HaasF1 Best of the Rest

Warum war Grosjean so schnell?

Romain Grosjean - HaasF1 - GP Brasilien 2016 - Interlagos - Qualifying Foto: xpb 52 Bilder

Best of the Rest waren weder Force India noch Williams. Und auch nicht McLaren-Honda. Romain Grosjean stellte seinen HaasF1 auf den 7. Startplatz. Und Esteban Gutierrez scheiterte knapp am Q3. Die kühlen Temperaturen halfen den HaasF1. Grosjean sieht gute Chancen auf Punkte.

Normalerweise geht es hinter den drei Topteams um die Frage: Force India oder Williams? In Interlagos kamen zwei neue Gegner hinzu. McLaren-Honda und HaasF1-Ferrari. Am Ende landete Romain Grosjean auf Startplatz 7. Und wieder einmal bestätigte sich die alte Regel: Geht es Ferrari gut, profitiert auch HaasF1.

Der Titel „Best of the rest“, kam auch für Grosjean überraschend. Der Franzose wäre vor der Qualifikation zufrieden gewesen, wenn er es bequem ins Q2 geschafft hätte. Doch plötzlich ging sein HaasF1 wie die Feuerwehr. Was nur am Rande mit den neuen Bremsscheiben von Carbon Industries zu tun hatte, die es Grosjean erlaubten, tiefer in die Kurven hineinzubremsen. Teamkollege Esteban Gutierrez fuhr noch die alten Brembo-Scheiben und verpasste das Q3 nur um 71 Tausendstel.

Teamchef Guenther Steiner: „Wir wollten nicht gleich beide Autos mit den neuen Scheiben ausrüsten, sondern erst einmal an einem Fahrzeug ausprobieren, ob sie auch besser sind. Das spart uns Geld.“

Kühles Wetter hilft HaasF1

Dem US-Team war dieses Kunststück schon einmal gelungen. Vor 5 Wochen in Suzuka. Auch da war es kühl. Steiner erklärte sich das HaasF1-Wunder so. „Wir haben die Reifen perfekt in ihr Fenster gebracht. Das fällt uns bei kühlen Temperaturen leichter als bei warmen. Da zeigen die Hinterreifen die Tendenz zu überhitzen. Sie bauen dann schnell ab. Wenn wir wüssten warum, wäre uns wohler.“

Steiner bezeichnete das Trainingsergebnis als „verdienten Lohn“. Weil Grosjean keine Geschenke gemacht wurden. „Für ein so junges Team wie uns ist es eine anständige Leistung, die schnellsten hinter den drei Großen zu sein.“ Grosjean sieht gute Chancen, den Startplatz im Gegensatz zu Japan in Punkte umzusetzen. „Selbst wenn die Force India wie üblich im Rennen schneller als wir sind, wäre ich immer noch Neunter.“

Nico Hülkenberg sah in der Qualifikation keine Chance, Grosjeans Zeit zu fahren. „Romain ist eineinhalb Zehntel schneller als ich. Das ist bei den knappen Abständen im Mittelfeld eine Menge Holz.“ Sportdirektor Otmar Szafnauer fügte an: „Ein bisschen mehr wäre vielleicht noch drin gewesen, wenn Nico die Kurve 12 perfekt erwischt hätte.“ Hülkenberg bezeichnete sein Training als „unscheinbar, aber effektiv“. Generell habe er das ganze Wochenende nicht das gewohnte Gefühl für das Auto gefunden. „Es rutscht, und die Balance passt nicht ganz. Trotzdem liegen wir vor den Williams. Keine Ahnung, was bei den in der Qualifikation schiefgelaufen ist. Die sahen nach den freien Trainings stärker aus.“

Williams bremst Untersteuern

Felipe Massa lieferte die Antwort auf Hülkenbergs Frage. „Bis zum dritten Training lief alles gut für Bottas und mich. Plötzlich hat das Auto untersteuert, und die Vorderachse hat wie bei einem Motorrad gestottert. Keine Ahnung warum.“

Die beiden Williams wurden nicht nur von den zwei Force India und Grosjean aus den Top Ten verdrängt. Fernando Alonso qualifizierte sich relativ locker für das Q3. Aus seiner Sicht überraschend. „Am Freitag lief gar nichts. Das Auto war komplett aus der Balance. Nach einem Umbau über Nacht war es wie verwandelt. Ich habe mich richtig wohl gefühlt und konnte die Kurven so attackieren wie ich wollte. Warum? Die niedrigeren Temperaturen könnten geholfen haben.“

Alonso musste nach dem Defekt an der MGU-H am Freitag auf die letzte Antriebseinheit in seinem Kontingent zurückgreifen. Die muss jetzt bis Abu Dhabi durchhalten. Ein vermeintliches Getriebeproblem stellte sich als eine fehlerhafte Information von einem Sensor heraus. Generell meinte Alonso zum Zustand seines McLaren MP4-31: „Unser Auto ist nicht mehr so gut wie noch vor ein paar Wochen. In Ungarn und Deutschland bin ich relativ problems ins Q3 gekommen.“

Teamchef Eric Boullier erklärt das mit der Arbeit für das 2017er Auto. „Wir haben zuletzt bei den freien Trainings viel Zeit in Tests für 2017 investiert.“ Wer Trainingszeit verschenkt, läuft Gefahr, dass der Schuss auch einmal nach hinten losgeht. So wie bei Jenson Button. „Mir ist das umgekehrte passiert wie bei Fernando. Ich war am Freitag happy. Am Samstag ging gar nichts mehr. Das Auto war zu nervös auf der Hinterachse.“

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