Hamilton treibt Mercedes an

Ein teilweise verdienter Sieg

Lewis Hamilton - Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Aserbaidschan - 29. April 2018 Foto: Wilhelm 21 Bilder

Von einem geschenkten Sieg in Baku will Lewis Hamilton nicht sprechen. Bis auf einen Ausrutscher ist er ein gutes Rennen gefahren. Er gibt aber zu, dass Valtteri Bottas den Sieg mehr verdient gehabt hätte. Und er ermahnt Mercedes.

Endlich hat auch Lewis Hamilton einen Sieg auf dem Konto. Den ersten seit dem GP USA 2017. Doch bis Mercedes und Hamilton endlich jubeln durften, musste viel bei einem verrückten Rennen in Aserbaidschan passieren. Ein Crash der Red Bull-Piloten, ein Safety Car, ein taktischer Fehler bei Ferrari, ein Verbremser von Sebastian Vettel und ein Reifenplatzer bei Valtteri Bottas. Es fühlte sich nach einem geschenkten Sieg an. Oder nach ausgleichender Gerechtigkeit, nachdem ein virtuelles Safety Car Hamilton in Melbourne den Sieg geklaut hatte.

Hamilton lässt weder das eine, noch das andere gelten. Nur eine Einschränkung lässt er zu: „Eigentlich hätte Valtteri da oben stehen müssen. Er ist ein fantastisches Rennen gefahren.“ Ein Bezug auf seine eigene Leistung hat er sich nicht viel vorzuwerfen. Auch nicht den Verbremser in Runde 22. „Ich war schon drauf und dran zu sagen, dass es mein eigener Fehler war. Dann aber haben die Daten gezeigt, dass der Wind von einem Moment zum anderen um 40 km/h gewechselt hat. Von Gegenwind auf Rückenwind. Das erklärt, warum beim Bremsen die Räder blockiert haben.“

Ein Weltmeister gibt nie auf

Deshalb weigert sich Hamilton von einem Geschenk zu sprechen. „Ich habe zu dem Sieg beigetragen so gut es eben ging. Zeitweise fühlte sich das Auto richtig gut an, und ich konnte den Rückstand auf Sebastian verkürzen. Es war ein unglaublich schwieriges Rennen mit all dem Wind. Ich würde es fast mit einem Regenrennen vergleichen. Ich kann gut mit diesem Sieg leben. Viele Teile des Rennens waren aus meiner Sicht gut.“

Die größte Leistung schreibt sich Hamilton im mentalen Bereich zu: „Nach dem Verbremser waren die Reifen hin. Auf den Soft-Reifen bin ich antizyklisch ein virtuelles Rennen gegen die anderen und gegen das Boxenstopp-Fenster zu Valtteri gefahren. Ich habe nie aufgegeben, und mir im Auto immer wieder zugerufen: Mach Druck, mach Druck. Irgendwas wird schon noch passieren. Da habe ich mich an meinen Dad erinnert, wenn er sagte: Gib nicht auf. Wenn du den Berg runterrutschst, klettere wieder hinauf.“

Dann lobte Hamilton wieder seinen Teamkollegen: „Valtteri ist in den letzten Rennen extrem gut gefahren. Er hat sich seinen Platz im Team echt verdient. Wir sollten happy sein, dass wir ihn haben.“ Den Reifenplatzer nahm Hamilton nur unscharf wahr, obwohl er direkt vor seiner Nase passierte. „In den Turbulenzen verschwimmt auf dieser welligen Piste alles. Als ich einen Silberstreifen auf Valtteris Hinterreifen erkennen konnte, wusste ich, dass er in Problemen steckt.“

Hamilton will nicht auf Fehler anderer bauen

Das Rennen in Baku ist eben eine Lotterie, hakte der neue WM-Spitzenreiter das Thema ab. „Mir ist so etwas auch schon passiert. Diesmal hatte ich das Glück auf meiner Seite.“ Teamchef Toto Wolff sprach von einer Achterbahnfahrt der Gefühle. „Valtteri hätte diesen Sieg verdient gehabt. Er war der einzige im Feld ohne einen Fehler. Für Lewis hat sich das Pech vom Saisonbeginn wieder ausgeglichen. Unser Thema aber bleibt die Empfindlichkeit des Auto in Bezug auf das Reifenfenster. Trotz des Sieges bleibt die Erkenntnis, dass uns im Moment der Speed zu unseren Konkurrenten fehlt.“

Da hakte auch Lewis Hamilton ein. Der Titelverteidiger forderte Neuentwicklungen beim Auto ein. „Es ist schön, die WM anzuführen, aber wir dürfen uns bei den restlichen 17 Rennen nicht auf glückliche Umstände oder die Fehler anderer verlassen. Wir brauchen ein besseres Auto.“ Die Mercedes-Ingenieure bestätigen: „Wir haben bei den Testfahrten im Winter Normalform gezeigt. Ferrari hat sich unter Wert präsentiert. Stand heute müssen wir sagen, dass Ferrari das bessere Auto hat. Auch wenn wir im Reifenfenster sind.“

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