Hamilton attackiert Räikkönen

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Vier Tage nach der Strafe von Spa ist sich Lewis Hamilton noch immer keiner Schuld bewusst. "Ich habe in Spa nichts falsch gemacht. Ich verlasse die Strecke nie, außer es gibt einen Grund dafür", machte der Brite am Donnerstag (11.9.) in Monza deutlich.

Der Vizeweltmeister sieht sich klar in der Operrolle: "Wäre ich nicht durch den Notausgang, hätte es eine Kollision mit Räikkönen gegeben." Hamilton bestreitet, dass ihm das Abkürzen durch die Schikane einen Vorteil gebracht habe. "Es stimmt nicht, dass mir das Manöver beim Beschleunigen besseren Grip gebracht hat. Ich bin bei diesen Bedingungen immer stark. Du hast den Grip, den du glaubst zu spüren. Kimi lag vor mir. Wenn er nicht die Eier hat, spät zu bremsen, dann bremst er eben früher als ich."

Kollegenschelte gegen Hamilton

Während Hamilton hofft, dass die Entscheidung der Kommissare keinen Einfluss auf den Ausgang der Weltmeisterschaft nimmt, spürt der Engländer Gegenwind aus dem Kollegenkreis. Ex-Teamkollege Fernando Alonso verteidigt die Entscheidung der Funktionäre. "Lewis hat ganz klar einen Vorteil aus dem Abkürzen der Schikane gezogen. Nur so konnte er die Ziellinie einen Meter hinter Räikkönen passieren. Wäre er die Schikane voll ausgefahren, hätte er das nie geschafft."

Der Spanier verweist auf die Fahrerbesprechung in Spa. "Es wurde vor dem Wochenende ganz klar gesagt, dass die Auslaufzonen nur für die Sicherheit da sind. Früher wäre da eine Mauer gestanden. Was hätte Hamilton da gemacht?"

Alonso ist nicht der einzige, der so denkt. Sebastien Bourdais sagt: "Hamilton hat den Fehler schon zum zweiten Mal gemacht und nicht daraus gelernt. In Magny-Cours wurde er dafür bestraft, dass er Vettel durch die Auslaufzone überholt und die Position nicht voll wieder zurückgegeben hat. Ich verstehe gar nicht, warum da so ein großes Drama aus der Bestrafung gemacht hat."

Konkurrenz zeigt kein Verständnis

Giancarlo Fisichella meinte auch, dass Hamiltons Abkürzen ein klarer Vorteil gewesen sei. "Ich finde aber die Strafe von 25 Sekunden ziemlich hart." Hamilton-Freund Nico Rosberg schloss sich dieser Meinung an. Jarno Trulli warf ein. "Der Fehler von Lewis war, dass er sofort wieder an Räikkönen vorbeigegangen ist. Er hätte eine Kurve warten sollen." Der Toyota-Pilot gibt auch den großen Auslaufzonen die Schuld: "Sie laden gerade zu dazu ein, so etwas zu machen."

Lewis Hamilton reagierte auf die Kollegenschelte gelassen. "Jeder darf seine eigene Meinung haben. Es ist leicht zu urteilen, wenn man nicht direkt in die Szene involviert ist oder wenn man nicht um den Sieg mitfährt." Der fünffache Saisonsieger Felipe Massa beharrt jedoch: "Lewis hat sich durch Abkürzen der Schikane einen Vorteil verschafft."

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