Webber vs. Hamilton in Singapur

WM-Spitzenreiter auf Kollisionskurs

Lewis Hamilton Foto: xpb 32 Bilder

Der Crash zwischen Mark Webber und Lewis Hamilton könnte die WM entscheiden. Wie sich im Ziel herausstellte, hatte Webber Riesenglück, dass er das Rennen überhaupt beenden konnte. Aus dem Red Bull-Camp gab es Kritik an der Fahrweise Hamiltons.

Lewis Hamilton könnte noch lange an die 35. Runde von Singapur zurückdenken. Wie schon in Monza sorgte eine Kollision für das Aus des ehemaligen WM-Spitzenreiters. In Italien legte sich der McLaren-Pilot mit Felipe Massa an, in Singapur war es Mark Webber, der Hamilton ins Aus beförderte.

Webber mit Reifenschaden

"Er sollte mal bedenken, dass er nicht alleine auf der Strecke unterwegs ist", feuerte Red Bull-Berater Helmut Marko noch eine Breitseite hinterher. Webber wollte sich dieser Meinung nicht ganz anschließen. "Es war ein Rennunfall. Er hat probiert mich außen zu überholen, aber in der Bremszone haben wir uns berührt. Es war Pech. Ich hätte dabei genauso rausfliegen können."

Wie knapp der Australier an einem Ausfall vorbeigeschrammt ist, sah man erst nach dem Rennen im Parc Fermé. Als Webber seinen Red Bull abstellte, entwich die Luft aus dem rechten Vorderrad. Der Reifen hatte sich von der Felge gelöst. "Er hatte wahnsinniges Glück, überhaupt die Ziellinie zu sehen", erklärte Teamchef Christian Horner anschließend.

McLaren: "Hamilton wurde rausgekickt"

Im McLaren-Camp sah man die Sache etwas anders. "Es schien, als hätte Lewis ein vernünftiges Überholmanöver durchgeführt, nur um dann von dem Auto aus dem Rennen gekickt zu werden, an dem er gerade vorbei gefahren war", versuchte Teamchef Martin Whitmarsh seinen Ärger in Grenzen zu halten. "Aber ich vermute, dass sowas Rennsport ist." Der Engländer betonte, Webber nicht die Schuld geben zu wollen. Allerdings sah er den Versuch seines Piloten auch nicht als zu risikoreich an.

Hamilton selbst wollte ebenfalls nicht mit dem Finger auf andere zeigen und sprach von einem Rennunfall. "Ich konnte mich im Windschatten heransaugen und dachte, dass ich genug Geschwindigkeitsüberschuss habe. Mark war schon nicht mehr zu sehen. Ich wusste gar nicht, dass er noch neben mir war. Ich habe eingelenkt und ihm noch ein bisschen Platz innen gelassen. Doch dann hat er mich berührt und dann habe ich auch schon gemerkt, dass mein Reifen platt war."

Hamiltons Titelchancen schwinden

Hamiltons Rückstand auf Webber vergrößerte sich auf 20 Punkte. Der Weltmeister von 2008 fiel von Rang zwei auf Platz drei zurück. An den Titel wollte er nach dem Rennen nicht mehr denken. "Ausgerechnet in dieser wichtigen Phase habe ich die zwei schlechtesten Ergebnisse der Saison", klagte der 25-Jährige. "Ich versuche, was ich kann. Aber es wird schwer."

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