Hamilton akzeptiert Entschuldigung nicht

Der Sternen-Krieg beginnt

Nico Rosberg Lewis Hamilton GP Monaco 2014 Foto: xpb 110 Bilder

Nico Rosbergs Verbremser im Abschlusstraining zum GP Monaco hat ein Nachspiel. Bei Mercedes hängt der Haussegen schief. Lewis Hamilton akzeptierte Rosbergs Entschuldigung für den Fehler, der ihm die Runde zerstörte, nicht. Wie jetzt bekannt wurde, gab es schon beim GP Spanien ein verstecktes Foul. Nur anders herum.

Sechs Rennen lang wurde der Krieg der Mercedes-Fahrer herbeigeschrieben. Jetzt ist er da. Da halfen auch die Einzelgespräche von Niki Lauda und Teamchef Toto Wolff am Samstagabend vor dem GP Monaco nicht viel. Nach Nico Rosbergs Verbremser in der Mirabeau-Kurve ist das Misstrauen nicht mehr Lewis Hamiltons Kopf zu bekommen. Und es ist schwer wieder aus dem Weg zu räumen.

Hamilton ließ nach dem Training in verschiedenen TV-Interviews seine Zweifel anklingen, dass Rosbergs Verbremser ein Fehler war. Mit anderen Worten: Hamilton glaubt an Absicht. Der WM-Spitzenreiter akzeptierte auch eine Entschuldigung seines Teamkollegen nicht. Rosberg erklärte Hamilton sein Bedauern, dass sein Fehler im letzten Teil des Abschlusstraining dem Stallrivalen die Möglichkeit nahm, auf die Bestzeit zu kontern.

Hamilton spielte in Barcelona foul

Seitdem herrscht trotz Vermittlungsgesprächen des Managements Funkstille bei Mercedes. Eine Stimme aus dem Team: "Sie sprechen im Moment nicht miteinander." Wie jetzt erst bekannt wurde, hat das Zerwürfnis von Monte Carlo ein Vorspiel. Lewis Hamilton hatte sich beim GP Spanien nicht an die Spielregeln gehalten. Als es in der Schlussphase des Rennens auf ein Duell der beiden Mercedes-Piloten hinauslief, schaltete Hamilton den Überholmodus ein, der mehr Power über die MGU-H an die MGU-K freigibt.

Hamilton hatte aber von den Technikern nicht die Erlaubnis dazu. Rosberg hielt sich an die Instruktionen des Kommandostandes und kämpfte im direkten Duell mit stumpfen Waffen. Hamilton musste sich nach dem Rennen bei seinem Kollegen entschuldigen. Rosberg akzeptierte. Aber spätestens seit da weiß er, welches Spiel im WM-Duell gespielt wird. Und sollte auch nur ein Funken Absicht hinter seinem Verbremser in Monte Carlo gesteckt haben, dann hat er Hamilton die Antwort gegeben, die in dieser Liga ganz normal ist. Getreu dem Motto: "Nice guys finish second."

"Wenn es in der ersten Kurve kracht, kracht es"

Mercedes-Aufpasser Niki Lauda und die Teamleitung lassen Rosberg und Hamilton beim GP Monaco trotzdem gegeneinander fahren. "Eine Stallregie kommt nicht in Frage", winkt Lauda ab. Aber er warnte seine Fahrer auch: "Wenn es hier in der ersten Kurve kracht, dann kracht es richtig. Und zwar vom Management zu den Fahrern. Das werden wir nicht akzeptieren." Doch hatte Lauda nicht vor drei Tagen gesagt, dass bei dieser Konstellation ein Crash im Verlauf der Saison unausweichlich ist? "Das stimmt", bestätigt Lauda. "Wenn wir lauter solche Rennen wie in Bahrain bekommen, dann sagt die Logik, dass es irgendwann später in der Saison einmal kracht. Bei ein, zwei Millimetern wird es halt mal zu eng. Aber in Monte Carlo gibt es nur einen kritischen Moment, und das ist der Start. Sonst fährst du nicht im Ein-Millimeter-Abstand nebeneinander."

Und wenn es in der jetzt so aufgeladenen Stimmung in ersten Kurve doch zur Kollision kommt? "Dann werden wir den Fall analysieren und unsere Konsequenzen ziehen. Ich glaube aber nicht, dass die beiden sich nahe kommen. Nico startet auf der besseren Spur, er steht rechts, und der Anlauf ist extrem kurz."

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