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Hamilton entzaubert Vettel

Das Imperium schlägt zurück

Lewis Hamilton & Sebastian Vettel - GP Kanada 2017 Foto: sutton-images.com 64 Bilder

Mercedes hat wieder Boden unter den Füßen. Lewis Hamilton schlug im Kampf um die Pole Position Ferrari auf einer Ferrari-Strecke. Das Reifenproblem ist damit nur zum Teil gelöst. Valtteri Bottas fiel wieder in die Reifenfalle.

11.06.2017 Michael Schmidt

Der Mercedes bleibt eine Wundertüte. Zwei Wochen nach seinem 13. Startplatz in Monte Carlo stellte Lewis Hamilton seinen Silberpfeil mit einem Vorsprung von 0,330 Sekunden auf die Pole Position. Ein Ergebnis, das man bei Mercedes nicht unbedingt erwartet hatte. Schon gar nicht in dieser Deutlichkeit. „Ich bin schon froh, wenn wir überhaupt ein Auto in die erste Startreihe kriegen“, hatte Niki Lauda vor der Qualifikation geunkt.

Zwei von drei freien Trainingssitzungen stand ein Ferrari an erster Stelle. Die roten Autos überzeugten mit den gleichen Qualitäten wie in Monte Carlo. Sie schwebten über die Randsteine als wären sie nicht vorhanden. Sie waren stabil auf der Bremse, stark in der Traktion und leichtfüßig bei den Richtungswechseln in den vielen Schikanen. Egal, auch welchem Reifentyp.

Die Mercedes verloren in den Kurve 7 und 8 die entscheidende Zeit auf den WM-Rivalen. Und erstaunlicherweise auch auf den Geraden. Im dritten Training machte Ferrari auf dem früheren Territorium der Silberpfeile ein Zehntel gut. Interne Berechnungen haben ergeben, dass der Ferrari-Motor in der Spitzenleistung inzwischen einen minimalen Vorteil hat.

Doch als es am Samstag um 13 Uhr ernst wurde, da drehte Mercedes plötzlich auf. Alle Bestzeiten in den drei K.O.-Runden der Qualifikation gingen an Silber. Dazu zwei der drei Sektoren im Vergleich der schnellsten Trainingsrunden. Nur im Top-Speed hatte Ferrari weiter die Nase vorn. Sebastian Vettel flog mit 331,5 km/h durch die Messstelle, Lewis Hamilton mit 328,7 km/h.

Aufwärmprozedur im Q2 umgestellt

Es war ein elektrisierendes Pingpong-Spiel um den besten Startplatz. Sebastian Vettel hatte sich für das Q3 drei Garnituren Ultrasoft-Reifen aufgehoben. Der Ferrari-Pilot legte mit 1.12,423 Minuten vor. Dann schüttelte Hamilton die erste von zwei Traumrunden aus dem Ärmel. Seine Zeit von 1.11,791 Minuten war um 7 Zehntel schneller als die beste bis dahin gefahrene Rundenzeit des Wochenendes. Vettel konterte, verfehlte das Ziel aber um 0,004 Sekunden.

In seinem letzten Versuch zog Hamilton dem Ferrari-Rivalen mit einer Runde von 1.11,459 Minuten den Zahn. Der alte Rekord von Ralf Schumacher mit 1.12,275 Minuten war längst ausgelöscht. Hamilton tat gut daran, sich noch einmal zu verbessern. Vettel schaffte mit seinem letzten Schuss eine Zeit, die Hamiltons ersten Versuch um zwei Tausendstel unterboten hätte.

Das Vorhaben, Hamilton noch abzufangen, konnte der WM-Spitzenreiter schon in der zweiten Kurve aufgeben. „Da habe ich 2 Zehntel liegengelassen. Der Rest der Runde war Aufholarbeit. Ich habe mich noch gesteigert, aber der Zeitverlust vom ersten Sektor war nicht mehr aufzuholen.“ Trotz der Sektorbestzeit von 28,815 Sekunden im dritten Abschnitt. „Lewis hat heute einfach einen besseren Job gemacht“, gab Vettel zu.

