Motorproblem bei Hamilton

Defektes Lager war schuld

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 23. November 2018 Foto: sutton-images.com 11 Bilder

Mercedes-Motoren sind nicht umzubringen. Das angeschlagene Triebwerk in Lewis Hamiltons Auto hat das Freitagstraining in Abu Dhabi unversehrt überstanden. Inzwischen ist auch der Grund für die Probleme in Brasilien bekannt.

Die Ingenieure hielten am Freitag (23.11.2018) 180 Minuten lang den Atem an. Würde der Motor im Auto von Lewis Hamilton halten? Mercedes hätte die Antriebseinheit, die beim GP Brasilien über 55 Runden zu heiß gelaufen war, einfach tauschen und dafür 10 Startplätze Strafe in Kauf nehmen können. Doch dann wären Hamiltons Siegchancen im Finale praktisch auf Null gesunken.

Selbst mit einem überlegenen Auto ist es schwer in Abu Dhabi zu überholen. Im letztjährigen Rennen wurden exakt 7 Überholmanöver gezählt. Da fiel die Entscheidung leicht, es vielleicht doch mit dem angeschlagenen Motor am Freitag zu probieren und danach eine Entscheidung zu treffen.

Es war ein Test unter Realbedingungen. 26 Runden im ersten, 34 Runden im zweiten Training. Der Motor hat gehalten. Jetzt beginnt der Datencheck. Die Chancen aber stehen gut, dass Hamilton um eine Motorenstrafe herumkommt. Wenn überhaupt, hätte ein Austausch nur den Verbrennungsmotor betroffen. Das wären dann 10 Startplätze Strafe.

Kolben sahen noch gut aus

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 23. November 2018 Foto: Wilhelm
Hamilton wird in Abu Dhabi wohl mit dem angeschlagenen Brasilien-Motor weiterfahren.

Inzwischen wissen die Ingenieure um Motorenchef Andy Cowell auch, was die Probleme beim GP Brasilien verursacht hat. Im Antrieb der variablen Ansaugtrompeten ging ein Lager kaputt. Damit hingen die Ansaugrohre in einer Stellung fest. Die Folge war eine instabile Verbrennung und damit starkes Klopfen, was auf Dauer auf die Kolben gehen kann. Das trieb die Motortemperaturen hoch und sorgte schließlich für einen Riss im Auspuff.

Um die Temperaturen wieder zu senken, wurde Hamilton über den Verlauf mehrerer Runden angewiesen, verschiedene Motoreinstellungen zu ändern. Es war nicht damit getan, die Power nach unten zu drehen. Hamilton musste auch das Gemisch anfetten, um die Verbrennungstemperaturen zu senken. Ein Ingenieur erzählt. „Einer Runde musste er vier Einstellungen ändern, die nächste drei, dann zwei, dann wieder drei. Es ging mehrere Runden lang ziemlich hektisch am Funk hin und her.“

Das defekte Lager im Ansaugtrakt durfte ohne Strafe gewechselt werden. Die Kolben wurden von außen mit einem Boroskop untersucht. Dabei wurden keine Beschädigungen entdeckt, die auf einen baldigen Motorschaden hingedeutet hätten. Unter Abwägung aller Faktoren war es immer noch ratsamer den Spec-3-Motor für einen siebten Einsatz zu testen, als auf den Spec-2-Motor zurückzugreifen und ihm ein achtes Rennen zu gönnen.

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