Hamilton

"Bin auch nur ein Mensch"

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Heißsporn Lewis Hamilton hat sich nach massiver Kritik gegen Arroganz-Vorwürfe gewehrt und vor dem möglicherweise WM-entscheidenden Rennen in Shanghai für Verständnis geworben.

"Ich bin auch nur ein Mensch und hier und da macht jeder Mensch auch Fehler", sagte der Spitzenreiter der Formel-1-Weltmeisterschaft vor dem Großen Preis von China an diesem Sonntag. Er würde nie behaupten, dass er besser sei als irgendjemand anderes. Wenn man so im Blickpunkt stehe, sei es aber nicht leicht, immer das Richtige zu sagen, meinte der 23 Jahre alte McLaren-Mercedes-Mann.

Kritik von Kollegen und Medien

Hamiltons aggressiver Fahrstil, aber auch sein angeblich überhebliches Auftreten sorgten in den vergangenen Wochen im Fahrerlager und in Medien für kritische Töne. Der 23 Jahre alte Engländer, der am vergangenen Sonntag nach dem deprimierenden Nuller in Japan nach Unfall, Strafe und vor allem dem Rempler von WM-Verfolger Felipe Massa im Ferrari sich erst nach heftigem Zureden von Vater Anthony den Journalisten stellte, fühlt sich missverstanden. Manchmal seien Dinge auch aus dem Kontext gerissen worden. "Dadurch haben die Leute meine Äußerungen, bei denen ich mich nicht richtig ausgedrückt habe, falsch aufgefasst", urteilte er am Dienstag (14.10.).

Konkreten Bezug auf ein Ereignis nahm Hamilton nicht. Möglicherweise spielte er auf seine Aussage nach dem Rennen in Spa-Francorchamps und dem für ihn folgenreichen Duell mit Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen an: "Wenn er nicht die Eier hat, spät zu bremsen, dann bremst er halt früher als ich." Hamilton hatte in Belgien gegen den Finnen in einer Schikane abgekürzt. Dafür hatte ihm der Internationale Automobil-Verband FIA nachträglich den Sieg aberkannt und Massa gewann am Grünen Tisch.

Aussprache in Shanghai

"Ich schaue auf die anderen Fahrer und ich will sie schlagen. Ich würde nie sagen: Ich bin besser als Du. Ich denke, dass alle diese Jungs die besten sind", sagte er nun über seine Kollegen, die es ebenfalls in die Königsklasse des Motorsports geschafft haben. Nur, dass er sie halt bezwingen und der Beste sein müsse. "So sieht das jeder Rennfahrer", erklärte der Vizeweltmeister des vergangenen Jahres, der nun erneut auf eine Nervenprobe gestellt wird.

Zuletzt in Japan gingen die Nerven mit ihm durch. Das Manöver gegen Räikkönen direkt nach dem Start bezeichnete Hamilton selbst als Fehler. Zu den Vorwürfen, er habe angeblich Toyota-Pilot Jarno Trulli (Italien) zwei Runden lang blockiert, sagte der Silberpfeil-Star noch nichts. In China solle er sich vor den Fahrern dazu äußern, heißt es. Nachdem die meisten Kollegen auf seine Start-Aktion am Fuji mit Unverständnis reagiert hatten, wird der Heißsporn wohl auch bei der Fahrerbesprechung in Shanghai mit kritischen Fragen rechnen müssen.

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