Der entscheidende Schritt nach vorn gelang Mercedes nicht durch Feintuning der Abstimmung, sondern weil man zwischen Q1 und Q2 die Aufwärmprozedur geändert hat. „Wir haben von zwei auf eine Aufwärmrunde umgestellt. Es hat sich für Lewis am Ende als der goldene Schlüssel herausgestellt“, verrät Teamchef Toto Wolff.

Viel lernen um das Puzzle zusammenzusetzen

Wenn Mercedes Ferrari auf einer Ferrari-Strecke schlägt, dann klingt das wie die Lösung aller Probleme. Das ist aber nicht der Fall. Valtteri Bottas tappte im Q3 unverhofft in die Reifenfalle und verlor 0,718 Sekunden auf seinen Teamkollegen. „Im Q1 und Q2 lag das Auto perfekt. Als ich im Q3 noch mehr attackiert habe, hat die Balance nicht mehr gepasst. Das Auto wurde immer unberechenbarer.“

Sätze, die wir 14 Tage zuvor von Hamilton gehört haben. Und für die der Engländer so wenig Antworten parat hatte wie jetzt Bottas. Die Fahrzeugabstimmung war bei beiden Autos wie üblich praktisch identisch.

Deshalb traute sich Toto Wolff auch nicht von gelösten Problemen zu sprechen. „Wir bewegen uns weiter auf unbekanntem Territorium. Valtteri ist nicht so viel langsamer als Lewis, auch wenn der mal wieder einen der Tage erwischt hat, an dem er gezeigt hat, was für ein außergewöhnlicher Rennfahrer er ist.“

Während Hamilton mit jeder Runde schneller wurde, war es bei Bottas umgekehrt. Deshalb traut sich Wolff auch nicht zu sagen, ob Hamilton am Sonntag seine 65. Pole Position in seinen 56. Sieg ummünzen kann. Was am Samstag gilt, kann sich am Sonntag auf den Kopf stellen.

Das Spiel hat Mercedes schon mehrfach mitgemacht. „Am Ende hängt es von den Temperaturen, von den Reifenmischungen und vom Verkehr auf der Strecke ab, ob wir die Reifen richtig zum Arbeiten bringen. In unserer Situation müssen wir so viel fahren und lernen wie möglich. Nur so können wir das Puzzle zusammensetzen“, erklärt Wolff.

Die Mercedes-Fahrer kämpfen gegen ein Auto, das keine Schwankungen kennt. „Ich bin mir nicht mal sicher, ob Ferrari so genau weiß, warum man immer ins Schwarze trifft“, meint Wolff. Hamilton räumt ein: „Unser Auto arbeitet nicht überall gleich gut. Es ist schwieriger abzustimmen. Deshalb gibt es bei uns mehr Auf- und Ab-Momente.“

In Brackley läuft seit Monte Carlo jedenfalls die größte Ursachenforschung, die das Team jemals erlebt hat. Alles wurde und wird in Frage gestellt und Schritt für Schritt abgehakt. Zum Beispiel der lange Radstand: „Wir wissen jetzt mit Sicherheit, dass er nicht schuld ist. Er bringt auf einigen Strecken ein paar kleine Nachteile aber auf den meisten Kursen vergleichbar große Vorteile“, wägt der Teamchef ab.

Auch Hamilton zeigte sich vom Einsatz seiner Truppe beeindruckt: „Ich wollte, ich hätte nach meiner Bestzeit in die Fabrik fahren können, um mich bei meinen Jungs zu bedanken. Es ist unglaublich wie intensiv in den letzten Wochen an der Lösung unserer Probleme gearbeitet wurde. Ich habe dieses Team noch nie so vereint erlebt wie jetzt.“

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