Hat McLaren-Mercedes Ferrari überholt?

Foto: Wolfgang Wilhelm

Der Hockenheimring ist eigentlich eine Ferrari-Strecke. Die roten Autos waren in diesem Jahr in langsamen Kurven besser als die McLaren-Mercedes. Dafür spielten die Silberpfeile in schnellen Passagen ihre Qualitäten aus.

In Hockenheim gibt es nur zwei schnelle Kurven. Der Rest ist zwischen 60 und 160 km/h schnell. Ferrari-Land also. Doch McLaren hat an seinen Schwachpunkten gearbeitet. Lewis Hamilton glaubt, dass sein Team am großen Gegner vorbeigezogen ist. "Vor allem die Modifikationen in den letzten drei Rennen haben uns einen großen Schritt nach vorne gebracht."

Nur Feintuning bei Ferrari

McLaren entwickelt mit einer höheren Schlagzahl als Ferrari. Beim Titelverteidiger wird seit der letzten großen Ausbaustufe zum GP Spanien Ende April nur noch Feintuning im Detail betrieben. McLaren modifiziert bei jedem Grand Prix zwischen fünf und zehn Komponenten am Auto. Für Hockenheim fiel das Änderungspaket fast schon bescheiden aus. "Modifikationen am Unterboden und einige mechanische Systeme, die wir nicht verraten wollen, die uns aber gerade in Hockenheim helfen sollten", ließ McLaren-Direktor Martin Whitmarsh durchblicken. Es darf gerätselt werden. Möglicherweise sind damit die Bremsen und die Bremskraftverteilung gemeint.

Ferraris auffälligste Modifikation ist die Kopie einer BMW-Idee. Die Vorflügel der Seitenkästen sind jetzt über einen Steg mit den Leitblechen verbunden. Dadurch wird die Luft effizienter um die Seitenkästen herum geleitet. Die Entwicklungsgeschwindigkeit könnte diese Weltmeisterschaft entscheiden. Wenn McLaren schon so stark auf seinen eigentlich schwachen Strecken ist, dann muss sich Ferrari warm anziehen. Für das nächste Rennen in Budapest hat McLaren eine weitere Offensive geplant. "Wir werden ein paar neue Dinge auspacken, die man bisher noch nirgendwo gesehen hat", tut Whitmarsh geheimnisvoll. "Man kann sie ab Mittwoch nächste Woche bei Testfahrten in Jerez zum ersten Mal sehen." 

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