Hamilton überrascht Rosberg

Einziger Gegner ist der Defektteufel

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 14. März 2015 Foto: xpb 75 Bilder

Bei den Wintertestfahrten und im Freitagstraining hatte Nico Rosberg im internen Mercedes-Duell die Nase leicht vor Lewis Hamilton. Doch dann schenkte ihm der Weltmeister eine bittere Trainingsniederlage ein. Trotzdem sieht Rosberg gute Chancen, den Grand Prix zu gewinnen.

Lewis Hamilton war bester Laune. Das ist er immer, wenn alles nach Plan läuft. Als Toto Wolff die Überlegenheit der Mercedes bei der Pressekonferenz erklärte, trat Hamilton zwei Mal als Fragesteller auf. "Können wir hier mal über meinen neuen Vertrag reden?", wollte er beim ersten Mal wissen. Und legte noch einmal nach. "Können wir nach der Bestzeit ein bisschen Geld drauflegen?"

Hamilton hatte im Q3 zwei Traumrunden auf den Asphalt gelegt. Das erkannte auch Nico Rosberg neidlos an: "Lewis war super in Form. Ich habe heute nicht meinen besten Tag erwischt." Der Vorsprung des Weltmeisters betrug 0,594 Sekunden. Rosberg entschuldigte sich: "Ich habe nie die optimale Runde zusammengebracht."

Hätte er seine besten Sektorzeiten in einer Runde gefahren, wäre seine Bestzeit bei 1.26,629 Minuten gelegen. Das wäre immer noch drei Zehntel langsamer als die Pole Position gewesen.

Rosberg mit entscheidenden Fehlern

Rosberg wusste genau, wo er seine Zeit liegen ließ. Beim ersten Versuch drehte er sich in der vorletzten Kurve und bog danach gleich in die Boxengasse ab. Im letzten Anlauf verlor er allein im ersten Sektor 0,383 Sekunden auf Hamilton. Das konnte auch die Bestzeit im letzten Streckenabschnitt nicht mehr wettmachen.

"Ich bin die Aufwärmrunde zu wenig aggressiv angegangen. Deshalb waren die Reifen im ersten Teil der Runde noch kalt", kritisierte sich Rosberg. Auch der wechselnde Wind machte ihm zu schaffen: "Du musstest dich immer neu darauf einstellen. Dort, wo er von hinten blies, früher bremsen, im umgekehrten Fall später."

Trotz der klaren Trainingsniederlage sieht Rosberg noch gute Chancen seinen Vorjahressieg zu wiederholen. "Mein Speed stimmt. Da mache ich mir keine Sorgen. Der Schlüssel im Rennen werden der Start, die Reifen und der Spirtverbrauch sein." Am Renntag sind kühlere Temperaturen angesagt. "Das könnte zum Körnen der Hinterreifen führen. Dann kommt es darauf an, wer besser damit klar kommt."

Melbourne ist ein so genanntes 100-Kilo-Rennen. Soll heißen: Der Tank wird randvoll gefüllt. "In diesem Jahr ist der Spritverbrauch noch kritischer", verrät Rosberg. Warum? "Die Autos sind 10 Kilogramm schwerer, die Motoren haben mehr Leistung, das Auto hat mehr Abtrieb und damit mehr Luftwiderstand."

In einem Punkt sind sich Rosberg und Hamilton einig: "Wir sind die führende Kraft. Und das wird auch noch eine Zeitlang so bleiben." Hamilton ergänzte: "Wir haben nur einen Gegner. Und das ist der Defektteufel."

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