Lewis Hamilton - GP Singapur 2018 Wilhelm
Daniel Ricciardo - GP Singapur 2018
Pierre Gasly - GP Singapur 2018
Impressionen - GP Singapur 2018
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Hamilton fährt Traumrunde

Mercedes überrascht sich selbst

Mercedes und Lewis Hamilton waren in Singapur auf Schadenbegrenzung eingestellt. Doch dann legte Hamilton eine typische Hamilton-Runde auf die Bahn und geht als Trainingsschnellster in die Offensive. Teamchef Toto Wolff spricht von perfektem Teamplay.

Lewis Hamilton und Sebastian Vettel sind die beiden Hauptdarsteller in der Geschichte des GP Singapur. Vettel reiste mit vier Trainingsbestzeiten und vier Siegen auf dem Marina Bay Circuit im Gepäck in das elfte Nachtrennen der Geschichte. Lewis Hamilton lag jeweils eine Pole Position und einen Sieg hinter seinem Dauerrivalen. Nach Bestzeiten in der Qualifikation hat der Engländer jetzt ausgeglichen. Und vom besten Startplatz ist der Titelverteidiger automatisch auch Favorit für das Rennen. Man weiß, wie schwer das Überholen in dem Labyrinth aus 23 Kurven ist. Im letzten Jahr wurden nur 16 Überholmanöver gezählt.

Mercedes überraschte sich selbst. „Zusammen mit Monte Carlo ist das unsere schlechteste Strecke“, stellte Teamchef Toto Wolff fest. Ferrari ging als Favorit in die Qualifikation. Und bis zum Q3 sah auch alles danach aus, dass sich die Prognosen bewahrheiten können. Kimi Räikkönen hatte im Q2 die Bestzeit markiert. Und dann zauberte Hamilton wie aus dem Nichts eine Runde aus dem Ärmel, die auf den ersten Blick wie ein Fehler der Zeitnahme aussah. 1.36,015 Minuten. Ein Schnitt von 198,832 km/h. So schnell war noch nie ein Mensch um den Marina Bay Circuit gerast.

Hamilton hatte sich im Vergleich zu seiner bis dahin schnellsten Runde um 1,3 Sekunden gesteigert. Da war auch sein Chef Toto Wolff platt. „Als ich die Sektorzeiten sah, kam mir das surreal vor. Ich rede normalerweise nie am Funk, doch diesmal habe ich mich bei Lewis gemeldet. Es war die größte Runde, die ich je von ihm gesehen hatte. Wir wussten, was unser Auto konnte. Diese Zeit war nicht auf der Rechnung.“

Die Angst vor Verstappen

Hamilton beschrieb seine Fahrt vom anderen Stern als spektakulär „unspektakulär“. Kein Mauerkuss, kein Quersteher, kein weißer Rauch von den Reifen. Einfach nur perfekt. „Ich hatte kein einziges Mal Schlupf, das Heck ist nie ausgebrochen, ich war nie neben der Linie. Mein Auto und ich waren eins. Ich wusste gleich, da geht nicht mehr viel.“

Max Verstappen - GP Singapur 2018
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Hamilton behielt Recht. Als er es im zweiten Versuch mit Gewalt probierte, war er zu Beginn des zweiten Sektors zu spät auf der Bremse. Sternstunden wiederholen sich nicht. Valtteri Bottas meinte nachdenklich: „Ich muss jetzt erst einmal analysieren, wo mir Lewis 7 Zehntel abnimmt. Alle anderen Runden war ich viel näher an ihm dran.“

Wolff lobte aber nicht nur seinen Fahrer. „Der Mensch funktioniert nicht ohne die Maschine und umgekehrt.“ Im Gegensatz zu Ferrari passten bei Mercedes alle Abläufe. Der Titelverteidiger reservierte sich seine vier Hypersoft-Garnituren für das Q2 und das Q3, damit sich die Fahrer optimal auf ihre entscheidenden Runden einschießen konnte.

Das bescherte dem Weltmeister-Team auch die einzige Zitterpartie des Tages. Es wurde noch ziemlich knapp auf den Ultrasoft-Reifen, das Q1 zu überstehen. Wäre Hamilton 2 Zehntel langsamer gewesen, hätte es ihn erwischt. „Mein Freund Fred Vasseur (Sauber) hat mir eine Textnachricht geschickt, in der stand: Zwischen Idiot und Genie liegen manchmal nur 2 Zehntel“, amüsierte sich Wolff.

Der Mercedes funktionierte auf seiner Angststrecke besser als gedacht. Das Überhitzen der Hinterreifen hat man mehr unter Kontrolle als je zuvor. Überraschend tiefe Temperaturen, ein anderes Fahrwerks-Setup als in der Vergangenheit, ein adaptierter Fahrstil der Piloten. Wieder einmal hat Mercedes man aus einem Schlüsselerlebnis die richtigen Schlüsse gezogen und sie auch gewinnbringend umgesetzt.

Wolff nimmt Bezug auf Spa, wo die Mercedes zu hart mit ihren Reifen umgingen. Das Rennen ist trotzdem noch lange nicht gewonnen, sagen die Ingenieure: „Wenn Verstappen einmal an uns vorbeikommt, wird es schwer. Red Bull hatte die eindeutig besseren Longruns.“

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