Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - 27. Mai 2017 sutton-images.com
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Monaco 2017
Marcus Ericsson - Formel 1 - GP Monaco 2017
Marcus Ericsson - Formel 1 - GP Monaco 2017
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Hamilton verliert an Boden

Ferrari hat sich auf Nr. 1 festgelegt

Lewis Hamilton hat mit Platz 7 in Monaco Schadensbegrenzung betrieben. Trotzdem wuchs der Rückstand auf Sebastian Vettel auf 25 Punkte an. Der Mercedes-Pilot glaubt, dass sich Ferrari auf einen Nummer-1-Fahrer festgelegt hat.

Eigentlich gilt Lewis Hamilton als Monaco-Spezialist. Im Vorjahr konnte er im Fürstentum dank eines perfekten Reifenmanagements den Sieg landen. Damals war Nico Rosberg deutlich langsamer im zweiten Mercedes deutlich langsamer. 12 Monate waren die Rollen vertauscht. Während Teamkollege Valtteri Bottas um das Podium kämpfte, musste Hamilton Schadensbegrenzung betreiben.

Von Startplatz 13 war am Ende nicht mehr drin als der siebte Platz. „Ich habe ihm heute früh gesagt, er soll das Rennen so angehen, als wäre es ein Ausfall. Nur dass noch eine kleine Chance besteht, Punkte zu holen“, erklärte Toto Wolff das Mental-Doping vor dem Start.

Hamilton vermeidet dumme Fehler

Hamilton nahm die Rolle an und versuchte es nicht mit der Brechstange zu erzwingen: „Ich wusste, dass ich geduldig sein muss. Es hätte auch ohne Punkte mit einem Crash oder einem Technik-Defekt enden können. Beim Kampf gegen Sainz wollte ich nichts mehr riskieren. Es ging heute nur darum, keinen dummen Fehler zu machen. Vielleicht werden die Punkte am Ende der Saison noch einmal wichtig“, zeigte sich der Pilot versöhnlich.

Trotzdem forderte er seine Ingenieure auf, dem Reifen-Rätsel auf den Grund zu gehen. „Mit den Ultrasofts war das Gefühl im Auto das schlechteste, das ich seit Jahren hatte. Eine Kurve richtig zu treffen war ein Glücksspiel. Es war einfach nicht konstant. Mit den Supersofts im zweiten Stint wurde es etwas besser, aber auch nicht besonders spektakulär. Dem müssen wir auf den Grund gehen.“

Warum der Mercedes so mit den Reifen kämpfte, konnte auch Wolff nicht erklären. „Wir haben ein schnelles Auto, das die Reifen einfach nicht mag. Ich habe aber volles Vertrauen in unsere Leute, dass wir mit mehr Erfahrung die Probleme lösen werden. Wir sind ja nicht die einzigen, die mit den Reifen kämpfen. Bis auf Ferrari betrifft das alle.“

Wolff hofft, dass Monaco das schlechteste Rennen des Jahres war. „Vielleicht war es ein Ausrutscher wie Singapur 2015“, zuckte der Teamchef mit den Schultern. Der Österreicher weiß aber auch: „Wir sind dieses Jahr in der Rolle des Underdogs. Das finde ich aber gar nicht so schlecht: Die Leute drücken den Außenseitern immer die Daumen. Wir hatten nicht ein einziges Mal beide Autos über ein ganzes Rennwochenende im Reifenfenster. Wir müssen also aufholen.“

Hamilton hat Vettel-Sieg erwartet

Dass Vettel von Rang 2 aus in Monaco gewinnen würde, kam für Hamilton nicht überraschend. „Das habe ich erwartet. Ferrari hat sich auf einen Nummer 1-Fahrer festgelegt.“ Bei Mercedes ist Stallregie aber noch kein Thema. „Darüber habe ich nicht mit dem Team gesprochen. Das werde ich auch nicht. Aber vielleicht kommen wir im Laufe der Saison mal in die Situation, in der wir auch einen Fahrer bevorzugen müssen, um die Ferrari zu schlagen“, grübelte der Brite.

Valtteri Bottas will sich verständlicherweise nicht so schnell zur Nummer 2 degradieren lassen. „Diese Frage würde ich am liebsten gar nicht beantworten. Ich glaube auch nicht, dass es der richtige Zeitpunkt dafür ist. Die Saison ist noch lang. Ich denke, ich habe an diesem Wochenende eine gute Leistung gezeigt und das Team kennt mein Potenzial.“

Auf Unterstützung im Titelduell kann sich Hamilton also nicht verlassen. Trotzdem gibt der Vizeweltmeister den Kampf gegen Vettel noch nicht verloren. „25 Punkte aufzuholen ist nicht einfach. Ich muss einfach versuchen, den Rückstand langsam wegzufeilen. Und Ferrari hat sich dieses Jahr auch nicht kugelsicher gezeigt. Sie hatten zum Beispiel mit den Turbos Probleme.“ Die erste Chance zur Aufholjagd hat Hamilton beim GP Kanada: „Montreal war immer ein lohnendes Jagdrevier für mich. Ich hoffe, dass es so bleibt.“

Motorsport Aktuell Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - 27. Mai 2017 Mercedes steht vor Rätsel Hamilton in der Reifenfalle

Mercedes ist verwirrt.

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