Lewis Hamilton - Mercedes - GP Italien - Monza - Formel 1 - 31. August 2017 sutton-images.com
Ferrari - GP Italien - Monza - Formel 1 - 31. August 2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien - Monza - Formel 1 - 31. August 2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien - Monza - Formel 1 - 31. August 2017
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Hamiltons Kampfansage an Vettel

„Ich will, dass sein Lachen verschwindet“

Lewis Hamilton steht unter Strom. Er ist der Herausforderer im Titelkampf, den Sebastian Vettel seit Saisonbeginn anführt. Das will Hamilton in Monza ändern: „Ich will, dass sein Lachen auf dem Gesicht verschwindet.“

Lewis Hamilton kam mit frischem Elan aus der Sommerpause. Er hat im Urlaub viel über die erste Saisonhälfte nachgedacht, über die guten wie die schlechten Rennen, über sein Team, seine eigenen Fehler und die Defizite seines Autos. Und er machte sich selbst zur Regel: Ab jetzt keine Fehler mehr und volle Attacke. Hamilton will Sebastian Vettel nicht mehr zum Luftholen kommen lassen.

Schon in Spa kündigte er mit markigen Worten an: „Ich kämpfe bis zum letzten Blutstropfen.“ Was er dann auch in die Tat umsetzte. Er gewann ein Rennen, in dem sein WM-Gegner das schnellere Auto hatte. Er setzte sich in einer Schlacht durch, bei der ihm der Gegner 44 Runden lang formatfüllend im Rückspiegel hing und mit dem Safety-Car eine Chance bekam, den Spieß umzudrehen.

Die Siegesfahrt laugte Hamilton so aus, dass er seinen fünften WM-Sieg nur ganz langsam genießen konnte. Kein Jubel im Cockpit, verhaltene Gestik im Parc fermé. Fünf Mal boxte Hamilton mit der rechten Faust Löcher in die Luft. Was den Grad seiner Anspannung zeigte. „Es war ein intensives, großartiges Gefühl. Ich war so stolz, auch mich, auf das Team, weil wir alles für diesen Sieg gegeben hatten und trotz aller Widrigkeiten gewonnen haben.“

Hamilton hat keine Stallregie gefordert

Im Monza wiederholte Lewis Hamilton seine Kampfansage an Vettel. Es ist ihm ein Dorn im Auge, dass der Ferrari-Fahrer seit dem ersten Rennen der Saison in Führung liegt. „Sebastian hat schon zu lange das Lachen des Spitzenreiters im Gesicht. Das will ich jetzt ändern.“ Hamilton ahnt, dass Monza nicht viel einfacher wird als Spa, obwohl im Autodrom die Motorleistung und die aerodynamische Effizienz noch mehr zählt als in Spa. Eigentlich sind das Mercedes-Faktoren. Doch Ferrari hat aufgeholt.

Vettel formuliert seine Antwort für Hamilton etwas dezenter als sein Gegner: „Monza ist von der Papierform her eine Mercedes-Strecke. Aber wir haben in Spa gezeigt, dass wir uns auf keiner Strecke mehr vor ihnen fürchten müssen.“ Das gibt auch Hamilton zu: „Wir hatten vor Spa gehofft, leichteres Spiel zu haben. Wenn wir mal ehrlich sind, dann hatte Ferrari im Rennen das schnellere Auto. Wenn Sebastian einmal vorbeigekommen wäre, hätte ich ihn nicht mehr gekriegt.“

Hamilton spricht davon, dass Mercedes auch in Monza jede Chance nutzen muss. Auch wenn am Auto ein anderes Aero-Paket ist als einer Woche in Belgien. Möglicherweise entscheidet sich auch das schnellste Rennen des Jahres am Samstag: „Die Q3-Runden werden immer wichtiger, weil Überholen so schwer geworden ist.“

Hamilton geht noch nicht von einer Stallregie zu seinen Gunsten aus. „Ich habe nie danach gefragt. Es liegt an Toto zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ich gewinne lieber, wenn ich ehrlich darum kämpfen muss. Valtteri hatte eine sehr gute Saison bis jetzt. Da, wo er mich geschlagen hat, war er schneller als ich.“ Bottas wehrt sich noch gegen Teamorder: „Ich liege nicht aussichtslos zurück. Und in acht Rennen gibt es noch 200 Punkte. Es liegt in meiner Hand, das Rennen offen zu halten.“

In noch einem Punkt ist Vettel seinem WM-Gegner voraus. Er weiß schon, wo er von 2018 bis 2020 fahren wird. Hamiltons Vertrag läuft Ende 2018 aus. Der 32-jährige Engländer zeigte sich über Vettels Schachzug nicht überrascht. „Er hat meine Pläne nicht durchkreuzt. Ich will bei diesem Team verlängern. Es gibt keine Eile. Toto hat schon gesagt, dass wir uns nach der Saison darüber unterhalten sollten.“

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