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Haas-Protest abgeschmettert

Force India darf fahren

Der Protest von HaasF1 gegen das neue Racing Point Force India Team wurde abgeschmettert. Esteban Ocon und Sergio Perez dürfen damit beim Saisonfinale in Abu Dhabu antreten. Die Begründung: Chassis-Konstrukteur Force India ist kein Mitwerber mehr ist, sondern ein Lieferant.

Es war eine komplizierte Angelegenheit. Das zeigt schon die Zeit, die sich die Sportkommissare genommen haben, um im Fall Force India zu einer Entscheidung zu kommen. Erst 43 Stunden nachdem HaasF1 Protest eingelegt hatte, fiel das Urteil. Am Samstag um 13 Uhr Ortszeit wurde die Entscheidung verkündet.

Der Protest von HaasF1 wurde abgeschmettert. Racing Point Force India wurde als eigenständiger Konstrukteur anerkannt und darf damit beim Saisonfinale fahren. HaasF1 bleibt jetzt nur noch der Weg über ein Zivilgericht, um seinen Standpunkt durchzusetzen.

Knackpunkt war Anhang 6 des Sportgesetzes. In dem ist festgelegt, welche Teile jedes Team selbst konstruieren muss. Das Chassis, die Flügel, die Verkleidung, die Kühler. Er kann das Design dieser Teile aber auch von einer dritten Firma kaufen, solange diese Firma nicht gleichzeitig ein Mitbewerber ist. So will die FIA verhindern, dass sich die Werkrennställe B-Teams halten.

Force-India-Tod vor Racing-Point-Geburt

HaasF1 argumentierte, dass der Force India VJM11 von einem anderen Team gebaut wurde, das nicht seit dem GP Belgien unter der Flagge von Racing Point Force India antritt. Somit würde der Rennstall gegen Anhang 6 verstoßen, weil er die fragliche Komponenten nicht selbst konstruiert, sondern von einem anderen Team übernommen hat.

Guenther Steiner - HaasF1 - Formel 1 - 2018
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Haas-Teamchef Guenther Steiner hoffte mit dem Protest an entgangene Prämien zu kommen.

Der Schlüssel in der Diskussion war, in welcher Abfolge Force India in Racing Point Force India transferiert wurde. Dazu mussten die vier Sportkommissare telefonisch den FIA-Justitiar Pierre Ketterer zu Rate ziehen.

Der erklärte den Vorgang, der für die Klärung des Falles entscheidend ist: Am 28. Juli ging Force India in die Insolvenz. Am 16. August wurde Verkauf der Besitzstände von Force India an den Nachfolger-Rennstall besiegelt. Zum Kaufpreis von 90 Millionen Pfund zählte auch die Übertragung der Konstruktions-Rechte.

Die FIA nahm den alten Rennstall aus der Wertung und strich alle bis dahin erzielten WM-Punkte. Erst dann bewarb sich Racing Point Force India um eine Lizenz, die am 23. August von der FIA gewährt wurde. Somit wurde das Design des Autos von einer Firma übernommen, die nun kein Teilnehmer mehr war.

Force India vergleichbar mit Dallara

Da der Vorgänger inzwischen stillgelegt war, ist er per Definition kein Mitbewerber mehr, sondern ein Lieferant. Man könnte es im weitesten Sinne mit Dallara und HaasF1 vergleichen, argumentiert Force India-Teamchef Otmar Szafnauer. Der US-Rennstall konstruiert die so genannten „listed parts“ zwar selbst, lässt sie aber bei dem italienischen Rennwagenhersteller, der selbst kein Team in der Königsklasse hat, bauen.

Mit dem Protest hatte HaasF1 nicht das Ziel, Force India auszusperren. Man verlangte nur gleiches Recht für alle und versuchte über Umwege an entgangene Prämien zu kommen. Wenn Force India als „neues Team“ die nächsten zwei Jahre die Anwesenheitsprämie bekommt, dann stehe diese nach Meinung des US-Teams auch HaasF1 zu. Die Amerikaner müssten demzufolge rund 60 Millionen Dollar für die Jahre 2016 und 2017 bezahlt bekommen.

So gesehen war der Protest gegen Force India nicht komplett umsonst. Die FIA bestätigte nämlich schwarz auf weiß, dass Racing Point Force India aus ihrer Sicht ein komplett neues Team mit einer neuen Lizenz darstellt. Damit bringt der Weltverband nun Liberty in eine schwierige Situation. Die Rechteinhaber stehen auf dem Standpunkt, dass Force India ein neues „altes Team“ ist, das nur über eine Insolvenz gerettet werden konnte. HaasF1 widerspricht dieser Meinung wie bereits erwähnt und plant den Fall auch vor ein Zivilgericht zu bringen. Die Klage soll kommende Woche in London und später noch in den USA eingereicht werden.

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Fünf Stunden lang lag Haas F1 auf Platz 4 der Konstrukteurs-WM.

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