Hat Rosberg Hamilton blockiert?

Kein Zoff im Mercedes-Lager

GP Malaysia - Hamilton - Rosberg - Mercedes - Qualifying - Samstag - 28.3.2015 Foto: xpb 75 Bilder

In den letzten Minuten des Qualifyings tauchte Lewis Hamilton im Rückspiegel von Nico Rosberg auf. Verschwörungstheoretiker witterten eine Blockade des Deutschen am Engländer. Doch beide Mercedes-Piloten wiegelten ab.

Diese Szene entfachte Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Vor allem im Kurznachrichtendienst Twitter. Obwohl sie das Resultat nicht beeinflusste. Es war rund zweieinhalb Minuten vor dem Ende des Qualifyings, als Lewis Hamilton im schnellen Linksknick von Kurve fünf im Rückspiegel von Nico Rosberg auftauchte. Nach einer persönlichen Bestzeit im ersten Sektor.

Rosberg froh über Hamilton-Überholmanöver

Auf dem Weg in die sechste Kehre der 5,543 Kilometer langen Bahn blieb Rosberg auf der Ideallinie und ließ seinen Teamkollegen auf der Innenseite passieren. Prompt nahm der Weltmeister sichtlich Gas raus. Fans und Experten fragten sich: Hat Rosberg Hamilton absichtlich blockiert und ihm eine schnelle Runde versaut?

Die beiden Silberpfeil-Piloten gaben nach der Qualifikation die Antwort: "Nein." Hamilton meinte: "Mein erster Sektor war nicht gut genug." Rosberg schob nach: "Lewis hatte sein Tempo schon rausgenommen. Wir waren beide auf der Strategie, zwei schnelle Runden mit den Intermediates zu fahren. Ich war ganz froh, dass er mich überholt hat. Ich wollte ja, dass ich meine Zeit zum Schluss setzten kann. Weil die Strecke da besser ist. Es ging nur darum, die Reifen warm zu halten."

Hamilton setzt Polezeit im ersten Anlauf

Ganz freiwillig zügelte Hamilton sein Tempo aber nicht, wie Mercedes-Strategie Andrew Shovlin berichtete. "Lewis hat in Kurve vier einen Fehler gemacht." Diese folgt direkt nach der Messschranke von Sektor eins. Die beiden Mercedes-Piloten waren im dritten Quali-Abschnitt mit derselben Taktik unterwegs: 1+2. Soll heißen: Zuerst eine schnelle Runde auf den Intermediates, dann ein Reifenwechsel und zum Schluss zwei gezeitete Umläufe auf den Walzen mit der grünen Markierung.

Hamilton setzte gleich im ersten Versuch die Pole-Zeit von 1:49.834 Minuten. Und verwies seinen Teamkollegen zunächst um 1,232 Sekunden. Weitere fünfeinhalb Zehntel dahinter reihte sich Sebastian Vettel ein, der die umgekehrte Strategie wählte. Zuerst zwei Versuche und am Ende einen. Rosberg applaudierte seinem Teamkollegen: "Lewis hat in seiner schnellsten Runde einfach einen viel besseren Job gemacht. Er hat sich besser auf die Bedingungen eingestellt. Die Strecke hatte so viel Grip – trotz des Regens. Davon war ich überrascht."

Hamilton redet Vettel stark

In den letzten Minuten konnte der Wahlmonegasse nicht mehr kontern. Auf eine langsame Zeit von 2:26.994 Minuten folgte seine persönliche Bestmarke in 1:50.299 Minuten. Für seine Niederlage hatte er eine einfache Erklärung: "Unsere Taktik und das Timing waren nicht optimal. Weil so viel Grip auf der Strecke war, habe ich mir sogar beim langsamen fahren meine Reifen kaputtgemacht." In seiner schnellen Runde lief es zudem nicht optimal. Rosberg patzte leicht. Shovlin: "Nico hatte zwei kleine Fehler drin." Zu allem Überfluss für Rosberg schob sich Vettel zwischen die beiden Mercedes auf Rang zwei. "Sebastian ist einfach gut gefahren."

Im Rennen muss Rosberg möglichst schnell am Ferrari vorbei. Am besten am Start, wenn er eine Chance auf den Sieg haben möchte. Rosberg macht sich Mut: "Ich stehe auf der besseren Seite."

Sollte es am Sonntag trocken bleiben, sieht er Mercedes besser aufgestellt. "Wir sind über den Dauerlauf noch ein paar Zehntel vor Ferrari." Sein Teamkollege ist sich da nicht so sicher. Oder er redet Vettel absichtlich stark: "Die Ferrari sind ziemlich gut im Dauerlauf. Es ist schön neben einem viermaligen Weltmeister zu starten. Ich hoffe, dass wir einen schönen Kampf haben werden."

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