Hamilton vs Rosberg

Keine Aussprache bei Mercedes

Lewis Hamilton - GP Mexiko  - Formel 1 2015 Foto: Wilhelm 75 Bilder

Die Startkollision zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Austin fand in Mexiko ein Nachspiel. Rosberg forderte eine Aussprache im Team, bekam sie aber nicht. Stattdessen gab es Einzelgespräche mit den Fahrern. Tenor: Ihr könnt fahren wie ihr wollt, solange ihr euch nicht aus dem Rennen werft.

Die Stimmung zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg ist ein ständiges Auf und Ab. Zurzeit stehen die Zeichen wieder mal auf Sturm. Auslöser war die Berührung der beiden Mercedes-Fahrer beim Start zum GP USA. Die Szene erinnerte an Suzuka. Hamilton war innen, Rosberg außen. Und Hamilton ließ seinen Mercedes so weit nach außen tragen, dass Rosberg neben die Strecke geriet. Dabei mogelten sich in beiden Fällen noch zwei weitere Fahrer an Rosberg vorbei.

Deshalb war der Frust von Rosberg nach dem Rennen in Austin verständlich. Der Deutsche unterstellte seinem Teamkollegen in der Pressekonferenz Absicht und fand die Attacke unfair. "Ein Stück Straße muss er mir schon lassen." Hamilton erwiderte zwei Stunden später: "Ich war vielleicht ein bisschen aggressiv, würde es aber wieder so machen."

Inzwischen soll die Telemetrie sogar gezeigt haben, dass Hamilton noch kurz auf dem Gas stand, als die beiden Silberpfeile in die erste Kurve einbogen. Das führte dann schließlich zu einer Berührung mit den Rädern.

Die Rennleitung und die Sportkommissaren hatten gegen Hamiltons Attacke nichts einzuwenden. Es wurde nicht einmal eine Untersuchung eingeleitet. Weil Hamilton im entscheidenden Moment die Nase leicht vorne hatte. "Damit gehört die Kurve ihm", hieß es aus Kreisen der Sportkommissare. Einige vertraten auch die Meinung: "Rosberg hätte von Suzuka her wissen müssen, wie Hamilton in so einer Situation reagiert."

Rosberg wollte Aussprache wie in Spa-Francorchamps

Nico Rosberg fühlte sich dagegen an Spa erinnert. Der WM-Zweite forderte deshalb eine Aussprache. Weil es nach der Kollision von Spa im letzten Jahr auch ein klärendes Gespräch zwischen den Fahrern und der Teamleitung gegeben hatte. Das mit einer klaren Schuldzuweisung endete. Rosberg musste den Kopf hinhalten.

Hamilton hielt dagegen eine Aussprache für überflüssig. "Ich kann dazu nicht viel sagen, aber ich bin sicher, dass man sich zusammensetzen wird, um herauszufinden wie Nico darüber denkt."

Die Aussprache im großen Kreis fand aber nicht statt. Und es wird sie auch nicht geben, erklärte Teamchef Toto Wolff. "Es war ein sehr hartes Manöver von beiden. Der Unterschied zu Spa ist, dass beide weiterfahren konnten. Wir haben die Fahrer in Einzelgesprächen wissen lassen, dass wir keine Spannungen wünschen, die durch Unfälle ausgelöst werden. Damit ist die Angelegenheit erledigt."

Kein Maulkorb für Mercedes-Piloten

Der verbale Nachschlag geht laut Wolff in Ordnung: "Wir wären dumm, wenn wir unseren Fahrern einen Maulkorb umhängen würden. Es steht ihnen frei Ihre Meinung darüber zu äußern. Wenn dadurch ein bisschen Spannung entsteht, dann ist das Teil des Geschäfts."

Niki Lauda riet Rosberg, Taten statt Worte sprechen zu lassen. "Was bringt es Nico, wenn sich Lewis jetzt entschuldigt? Gar nichts. Er wird beim nächsten Mal wieder so fahren, weil der Lewis das halt im Zweikampf so macht. Nico muss sich überlegen, wie er in Zukunft auf der Strecke auf so eine Situation reagiert."

Rosberg wollte weder die neue Eiszeit im Team kommentieren noch den Vorwurf, ob er im Rad- an Rad-Duell zu nett mit dem Teamkollege umgehe und mehr ans Team denke als der Stallrivale. "Ich werde nicht mehr darüber reden. Ihr könnt die Situation für euch selbst interpretieren."

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