Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2021 - Qualifikation Wilhelm
Max Verstappen - Red Bull - GP Katar 2021 - Qualifikation
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2021 - Qualifikation
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2021 - Qualifikation
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Hamilton zerstört Verstappen: Mercedes dominiert

Hamilton zerstört Verstappen Mercedes in den Kurven schneller

Mercedes und Lewis Hamilton haben im WM-Finale offenbar den längeren Atem. Der Engländer startet in Katar mit vier Zehnteln Vorsprung von der Pole Position. Diesmal war Mercedes nicht schneller auf der Gerade, sondern in den Kurven.

Die Grand Prix in den USA und Mexiko gingen klar an Red Bull. In Brasilien schlug Mercedes genauso deutlich zurück. Und der Trend scheint sich in Katar fortzusetzen. Lewis Hamilton stellte seinen Mercedes mit einem Vorsprung von 0,455 Sekunden auf Max Verstappen auf die Pole Position. Das ist ein ähnliches Rundenzeiten-Delta wie in Brasilien.

Diesmal wird Hamilton nicht von hinten starten, sondern das Tempo von der Spitze bestimmen. Red Bull muss befürchten, dass der Engländer am Horizont entschwindet, wenn er mal in Führung liegt. Verstappen hat 371 Meter, um die Reihenfolge umzudrehen. Danach wird es schwierig, auch wenn die Mercedes mit vollen Tanks nie so gut sind wie in der zweiten Rennhälfte und sich die Fahrzeugbalance im Renntrim und mit der Windrichtung zu Gunsten des einen oder anderen verschieben kann. Hamilton gibt zu bedenken: "Es ist unheimlich schwer, in den vielen Kurven dicht am Vordermann zu bleiben."

Das Streckenlayout schützt den Weltmeister. Wer zu dicht auffährt, riskiert Untersteuern. Und zu heiße Reifen vor Kurve 16. Der Schlüssel zu einem Überholmanöver sind nicht die 800 Meter DRS, sondern wie gut man aus der letzten Kurve kommt. Für eine 50 Prozent-Chance zum Überholen, muss der Hintermann mindestens 1,2 Sekunden schneller sein.

Red Bull - GP Katar 2021
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Mercedes schaut sich genau an, was Red Bull mit seinem Heckflügel treibt.

Red Bull drohte Protest

Die Story von Katar ist wahrscheinlich die gleiche wie zuvor in Austin, Mexico-City und Interlagos. Nicht das Auto und die Streckencharakteristik legen fest, wer die Nase vorn hat, sondern die Fahrzeugabstimmung. "Der Red Bull und unser Auto liegen ganz eng zusammen. Doch je nachdem, wie der eine das Setup hinkriegt und der andere nicht, kann es große Ausschläge geben. Manchmal sogar zwischen Qualifikation und Rennen", erklären die Ingenieure.

Mercedes fand am Freitag mit Valtteri Bottas schnell den Schlüssel zu einem gut ausbalancierten Auto. Lewis Hamilton war mit einem Alternativ-Setup langsamer unterwegs, passte sein Auto bis zum Samstag dem seines Teamkollegen an. "Wir haben bis Mitternacht an der Strecke gearbeitet." Der Samstag stellte die Ingenieure vor eine zweite Aufgabe. Die Windrichtung auf der Zielgerade drehte von Gegen- auf Rückenwind. "Normalerweise ist das besser, weil dann der Wind in den meisten Kurven von der besseren Seite kommt", hieß es bei Mercedes.

Eigentlich hätte das auch Red Bull helfen sollen, doch beim Gegner war man wieder zu sehr damit beschäftigt, das Defizit von sieben km/h im Topspeed zu erklären. Außerdem gab es mit dem zweitgrößten Flügel wieder Probleme. Bei offenen DRS flatterte der Flap. In der Not wechselte Red Bull auf ein Exemplar mit mehr Anpressdruck. Es hatte sich herumgesprochen, dass Mercedes protestieren könnte. Das Flattern bringt zwar Nachteile, ist aber nach Artikel 3.6.8. des Technischen Reglements illegal.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2021 - Qualifikation
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Lewis Hamilton war in der Qualifikation von keinem Konkurrenten zu halten.

Zwei Zehntel zwischen Kurve 7 und 10

Kaum hatte Red Bull den großen Flügel am Auto passierte ein kleines Wunder. Die beiden RB16B waren auf den Geraden plötzlich so schnell wie die Mercedes. Dafür verloren sie in den Kurven. Besonders in Sektor 2, wo Verstappen 0,257 Sekunden auf Hamilton liegen ließ. "In den Kurven 6 und 7 killt uns Mercedes", klagte Red Bull-Teamchef Christian Horner. Sein Gegenspieler Toto Wolff analysierte: "Wahrscheinlich hat Red Bull mit dem neuen Heckflügel die Balance nicht hingekriegt. Und beim Topspeed kann ich mir vorstellen, dass Honda gegen Ende der Saison mehr Power freigibt. Der Motor scheint ja kugelsicher zu sein."

Die GPS-Analyse der Runden von Hamilton und Verstappen zeigt ziemlich deutlich, wie Mercedes im Hoheitsgebiet der Red Bull Zeit gewinnt. Ein Zehntel in den Kurven 4 und 5, ein halbes Zehntel in Kurve 6, zwei Zehntel zwischen Kurve 7 und 10, ein halbes Zehntel in den Kurven 11 und 15. Red Bull behauptet sich nur in der Zielkurve und in den ersten beiden Ecken. Hamilton jubelte: "Die Setupänderungen haben sich voll ausgezahlt. Ich habe es schon im dritten Training gespürt, und in meiner letzten Runde war mein Auto einfach wunderbar."

Valtteri Bottas war weniger zufrieden. Am Freitag war der Finne noch der schnellste Mann auf der Strecke. "Ich bin verwirrt. Irgendetwas ist über Nacht passiert. Gestern fühlte ich mich noch echt wohl im Auto. In der Qualifikation hatte ich meine Probleme mit der ersten Kurve. Ich habe die Reifen nie rechtzeitig auf Temperatur gebracht." Dann kündigte Hamiltons Wasserträger an, so als wollte er Verstappen warnen: "Ich habe nichts zu verlieren. Wir wind zwei gegen einen. Das ist eine komfortable Situation."

Spekulationen, Verstappen könnte volles Risiko in der ersten Kurve gehen, sind vielleicht hinfällig, wenn der Holländer eine Strafe für das Missachten der gelben Flagge kurz vor Ende der Qualifikation bekommt. Wolff versuchte, Fahrt aus der Diskussion zu nehmen: "Wir unterstellen niemandem, dass er die Weltmeisterschaft durch einen Crash entscheiden will."

Neue Folge im Heckflügel-Streit

Der Heckflügelstreit schwelt mittlerweile weiter. Red Bull verteilt Fotos von Kratzspuren an den Endplatten der Flügel und schließt daraus, dass sich das Hauptblatt bewegt. Aus dem Mercedes-Lager hören wir, dass es sich bei den so genannten Spuren um einen Übergang von einer Karbonschicht in die andere handelt. Red Bull hat den angedrohten Protest vorerst einmal auf Eis gelegt, weil die FIA die Heckflügel-Tests verschärfen will. In Katar als Generalprobe für eine mögliche Anpassung einer technischen Direktive.

Toto Wolff kann sowohl mit einem Protest als auch einem Experiment leben. "Sie können gerne unsere Flügel untersuchen. Dann ist das Thema endlich vom Tisch. Glaubt jemand wirklich, dass wir so blöd sind, mit einem illegalen Flügel beim Rennen aufzutauchen?"

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