem WM-Punkt von Montreal nach Hause. Das US-Team stand mit der Rennstrecke, Carlos Sainz und den Sportkommissaren auf Kriegsfuß.

Nach 15 Runden rechnete bei HaasF1 keiner mehr mit WM-Punkten. Romain Grosjean fuhr nach einer Kollision in der ersten Runde am Ende des Feldes herum. Und Kevin Magnussen drohte beim Boxenstopp eine Fünfsekunden-Strafe, weil er in der VSC-Phase kurz Stoffel Vandoorne überholt hatte. Für Magnussen reichte es nicht mehr. Für Grosjean schon. Weil er 68 Runden auf einer Garnitur Supersoft-Reifen überstand. Für die große Aufholjagd fehlte den HaasF1 der Speed. „Wir lagen hier am hinteren Ende des Mittelfeldes“, urteilte HaasF1-Teamchef Guenther Steiner.

Grosjean wunderte sich selbst, dass er die erste Runde überhaupt zu Ende brachte. Carlos Sainz hatte ihn bei der Anfahrt zur dritten Kurve komplett übersehen und nach innen neben die Strecke gedrängt. Dabei ging der Frontflügel des US-Ferrari kaputt. Aus der Perspektive von Grosjeans Cockpit sah es so aus, als hätte der HaasF1 irreparable Treffer eingesteckt. Sainz räumte auf seiner Irrfahrt dann auch noch Felipe Massa ab.

Spotter für das Training

Am Ende des Rennens trafen sich alle Beteiligten im Turm der Rennleitung wieder. Die Sportkommissare gaben Sainz die Schuld, sprachen eine Verwarnung aus und setzten ihn für das nächste Rennen in Baku um drei Startplätze zurück. Der Spanier entschuldigte sich damit, dass Grosjean im toten Winkel lag. „Die Strafe ist zu gering“, ärgerte sich Steiner. „Grosjean hat 2012 in Spa dafür, dass er im toten Winkel andere Autos übersehen hat, ein ganzes Rennen ausgesetzt.“

Sainz war wie Grosjean vor fünf Jahren Wiederholungstäter. „Er hat Magnussen in der Ausfahrt der Boxengasse von Barcelona neben die Strecke gedrängt und ihm in Montreal die Trainingsrunde versaut, weil er nicht in den Spiegel geschaut hat. Entweder braucht er eine Brille oder größere Spiegel.“

Es gab aber noch ein anderes Problem, das Magnussen schon im Q1 aus dem Rennen warf. Der Däne verlor viel Zeit damit, weil er vermeintlich schnelleren Autos Platz machte, die gar nicht schneller waren. „Das wird ein echtes Problem“, warnt Steiner. „Die Reifen sind so schwer ins Fenster zu bringen, dass jeder eine andere Aufwärmprozedur hat. Du weißt nicht mehr, ob die anderen Fahrer auf einer schnellen oder nur halbschnellen Runde sind, machst Platz, verlierst Zeit und kühlst dabei die Reifen dabei aus. Der Renningenieur allein ist damit überfordert. Wir werden Spotter anstellen müssen, die nichts anderes zu tun haben, als den Verkehr zu beobachten.“

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