Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2017 - Rennen sutton-images.com
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2017 - Rennen
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Bahrain 2017 - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Bahrain 2017 - Rennen
Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Bahrain 2017 - Rennen 21 Bilder

Hamilton selbstkritisch nach GP Bahrain

Die Leiden des Lewis Hamilton

Lewis Hamilton schmerzte der zweite Platz von Bahrain mehr als der zweite Platz von Australien. Weil Mercedes und er Fehler machten. Der dreifache Weltmeister gab nach dem Rennen Einblicke in sein Seelenleben.

Lewis Hamilton haderte nach dem Wochenende in Bahrain. Mit dem Qualifying. Mit dem Rennen. Mit den Reifen. Und mit sich selbst. „Ich fühle Herzschmerz, wenn ich Zweiter werde. Dafür lebe ich nicht als Rennfahrer“, äußerte sich der 32-jährige Engländer nach dem dritten Rennen des Jahres. Das Ergebnis vom Saisonauftakt in Melbourne und dem Nachtrennen in Bahrain gleicht sich. Beides Mal gewann Sebastian Vettel. Beides Mal vervollständigten die Mercedes von Hamilton und Valtteri Bottas das Podest.

Quali-Runde mit Pannen

Trotzdem fühlte sich die Niederlage von Sakhir für den 54-fachen GP-Sieger schlimmer an. „In Australien waren die Umstände einfach gegen mich. Mir gingen die Reifen aus und ich musste stoppen.“ In Bahrain war es anders. Mercedes und Hamilton leisteten sich zu viele kleine Aussetzer, um Ferrari und Sebastian Vettel zu bezwingen.

Es begann schon in der Qualifikation mit der ersten Niederlage gegen den Stallgefährten. Hamilton verlor das Trainingsduell hauchdünn um 23 Tausendstel. Weil die Technik im entscheidenden Moment versagte, und der Pilot nicht optimal durch die 5,412 Kilometer lange Runde kam. „Ich habe zwei Zehntel zwischen Kurve zehn und elf verloren, weil der Heckflügel nicht umklappte. In der letzten Kurve habe ich ein weiteres halbes Zehntel liegen gelassen“, ärgerte sich Hamilton. Der eigentlich schnellere Mann startete vom zweiten Platz.

Hamilton-Schlussspurt nicht belohnt

Auch der Rennbeginn meinte es nicht gut mit dem dreifachen Weltmeister. „Ich kam anfangs sehr gut weg. Ich traf mein Ziel genau. Leider drehten die Räder in der zweiten Phase durch.“ Hamilton fiel hinter Vettel und öffnete Ferrari beste strategische Möglichkeiten. Die Italiener nutzten ihre Chance. Bei Mercedes schlichen sich noch weitere Pannen ein. Beim ersten Boxenstopp drehten die Schlagschrauber zu langsam, was Bottas wichtige Sekunden und die Führung kostete. Hamilton trödelte in die Boxengasse, blockierte Ricciardo und bezahlte mit einer Fünfsekundenstrafe. „Einzig mein Fehler“, gestand Hamilton.

„Wenn uns im Rennen diese bestimmten Sachen nicht unterlaufen wären, hätte ich eine bessere Chance auf den Sieg gehabt“, glaubt der 32-Jährige. Der zweite und dritte Stint lieferte den Beweis. Vor allem im Schlussspurt reihte Hamilton eine schnelle Runde an die nächste. „Ich habe alles gegeben. Die Lücke war so groß. Als ich aus der letzten Kurve kam, bog er in die erste ein. Ich habe viele schnelle Runden aneinander gereiht. Aber es reichte nicht.“

Mercedes in neuer Situation

Im Ziel betrug der Abstand zu Vettel 6,660 Sekunden. Hamilton reflektiert das Bahrain-Wochenende selbstkritisch: „Ich bin wie ein V12. An diesem Wochenende war ich nur ein V10. Ich muss sicherstellen, am nächsten Wochenende wieder aus allen Zylindern zu feuern.“

Um wieder auf allen Zylindern zu laufen, muss Mercedes vor allem das Reifenproblem begreifen und lösen. Ansonsten scheint Ferrari zu stark. „Die Reifen sind uns immer noch ein Rätsel“, gibt Hamilton zu. Bei den Testfahrten in Bahrain steht das Verständnis der Pirelli-Gummis deshalb ganz oben auf der Mercedes-Liste.

In den letzten drei Jahren hatte Mercedes einen Puffer. Das Auto war der Konkurrenz hoch überlegen. Deshalb gab es auch bei der Strategie Luft. 2017 ist das anders. Ferrari hat aktuell das schnellste Auto im Feld. Mercedes muss umdenken. „Wir sind in einer völlig neuen Situation. In den Jahren zuvor haben wir uns intern bekämpft: Nico gegen Lewis. Jetzt müssen wir uns neu ordnen. Wir fahren gegen den Mitstreiter Ferrari. Dafür brauchen wir eine andere Einstellung“, weiß Teamchef Toto Wolff.

Hamilton will die Zahl der schlechten GP so niedrig wie möglich halten. „Im letzten Jahr liefen fünf Rennen vielleicht nicht perfekt. Die anderen dafür unglaublich. Mein Ziel ist es, jedes Jahr die Zahl der Super-Rennen zu vergrößern. Ich denke, dass Melbourne ein starkes Rennen für uns war. Trotz des zweiten Platzes. China genauso. In Bahrain haben wir einen kleinen Dämpfer eingesteckt.“ In der WM steht es nun 68 zu 61 für Vettel.

Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - Ferrari - GP Bahrain 2017 Fahrernoten GP Bahrain 2017 Keiner mit perfektem Wochenende

Es war ein Grand Prix ohne den perfekten Fahrer.

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