Lewis Hamilton - Valtteri Bottas - Mercedes - GP Singapur 2017 - Rennen sutton-images.com
Impressionen - GP Singapur 2017 - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Singapur 2017 - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Singapur 2017 - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Singapur 2017 - Rennen 61 Bilder

Hamilton gewinnt auf Ferrari-Strecke

Auf dem Weg zum vierten Titel

Es sah alles nach einem maximal durchwachsenen Wochenende für Mercedes aus. Dann kam der Regen. Und Lewis Hamilton brillierte. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft will Hamilton an seiner Formel festhalten.

Wie sich die Zeiten ändern. 2016 zog Lewis Hamilton mit einem Sieg in die Sommerpause. Nach dem Urlaub musste der dreifache Weltmeister sechs Rennen auf seinen nächsten GP-Erfolg warten. Es war die Phase, in der Nico Rosberg sich den Weg zum Titel mit vier Siegen ebnete. 2017 ist alles anders. Hamilton kam gestärkt aus der Sommerpause. Angriffslustig. Konzentriert. Bissig. Er gewann auf den Mercedes-Strecken in Belgien und Monza. Wobei der Sieg in Spa ein hartes Stück Arbeit war, und sein ganzes fahrerisches Können erforderte. Eigentlich war Sebastian Vettel im Rennen schneller gewesen.

Regen wie ein Reset für Hamilton

Mit Singapur wartete mal wieder eine Ferrari-Strecke. Trotzdem verließ Hamilton den Marina Bay Street Circuit mit 25 WM-Punkten. Der dritte Sieg nach der Sommerpause rückt den vierten WM-Titel bereits in Sichtweite. Obwohl bis Samstagnacht alles nach einer Niederlage ausgesehen hatte.

Mercedes schaffte es nur in die dritte Startreihe. Geschlagen von beiden Ferrari und beiden Red Bull. Vettel stand auf der Pole-Position. Schlechter hätte es nicht laufen können. Einen Tag später hätte es besser nicht laufen können. „In den heißen Bedingungen waren Ferrari und Red Bull in einer anderen Welt. Wir hatten eigentlich keine großen Hoffnungen. Eigentlich konnten wir nur auf einen guten Start und eine gute Strategie hoffen, um ein, zwei Plätze gutzumachen.“ Doch der Regen in der Startphase änderte die Hackordnung. Hamilton rieb sich die Hände. „Der Regen war wie ein Reset. Ich liebe diese Verhältnisse. Heute konnte ich als Fahrer einen Unterschied machen.“

Start - GP Singapur 2017 - Vettel - Verstappen - Räikkönen
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Auf feuchten Untergrund erwischte Hamilton einen guten Start und hielt sich ganz rechts auf der Außenseite. Ein paar Meter links vom Mercedes mit der Startnummer 44 rasselten Räikkönen, Verstappen und Vettel gegeneinander. „Mit meinem linken Auge habe ich gesehen, was vor sich ging“, berichtete Hamilton. Schon nach den ersten drei Kurven war er Zweiter. Dann verabschiedete sich sein WM-Rivale vor ihm in die Streckenbegrenzung. „Just in dem Moment, als ich mich auf einen Zweikampf mit ihm gefreut hatte.“

Das Pech der Gegner bereitete Hamilton den Sieg wie auf dem Tablett vor. Er musste nur noch zugreifen. Auf den Intermediate-Reifen diktierte der 32-Jährige die Geschwindigkeit im Feld. Mit dem Vorteil der freien Sicht. Die Reifen für leichten Regen wählte Mercedes mit Bedacht. „Die Vollregenreifen waren in der Anfangsphase genauso gut, wie sich herausgestellt hat. Aber wir dachten bei unserer Entscheidung daran, wie sich die Strecke entwickelt. Wir lagen richtig.“ Das Feld war geteilter Meinung: Die eine Hälfte war auf Intermediates gestartet, die andere auf Full Wets.

Hamilton schnell unter allen Bedingungen

Das zweite Safety Car spielte Verfolger Daniel Ricciardo eine Gelegenheit zu. Red Bull bestückte sein Auto in Runde elf mit frischen Intermediates. „Wenn wir das gemacht hätten, wäre Ricciardo draußen geblieben und hätte die Führung übernommen. Dieses Risiko konnten wir nicht eingehen“, sagten die Mercedes-Strategen. Allerdings enteilte Hamilton auch auf gebrauchten Gummis seinem Hintermann. „Wir haben schon oft die Intermediate-Reifen zerfetzt. Die Red Bull sind auf diesen Reifen für gewöhnlich sehr, sehr stark. Dieses Mal war es anders. Ich habe es geschafft, dass sie nie überhitzen oder abbauen. Sogar vor dem Boxenstopp hatte ich noch genug Saft in den Reifen“, bilanzierte Hamilton.

In Runde 29 schraubten die Mechaniker die Intermediates runter und bestückten das Auto mit der Startnummer 44 mit Ultrasoft-Slicks. Ein paar Runden, nachdem Kevin Magnussen auf die Trockenmischung gewechselt hatte. „Als Führender bist du nie der erste, der so etwas macht. Du wartest ab. Wir haben Magnussens Sektorzeiten beobachtet und gesehen, ab wann die Slicks besser waren. Dann haben wir Valtteri reingeholt. Eine Runde später Lewis.“ Ricciardo nützte auch der frühere Tausch nicht. Er befand sich nach den Stopps über acht Sekunden hinter Hamilton.

Der Australier kämpfte mit Getriebeproblemen, die ihn um etwa zwei Zehntelsekunden pro Runde einbremsten. Ein drittes Safety Car öffnete ihm einen kleinen Spalt. Wieder warf Hamilton die Tür zu. Der WM-Führende ließ sich nicht davon beunruhigen, dass sein 9,5 Sekunden großer Vorsprung auf einmal dahingeschmolzen war. Nach dem Restart zog er wieder davon. So sehr, dass ihn die Ingenieure einfangen mussten. Weil sie ein weiteres Safety Car fürchteten, das bei einem zu weit auseinander gezogenen Feld Ricciardo die Möglichkeit eröffnet hätte, nochmals frische Reifen aufzufassen.

Kein Grund für Änderungen

Hamilton kontrollierte die Spitze, mixte Tempo und Kontrolle meisterhaft, und gewann nach über zwei Stunden Fahrtzeit seinen 60. Grand Prix. Der wiederum bringt ihm eine komfortable WM-Führung von 28 Punkten auf Sebastian Vettel. Ein Grund, jetzt vorsichtiger zu werden? „Ich werde nichts ändern“, sagt Hamilton. „Meine Formel aus Aggressivität und Vorsicht stimmt. Damit bin ich in dieser Saison super gefahren. Im letzten Jahr sind mir ein paar Fehler unterlaufen. Das wollte ich unbedingt abstellen. Ich fühle mich als Fahrer so komplett wie nie in meiner Karriere.“

Es warten noch sechs Rennen. Hamilton wagt einen kleinen Ausblick. „In Malaysia sollten wir ordentlich unterwegs sein. In Suzuka zählt hoher Anpressdruck. Das ist sicher nicht unsere stärkste Strecke. Red Bull könnte in Japan stark sein. Austin dürfte passen. In Mexiko fahren wir mit maximalem Anpressdruck. Aber die dünne Luft reduziert den Luftwiderstand. Vielleicht ist das ein kleiner Vorteil für die anderen. Aber wer weiß das schon. Ich denke, Brasilien wird eine Strecke, auf der Ferrari und Red Bull besonders stark sein werden.“

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