Hamilton-Urteil vertagt

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Das Berufungsgericht der FIA hat den Fall Hamilton nach einem fast sechsstündigen Verhandlungsmarathon in zwei Akten auf Dienstag (23.9.) vertragt.

Die Beweisaufnahme wurde um 17.30 Uhr abgeschlossen. Das Urteil der fünf Berufungsrichter aus Monaco, Spanien, Österreich, der Niederlande und der Schweiz unter dem Vorsitz von Philippe Narnino (Monaco) wird für Dienstag um die Mittagszeit erwartet.

Der erste Teil der Berufungsverhandlung, in dem es um die 25 Sekunden-Zeitstrafe für Lewis Hamilton wegen unerlaubten Abkürzens der Zielschikane und der Vorteilsnahme daraus ging, behandelte die Frage, ob die Klage von McLaren-Mercedes gegen das Urteil der Sportkommissare überhaupt zugelassen werden kann. Die FIA-Vertreter stehen auf dem Standpunkt, dass es sich dabei um eine nicht anfechtbare Schiedsrichterentscheidung handelt.

Normalerweise wird ein solches Vergehen mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet, doch weil es zwei Runden vor Schluss stattfand, wurde ersatzweise eine 25-Sekunden-Zeitstrafe verhängt.

Ausgedehnte Zeugenbefragung

Nach der Mittagspause trat das Berufungsgericht in die dreieinhalbstündige Beweisaufnahme. Als Zeugen wurden FIA-Rennleiter Charlie Whiting, von McLaren-Seite Lewis Hamilton und sein Renningenieur Phil Prew sowie Ferrari-Teammanager Luca Baldisseri vernommen. 

Nach dem Ende der Verhandlung um 17.30 Uhr zogen sich die fünf Richter zur Urteilsfindung zurück. Zunächst müssen sie feststellen, ob McLarens Berufung überhaupt zugelassen werden kann. Sollte dies der Fall sein, werden die Zeugenaussagen gegeneinander abgewogen. Die Position der FIA ist: Hamilton hat sich durch Abkürzen der Schikane im Duell mit Kimi Räikkönen einen Vorteil verschafft und diesen nicht vollständig wieder zurückgegeben, weil er bereits in der nächsten Kurve wieder attackierte.

McLaren beruft sich darauf, dass die Rennleitung auf zweimalige Anfrage das Manöver gutgeheißen hat. Charlie Whiting waren jedoch nach dem Rennen Zweifel gekommen. Er hatte in der turbulenten Schlussphase des GP Belgien keine Zeit, sich eine Wiederholung der Szene am TV-Schirm anzuschauen. So konnte er sich ein echtes Urteil erst nach der Zielflagge erlauben.

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